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¡Adiós a mis lectores benévolos!

Bin heute gefragt worden, wie mein Sommer war. Dabei sind mir zwei Sachen klar geworden: ich kann Hitze nicht mehr ausstehen und ich habe auf meinem Blog kein Wort darüber verloren, wie mein Sommer war. Oder irgendwas anderes.

Dieses Blog hier war der Versuch, mir einen neuen Raum zu erschließen, von dem ich dachte, ich wüßte schon ungefähr, wie er aussähe. Das war falsch. Der neue Raum, den ich in mir selbst und in meinem Leben entdeckt habe, ist viel größer, bunter und interessanter als ich je zu hoffen gewagt hätte.

Mir ist klar geworden, was mir hier sehr gefehlt hat: freier Flow und Offenheit beim Schreiben. Beides mochte sich aber nicht einstellen, weil ich mit meinem alten Blog und mit dem, was mit ihm verknüpft war, innerlich nicht fertig war. Ich war zutiefst verletzt von der Reaktion von „Freundinnen“ auf mein Coming Out und von der ausgebliebenen Reaktion darauf, als ich dieses Blog von heute auf morgen einfach schloß (danke, Mo, daß Du als Einziger nachgefragt hast, das hat mir wirklich viel bedeutet).

Inzwischen ist mir klar geworden, daß das die Dinge lediglich geklärt hat. Ich bin absolut frei in mein neues Leben reingetanzt und brauchte auch erstmal Zeit, mich darin umzuschauen und einzurichten. In genau dieser Zeit hat mich dieses Blog hier begleitet. Nur hat sich eben gezeigt, daß ich nicht hier bleiben kann, weil ich innerlich längst weitergegangen bin und sehr nach freiem Schreiben hungere.

Deshalb möchte ich mich bei meinen Lesern für’s Reingucken bedanken. Schade, daß ich so wenig von Euch gehört habe – das wäre spannend gewesen. Macht’s gut.

¡Gracias por me leer y adiós!

Liam, 12.09.2016, 23:53 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Zu heiß. Stirb, Sommer, stirb!

[Gemacht] Leider nicht viel. Mal abgesehen davon, daß das Wetter mich ausgeknockt hat, habe ich gerade mal wieder eine Verletzung, die mich davon abhielt, groß aktiv zu werden. Habe also viel Spanisch gelernt, jede Menge YouTube geglotzt (auch auf Spanisch^^), Hörbuch gehört und die Tage vertrödelt. Abends waren wir dafür immer mal kurz raus und haben Eis gefuttert.

[Crafts’n’Arts] Ich habe zwei Quilts zusammengefaltet 🙂

[Garten] Ich konnte die ersten Chilis ernten: zwei Thai, mehrere kleine Carolina Reaper und eine Habanero. Yeeeh! ♥

[Gesportelt] Freies Krafttraining.

[Gehört] Linda Castillo: Die Zahlen der Toten. Eine Polizeichefin amischer Herkunft sieht sich nach einer langjährigen Pause mit Morden konfrontiert, die einer Mordserie aus den 90ern ähneln. Nur daß sie glaubt, den Mörder damals erschossen zu haben. Bisher gefällt mir das Hörbuch richtig gut, zumal es die ungekürzte Version ist.

[Gelesen] Hier und da ein wenig, aber nicht wirklich engangiert. Wie ich schon schrieb: seit ich Spanisch lerne, komme ich nicht zum Lesen…

[Gesehen] Magic in the Moonlight. Der Illusionist Stanley soll eine Spiritistin als Scharlatanin entlarven und verliebt sich dabei in sie. Mir hat der Film gefallen, war „easy watching“ mit netten Bildern aus Südfrankreich und schöner Musik aus den 20ern.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und Cola.

[Gegessen] Neben den Plansachen: richtig tolles, veganes Fruchteis (Blutorange, Orange-Ingwer, Limette-Minze) von einer neuentdeckten Eisdiele. Selbstgebackene Brötchen. Lakritz. Und die fabelhafteste Linsensuppe aller Zeiten.

[Gedacht] Encore une fois.

[Gekauft] Nix.

[Spirituelles] Ich glaube, diese Kategorie kann ich mal streichen.

[Ausblick auf die nächste Woche] Mal sehen, was die Verletzung so zuläßt…

Liam, 11.09.2016, 17:10 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #86

Diese Woche probieren wir ein paar neue Rezepte aus.

  • Donnerstag: Pilzsuppe mit Reis (vegetarisch)
  • Freitag: Pellkartoffeln, Sojakräuterquark, Bratfisch und Röstmöhren (omnivor)
  • Samstag: Bohnenburger, Vollkornbrötchen und gegrillte Maiskolben (vegetarisch)
  • Sonntag: Linsen-Chorizo-Eintopf (omnivor)
  • Montag: griechisches Huhn mit Couscous-Salat (omnivor)
  • Dienstag: auswärts essen
  • Mittwoch: Pasta Carbonara mit Erbsen, dazu Salat (omnivor)
Liam, 07.09.2016, 21:15 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Samstag war es fies heiß und feucht, dafür hat es sich am Sonntag toll abgekühlt, mit Regen.

[Gemacht] Samstag waren mein Mann und ich mal wieder im Elsaß unterwegs. Haben uns die schöne Gegend angeguckt, sind mit der Fähre gefahren und waren in zwei Supermarchés. Nach dem Einkauf sind wir noch ein bißchen durch Frankreich gejöckelt und wieder Fähre gefahren (dabei haben wir festgestellt, daß französische Fähren im Gegensatz zu den deutschen nix kosten, was wir gar nicht wußten). Abends hatte ich meine erste Verabredung zum Skypen auf Spanisch und bin glorios gescheitert. Vor allem daran, daß mein Gegenüber ein Muttersprachler war, der sehr schnell gequatscht hat. Hätte ein Zimmer bei ihm reservieren können, aber im entscheidenden Moment sind mir auch keine Vokabeln mehr eingefallen *lol* Dafür war er sehr nett und hat mir versichert, dafür, daß ich erst seit einem Monat Spanisch lerne, sei das schon ganz hervorragend. Später haben wir noch einen Film geguckt und ich habe im Netz gelesen. Sonntag habe ich nach dem Frühstück Sport gemacht, den Nachmittags verschlumpert, abends dann gekocht. Später waren wir noch am Bücherschrank und haben einen wieder daheim einen Film geguckt. Ganz spät habe ich Spanisch gelernt und jetzt einen Knoten im Frontallappen.

[Crafts’n’Arts] Ich habe unterwegs aquarelliert. Derzeit versuche ich, Bilder in maximal 15 Minuten fertig zu haben, damit sie einen tagebuchartigen Charakter bekommen – das ist ganz schön schwer…

[Garten] Eigentlich mußte ich dieses Wochenende nur ein bißchen die Chilis gießen, die immer roter und reifer werden.

[Gesportelt] Hanteltraining und radeln.

[Gehört] Den Buena Vista Social Club Soundtrack. Und Linda Castillo: Die Zahlen der Toten.

[Gelesen] Nur ein paar Zeilen.

[Gesehen] Finding Vivian Meier. Einen Trailer dazu gibt’s hier. Außerdem mal wieder The Full Monty – zum Schreien komisch!

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und Cola.

[Gegessen] Abgesehen von den Plansachen: frische Vollkornbrötchen. Baguette mit Tomatenpesto. Oliven. Käse. Einen Kaffeelolli. Erdnüsse. Obst.

[Gedacht] Obwohl ich weiß, daß ich nach vier Wochen nicht perfekt Spanisch verstehen muß, verdaue ich die Skype-Erfahrung nur schwer. Ich fühle mich, als könnte ich rein gar nichts, dabei kann ich schon Kochvideos angucken und verstehe dabei auch durchaus, was gesagt wird. Was sagt mir das? PTBS läßt grüßen…

[Gekauft] Vegane (=milchfreie) Schokokrossies. Vinaigrette. Tabouleh.

[Spirituelles] Gedanken über’s Pilgern.

[Ausblick auf die nächste Woche] Nicht wenige Termine, aber eigentlich freue ich mich auf alle.

Liam, 04.09.2016, 23:32 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

Bücher im August

Dieser Monat war etwas durchwachsen. Bis ungefähr Mitte August habe ich es geschafft, fast täglich zu lesen, aber dann hat Spanisch die meisten Kapazitäten und Speicherplätze in meinem Gehirn belegt. Das führte dazu, daß ich abends oft einfach nur noch matt YouTube-Videos glotzen wollte anstatt zu lesen. Daß Lesen gerade etwas unwichtiger ist, merke ich auch daran, daß mein Bücherstapel ungewöhnlich klein ist – nur so sechs Bücher in der Warteschleife.

  1. Bruder Jakobus: Der Weg zu Dir selbst. Das kleine Buch des Pilgerns. Aus der Bibliothek. Der Dominikanermönch Bruder Jakobus pilgert innerhalb von zehn Jahren den Weg von Stuttgart/Kloster Beuron nach Santiago abschnittsweise in einer Gruppe. In diesem Buch sind seine und die Eindrücke seiner Mitpilger festgehalten. Ehrlich gesagt hat mir das Buch nicht besonders gefallen, weil ich seinen Aufbau absolut wirr fand. Man wußte nie, wesen Erlebnisse man gerade liest, weil die einzelnen Abschnitte nicht namentlich gekennzeichnet sind. Auch der Weg wird nicht chronologisch dargestellt, es gibt Vor- und Rückblenden, dann wieder wechselt der Erzähler und so weiter. Sehr sperrig und ermüdend zu lesen. Schade, die Idee fand ich nämlich super.
  2. Egle, Hoffman, Joraschky (Hg.): Sexueller Mißbrauch, Mißhandlung, Vernachlässigung. Erkennung, Therapie und Prävention der Folgen früher Streßerfahrungen. Aus der Bibliothek. Das Buch zu lesen war in jeder Hinsicht sperrig, dennoch bietet es einen guten Überblick über das komplexe Thema.
  3. Zoran Perowanowitsch: Pilgern auf dem Jakobsweg – Die Suche nach der Quelle des Christentums. Aus der Bibliothek. Das Buch hält nicht, was sein Titel verspricht, denn eigentlich ist es ein Jakobswegbericht wie viele, abgesehen davon, daß er wirklich trübsinnig ist und stimmt. Mehr gibt’s eigentlich nicht zu sagen.
  4. Winfried Hille: Der innere Jakobswegs – Sieben Schritte zu mir selbst. Aus der Bibliothek. In diesem Buch geht es sozusagen ums innere Pilgern. In sieben Kapiteln, die jeweils mehrere Übungen und Anregungen beinhalten, wird der Leser auf den inneren Jakobsweg geführt. Zentrale Frage ist: was macht mich glücklich, was ist meine Lebensaufgabe und wie will ich mein Leben gestalten? Das Buch hat mir ganz gut gefallen, allerdings merke ich auch, daß bestimmte Aspekte, Fragen und Übungen für mich als Mensch mit PTBS ein wenig…merkwürdig und absurd sind. Alles in allem finde ich das Buch eine gute Anregung für alle, die sich auf den Weg machen wollen, ohne zu wandern 🙂
  5. Amy Brill: Die Frau, die Sterne fing. Aus der Bibliothek. Hannah Gardner Price, die Mitte des 19. Jahrhunderts auf Nantucket lebt, wird von ihrem Vater in Astronomie unterrichtet und träumt davon, einen Kometen zu entdecken. Eines Tages steht der Matrose Isaac vor ihrer Tür, der von ihr in Navigation unterrichtet werden möchte. Als sich zwischen der Quäkerin und dem Mann von den Azoren eine zarte Liebesgeschichte entwickeln will, werden sie von ihren Lebensumständen getrennt: Isaac fährt mit einem Walfänger auf See und Hannah entdeckt tatsächlich einen Kometen, was sie berühmt macht und ihr zu Ansehen und Erfolg verhilft. Amy Brill hat ihre Figur Hannah auf Grundlage des Lebens und Wirkens von Maria Mitchell, der ersten amerikanischen Astronomin, entwickelt. Romane lese ich ja doch eher selten, aber diesen habe ich sehr gemocht, wenngleich für mich viele Emotionen und Entscheidungen Hannahs nicht nachvollziehbar waren. Ein interessantes Buch, das mit einem Ende aufwartet, das ich nicht habe kommen sehen.
  6. Silvia Fuller: Eine Frau allein auf dem Jakobsweg. Aus der Bibliothek. Die Autorin schildert in ihrem Buch in nicht-chronologischer Reihenfolge Begebenheiten und Begegnungen von ihrem Jakobsweg, den sie 2010 gegangen ist. Besonders interessant fand ich dabei, daß sie den Camino del norte, den Camino Lebaniego und den Camino Primitivo bis nach Santiago und weiter nach Finisterre gegangen ist, also die eher unbekannten Strecken. Das Buch liest sich wunderbar. Fuller schreibt äußerst sympatisch und lebendig. Das Einzige, was mir leidtat, war, daß das Lektorat nicht so gut war. Das Buch kann ich dennoch sehr empfehlen.
  7. Albrecht Rissler: Zeichnen – Tipps für Kreative. Aus der Bibliothek. Auf jeder Doppelseite gibt Rissler einen Tip für Zeichner, insgesamt über 110. Das Buch hat mir gefallen, weil es auch ein paar Dinge nennt, die ich bisher nicht probiert habe, wie etwa das Malen mit Pflanzenteilen. Gleichzeitig war das Buch – wie die meisten zu dem Thema, sieht man mal von „Mut zum Skizzenbuch“ von Felix Scheinberger ab – total entmutigend. Schon klar, wer seit dreihundert Jahren zeichnet und das auch durchzieht, kann das einfach, aber das hat irgendwie nix mit mir zu tun. PTBS-Baustelle, kein Fehler vom Buch.
Liam, 02.09.2016, 10:49 | Abgelegt unter: Book & Silverling | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #85 / Lista de platos #85

Esta semana hay dos meriendas, porque nos vamos a comer en el restaurante al mediodía.

  • jueves: Toast Hawaii (vegetariano)
  • viernes: flammkuchen con calabaza y ensalada (vegetariano)
  • sábado: pasta con albahaca y frijoles (vegetariano)
  • domingo: pasta von calabaza y tomatitos (vegetariano)
  • lunes: sopa con calabacín (vegetariano)
  • martes: pasta con higos, tomates y pollo (omnívoro)
  • miércoles: merienda (vegetariano)

Yo voy a cocer un pan dulce con pasas en el fin de semana.

Diese Woche gibt’s zweimal nur so eine Art Brotzeit, weil wir an den Tagen mittags auswärts essen.

  • Donnerstag: Toast Hawaii (omnivor)
  • Freitag: Kürbisflammkuchen, dazu Salat (vegetarisch)
  • Samstag: Pasta mit Pesto und Bohnen (vegetarisch)
  • Sonntag: Pasta mit Kürbis und Cocktailtomaten (vegetarisch)
  • Montag: Zucchinicremesuppe (vegetarisch)
  • Dienstag: Pasta mit Feigen, Tomaten und Hühnchen (omnivor)
  • Mittwoch: Brotzeit (vegetarisch)

Am Wochenende werde ich ein süßes Brot mit Rosinen backen.

Liam, 31.08.2016, 22:55 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

¿Cómo aprender un idioma?

Nein, keine Sorge, ich bin noch nicht soweit, ganze Artikel auf Spanisch zu schreiben 😉 Heute will ich nur mal festhalten, wie es mit dem Lernen bei mir gerade so klappt.

Am 31.7., also vor einem Monat, habe ich begonnen, Spanisch zu lernen. Meine Voraussetzungen sind Folgende:

  • Deutsch ist meine Muttersprache
  • Englisch spreche ich fließend (C2)
  • Französisch geht so leidlich (A2)
  • ich habe das Latinum (damals noch das „Große Latinum“)
  • ich habe das Graecum
  • reingeschnuppert habe ich außerdem noch in Hebräisch, Italienisch und Irisch-Gälisch (nicht mal A1)

Latein, Englisch und Französisch habe ich an der Schule gelernt, Altgriechisch an der Uni (wobei der Unterricht da echt nicht hilfreich war…letzten Endes habe ich mein Graecum dank eines Fernkurses geschafft, für den ich ungefähr 8 Monate und ca. 8-10 Stunden täglich gebüffelt habe). Für Hebräisch hatte ich einen ähnlichen Fernkurs, aber da ich mein Hebraicum nicht notwendigerweise für mein Studium brauchte, habe ich das nicht vertieft. Italienisch habe ich mir ganz klassisch mittels Büchern und CDs angeguckt und für Irisch-Gälisch gab es damals (Ende der 90er) eigentlich nur ein Lehrbuch, das lustigerweise von einem meiner Profs verfaßt worden war.

Spanisch lerne ich nun mit Babbel. Das Programm war mir im Netz schon öfter untergekommen und ich hatte da mal für Schwedisch reingeguckt, es aber nie vertieft, weil…naja, wofür brauche ich Schwedisch? Babbel war mir also nicht unbekannt und als der Gedanke aufkam, es wäre vielleicht nicht blöd, wenn ich ein paar Sprachgrundlagen hätte, wenn ich im kommenden Jahr die iberische Halbinsel unsicher mache, kam mir das Online-Programm eben auch direkt wieder in den Sinn. Ich war allerdings skeptisch. Ich benutze nicht mal facebook, und dann online eine Sprache lernen? 🙂

Das Konzept von Babbel gefällt mir ganz gut. Es verknüpft Hören und Lesen mit Schreiben und – wenn man ein Mikrophon für seinen Rechner besitzt – Sprechen. Täglich kann man eine Herausforderung meistern, in der Vokabelwissen abgefragt wird. Vokabeln werden auch so immer wieder wiederholt und dann, je nachdem ob man sie konnte oder nicht, nochmal schnell oder mit größerem zeitlichen Abstand wiederholt. Abgesehen von den eigentlichen Sprachlektionen gibt es Grammatiklektionen und Lerneinheiten über Land und Leute. Außerdem gibt es ein Forum, in dem man um Rat bitten kann (netterweise bietet man dafür seine Hilfe in einer anderen Sprache an).

Sämtliche Vokabeln und Grammatikregeln sowie einige Phrasen schreibe ich mir in ein Vokabelheft – ganz klassisch. Ich habe schon zu meiner Schulzeit nicht so gern mit Karteikarten gelernt, weil ich fand, daß die soviel Platz wegnehmen und auch schnell mal verloren gehen. Außerdem geht das echt ins Geld, wenn man entsprechend viel lernt. Um mir Vokabeln einzuprägen, die nicht Teil des Programms sind, die mir aber wichtig erscheinen, benutze ich Post It Haftnotizen. Die klebe ich mir dann auf die entsprechenden Dinge oder an an Orte, die ich mehrmals täglich besuche. Dabei prägt sich eine Menge ein.

Ansonsten finde ich es hilfreich, mich möglichst viel und möglichst oft mit Spanisch zu umgeben. Ich schaue YouTube-Videos auf Spanisch (nur zu Themen, die mich interessieren, denn das erhöht die Aufmerksamkeit, wenn man nur einen Bruchteil der Sprache versteht) und höre entsprechende Musik. Ich rede viel Spanisch, ob nun jemand dabei ist oder nicht. Da ich niemanden kenne, der Spanisch spricht, kann ich mich sowieso nicht wirklich in Konversation üben, aber durch das laute Aussprechen bekommt man ein Ohr für den Klang der Sprache und bestimmte Phrasen festigen sich – man kann Gelerntes so viel automatischer abrufen. Grundsätzlich würde ich mir auch einen Konversationspartner suchen, aber mei, die PTBS halt.

Derzeit mache ich neben der täglichen Vokabelwiederholung noch immer ein bis drei Lektionen bei Babbel. Wenn ich mehr mache, habe ich das Gefühl, es sitzt nicht so gut, wie es könnte. Ich möchte ja nicht schnell durch den Kurs rauschen, sondern am Ende gut Spanisch sprechen und verstehen. Für die Online-Lektionen brauche ich täglich etwa ein bis anderthalb Stunden, eben weil ich immer mitschreibe. Darüber hinaus übe ich Spanisch, wann immer es geht: unter der Dusche, wenn ich im Alltag Dinge benenne, als ständiges Geplapper im Kopf, wenn ich mich bedanke oder Zahlwörter brauche etc.

Was mir ein wenig fehlt, sind mehr Erklärungen zur Grammatik und zu einzelnen Formulierungen und Worten. Ich denke, da merke ich einfach, daß ich viele alte Sprachen gelernt habe, wo sowas essentiell dazugehört. Ich merke auch, daß die Dinge nicht mehr ganz so leicht in meinen Kopf reingehen, wie sie das in meiner Schul- und Unizeit getan haben bzw. vor PTBS. Andererseits habe ich jetzt überhaupt mal wieder Kapazitäten für sowas frei.

Ich bin mir sicher, daß ich nicht mit soviel Eifer bei der Sache wäre, wenn ich kein Ziel hätte. Ich glaube, daran sind auch Hebräisch und Italienisch gescheitert. Diesmal weiß ich ja, daß ich ganz sicher im kommenden Jahr nach Spanien reisen und die Sprache benutzen werde, die ich gerade lerne. Das ist eine große Motivation, und genau die brauche ich auch.

In diesem einen Monat habe ich das Level A1 erreicht. Bei Babbel kann man sich nach Abschluß jedes Kurses eine Art Zertifikat ausdrucken. Das brauche ich zwar für nix, aber es ist natürlich ein nettes Goodie 🙂 Ich selbst möchte mich, sobald ich das Level A2 erreicht habe (das sind vier weitere Kurse) auch mit etwas belohnen – womit weiß ich noch nicht, aber es sollte mit Spanisch verbunden sein.

[Übrigens ist das hier kein Werbepost und ich kriege auch nix dafür, daß ich gerade sehr begeistert bin von Babbel]

Liam, 30.08.2016, 21:04 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Oberübles Sommerwetter.

[Gemacht] Freitagabend bin ich auf meinen Berg gefahren, wo ein leichter Wind ging und es total nach Meer roch. Samstag habe ich den Tag irgendwie „weggegammelt“, weil es zu heiß für praktisch alles war. Erst abends sind mein Mann und ich in den Schwarzwald gefahren, wo wir nachts die Milchstraße angeschaut und photographiert haben. Wundervoll! Sonntag haben wir bis die Puppen gepennt und den Nachmittag und den Abend damit verbracht, unsere Tour im kommenden Mai nach Santiago zu planen, unterbrochen nur vom Abendessenkochen.

[Crafts’n’Arts] Ein bißchen aquarelliert.

[Garten] Viele meiner Chilis sind diese Woche orange geworden: eine Ghost Pepper, mehrere 7 Pot Jonah und einige Habaneros 🙂 Die Auberginen gefallen mir gar nicht, ebensowenig wie die Zucchini, aber ich rupfe sie noch nicht raus.

[Gesportelt] Yoga und freies Krafttraining.

[Gehört] Sonne Hagal. Yogamucke. Klangschalendingdong. Chelsea Wolfe.

[Gelesen] Camino-Lektüre.

[Gesehen] Saturn, Mars, den Polarstern, Sternschnuppen…

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und Cola.

[Gegessen] Aus dem Schweinsbraten ist für mich Samstag tatsächlich nix geworden. Roch toll, sah gut aus, war aber nicht mein Fall. Habe mir also Sojawürstel gemacht. Gegessen habe ich außer den Plansachen noch Frischkornbrei mit allerlei Obst, einen fabelhaften Spinatsalat mit Birnen und Parmesan, scharfe Nüsse und veganes Eis.

[Gedacht] Ich kann gar nicht fassen, was für einen hammergeilen Urlaub ich nächstes Jahr verbringen werde…!

[Gekauft] Eine spanische Verbtabelle.

[Spirituelles] Nope.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ein Termin, der mich nervt, und einer, bei dem ich Muffensausen habe. Bin also mal gespannt 🙂

Liam, 28.08.2016, 19:46 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #85

Diesmal hinke ich ein wenig hinterher.

  • Donnerstag: Chili mit Reis (vegan)
  • Freitag: Spaghetti Cacciatore mit Hühnchen, Pilzen und Oliven (omnivor)
  • Samstag: Schweinebraten mit glaciertem Süßkartoffelbrei, dazu Salat (omnivor)*
  • Sonntag: Auberginencurry, dazu Reis (vegan)
  • Montag: gebackener Kürbis mit Kartoffelspalten (vegan)
  • Dienstag: mediterrane Quiche (vegetarisch)
  • Mittwoch: Burger (omnivor)

(*) Ich habe seit meiner Kindheit keinen Schweinebraten gegessen und kann mir nicht vorstellen, daß ich ihn essen möchte. Mein Mann wird ihn zubereiten und wenn er mir nicht zusagt, werde ich mir Sojawürstchen in die Pfanne werfen, so daß das Essen vielleicht vegan ist

Liam, 27.08.2016, 11:37 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

„Richtig“ essen

In der letzten Zeit befasse ich mich wieder öfter mit den Themen Ernährung und Gewicht. Ich hatte dazu schon mal zu bloggen versucht, aber wie so oft, seit ich dieses Blog hier schreibe, blieb ich mitten im Artikel stecken. Ich denke, ich habe noch immer nicht für mich rausgefunden, wo ich die Grenze zwischen Privatleben und Blog ziehe.

Ernährung ist kein konfliktfreies Thema für mich. Es ist verknüpft mit Traumatisierungen, und das auch noch in unterschiedliche Richtungen, so daß ich eigentlich ein wenig konfus fühle, was die Frage nach gesunder Ernährung betrifft. Ich habe mich in meinem Leben omnivor, ovo-lakto-vegetarisch und vegan ernährt und fühle mich insgesamt der Vollwertkost nach Bruker verbunden, wenngleich ich sie weder vollständig umsetzen kann noch will. Das Einzige, was ich wirklich als korrekte Aussage über gesunde Ernährung anerkenne, ist ein Satz von Pollmer. Sinngemäß hat er in einem Internetvortrag gesagt, daß der Terminus „gesunde Ernährung“ Schwachsinn sei, weil gesunde Ernährung für jeden Menschen etwas anderes ist. Meine eigene Idealernährung zu finden, ist ein Prozeß, der auch nach Jahren des Experimentierens nicht an einem vermeintlichen Ziel angekommen ist. Ich finde immer noch Neues heraus und habe auch noch immer Spaß daran.

Ich glaube, in den letzten zwei Jahren bin ich etwas gemäßigter geworden, was meine Überzeugungen von Richtig und Falsch angeht, nicht nur, aber auch in puncto Ernährung. Das Thema ist zu komplex und die einzelnen Dinge sind zu verwirrend miteinander verquickt, als daß ich alles im Blick haben könnte. Wenn man allein versucht, eine einzige Sache, die man als richtig für sich erkannt hat, konsequent zu verfolgen, zupft man damit an so vielen anderen Fäden, daß letztlich ja doch wieder das ganze Netz mitschwingt. Ich habe z.B. das Problem, daß ich mich eigentlich gern vorrangig regional ernähren würde, daß ich aber allein mit Äpfeln echt nicht durch den Winter komme. Ich würde gern plastikfrei(er) einkaufen, aber selbst Radieschen werden mit Gummiband verkauft. Ich neige dazu, bei sowas schnell extremistisch zu werden, und ehrlich gesagt tut mir das nicht besonders gut.

In den letzten Monaten habe ich mich wieder vermehrt mit Vollwertkost beschäftigt. Wie ich weiter oben schon schrieb, kann und will ich diese nicht konsequent umsetzen. Ja, sie funktioniert, ja, sie schmeckt, und ja, ich habe das auch schon zu 100% gemacht. In meiner derzeitigen Lebenssituation würde 100% Vollwert nach Bruker für mich aber einen Verzicht auf ein paar Dinge bedeuten, die ich sehr gern esse, wie etwa aushäusige Pizza (nachdem ich endlich einen Pizzabäcker gefunden habe, der milchfreien Teig anbietet, mir Pizza ohne Käse macht und einen Steinbackofen hat), ein paar süße und deftige Knabbereien, Zucker in den Tee etc. Freilich könnte ich für diese Dinge Alternativen finden – aber das würde ich nur tun, wenn es mir mit 100% Vollwert ernst wäre. Und das ist es eben nicht.

Ich kann mich wirklich für Ernährung, Kochen und Backen begeistern, aber mir ist auch klar geworden, daß das für mich immer ein Tanz am Rande des Vulkans ist. Ich habe eine Eßstörung, die schrägerweise ziemlich in Mode ist, nämlich Orthorexie. Das bedeutet, ich möchte mich möglichst gesund ernähren. Klingt ja erstmal etwas merkwürdig: warum soll es ein Problem sein, wenn man sich gesund ernähren will? Weil es zu Schwarz-Weiß-Denken führt und man im Extremfall einen Kontrollfimmel kriegt. Das Ganze hat sich bei mir natürlich nicht im luftleeren Raum entwickelt. Wie ich schon schrieb, hängen meine Traumatisierungen auch mit Essen, Körperbild und Bewertung zusammen, und wie alle Traumainhalte hat sich auch das in meinem Denken und Leben eingenistet – und in meinem Körper.

Traumata manifestieren sich ja in verschiedener Weise auf physischer Ebene. Beispielsweise kann man abbilden, daß das Gehirn eines Menschen mit kPTBS anders „feuert“ und damit anders funktioniert als das Gehirn eines Nicht-Traumatisierten. Auch ist der Hormonstatus von Traumatisierten verändert. Insbesondere die sog. Streßhormone machen uns zu schaffen, und dabei denke ich jetzt z.B. an Cortisol. In Streßsituationen schnellt das Cortisol nach oben, was uns dazu befähigt, schnell Energie freizusetzen, um zu kämpfen oder zu flüchten. Macht in Gefahrensituationen absolut Sinn. Wenn einem das Gehirn aber vorgaukelt, daß permanent Streß besteht und der Cortisolspiegel dadurch dauerhaft hoch ist, führt das zu Problemen. Eins davon ist Übergewicht. In der Regel haben Ärzte nicht allzu viel Ahnung von den Zusammenhängen von PTBS, Streß, Cortisol und den ganzen möglichen Manifestationen wie Bluthochdruck, Übergewicht und Co. Für Schulmediziner ist ein übergewichtiger Mensch mit Bluthochdruck mit Blutdruckmitteln therapierbar. Ist er das nicht, macht er was falsch. Das heißt, eigentlich macht er eh etwas falsch, weil er nämlich übergewichtig ist. Klar.

Normalerweise glauben Ärzte mir nicht, wenn ich ihnen erzähle, was und wie viel ich esse und daß ich regelmäßig Sport mache, weil ich dabei nämlich irgendwann in den letzten zehn, zwölf Jahren mal Gewicht hätte verlieren müssen. Aber genau das passiert nicht. Umgekehrt kann ich soviel Fast Food in mich reinstopfen, wie ich will, ich nehme dabei nicht zu. Stoisch bleibt mein Körper bei seinem Gewicht. Irgendwie ist das ja auch gut, denn ein stabiles Gewicht ist immer eine gute Sache, selbst wenn es stabil hoch ist. Aber irgendwie nervt mich das auch, wenn sämtliches Optimieren nichts bringt (hallo Orthorexie, schön, daß Du mal wieder reinguckst).

Mir sind die Zusammenhänge zwischen PTBS, Streß, Gewicht und Orthorexie bewußt und ich kann damit alles in allem ganz gut umgehen. Die meisten anderen Menschen (auch die in weißen Kitteln) haben davon keine Ahnung. Was sie sehr wohl haben, sind allerhand Vorurteile und Ratschläge: nicht soviel essen. „Besser“ essen. Weniger naschen. Keine Softdrinks. Sport machen. Gähn. Als hätten wir Dicken davon nicht auch schon mal gehört, so am Rande. Als hätten wir das nicht schon alles durch.

Ich finde es durchaus schwierig, mit ernährungsbezogenen Traumata in einer Gesellschaft zu leben, in der so getan wird, als sei das eigene Körpergewicht nicht mehr als eine Entscheidung, und in der Fehl- und Mangelernährung hip und trendy sind (Stichworte Proteindiät, Süßstoffe, Convenience Food, Koffeinmißbrauch, Magenverkleinerung, Kleidergröße null). In unserer Gesellschaft werden Binsenweisheiten, die sich längst überholt und selbst als falsch entlarvt haben, dennoch weiterhin kolportiert, wie z.B. daß Fett das Problem sei (Stichwort fettfreie Kost) und daß Abnehmen funktioniert, indem der Kalorienverbrauch die Kalorienaufnahme übersteigt. Doppelgähn.

Was ich mir für mich wirklich wünsche, ist, endlich gelassener mit dem Diktat des Schlankseins umgehen zu lernen, und mich auf das zu besinnen, was mir wichtig ist: möglichst vollwertige, abwechslungsreiche Kost mit viel Vollkorn, Gemüse und Obst, in der auch für drei Würfel Zucker täglich und gelegentliche fabulöse Burger mit in Mayo ersoffenem Salat Platz ist. Nur mit Gelassenheit und radikaler Akzeptanz werde ich den Dauerstreß senken können, und Essen, das mich nicht nur am Leben hält, sondern das beim Zubereiten und Verzehren Freude bereitet, ist ein wichtiger Aspekt meiner Therapie.

Liam, 24.08.2016, 10:17 | Abgelegt unter: Fruit & Root,PTBS | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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