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Kategorie: Allgemein

¡Adiós a mis lectores benévolos!

Bin heute gefragt worden, wie mein Sommer war. Dabei sind mir zwei Sachen klar geworden: ich kann Hitze nicht mehr ausstehen und ich habe auf meinem Blog kein Wort darüber verloren, wie mein Sommer war. Oder irgendwas anderes.

Dieses Blog hier war der Versuch, mir einen neuen Raum zu erschließen, von dem ich dachte, ich wüßte schon ungefähr, wie er aussähe. Das war falsch. Der neue Raum, den ich in mir selbst und in meinem Leben entdeckt habe, ist viel größer, bunter und interessanter als ich je zu hoffen gewagt hätte.

Mir ist klar geworden, was mir hier sehr gefehlt hat: freier Flow und Offenheit beim Schreiben. Beides mochte sich aber nicht einstellen, weil ich mit meinem alten Blog und mit dem, was mit ihm verknüpft war, innerlich nicht fertig war. Ich war zutiefst verletzt von der Reaktion von „Freundinnen“ auf mein Coming Out und von der ausgebliebenen Reaktion darauf, als ich dieses Blog von heute auf morgen einfach schloß (danke, Mo, daß Du als Einziger nachgefragt hast, das hat mir wirklich viel bedeutet).

Inzwischen ist mir klar geworden, daß das die Dinge lediglich geklärt hat. Ich bin absolut frei in mein neues Leben reingetanzt und brauchte auch erstmal Zeit, mich darin umzuschauen und einzurichten. In genau dieser Zeit hat mich dieses Blog hier begleitet. Nur hat sich eben gezeigt, daß ich nicht hier bleiben kann, weil ich innerlich längst weitergegangen bin und sehr nach freiem Schreiben hungere.

Deshalb möchte ich mich bei meinen Lesern für’s Reingucken bedanken. Schade, daß ich so wenig von Euch gehört habe – das wäre spannend gewesen. Macht’s gut.

¡Gracias por me leer y adiós!

Liam, 12.09.2016, 23:53 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

¿Cómo aprender un idioma?

Nein, keine Sorge, ich bin noch nicht soweit, ganze Artikel auf Spanisch zu schreiben 😉 Heute will ich nur mal festhalten, wie es mit dem Lernen bei mir gerade so klappt.

Am 31.7., also vor einem Monat, habe ich begonnen, Spanisch zu lernen. Meine Voraussetzungen sind Folgende:

  • Deutsch ist meine Muttersprache
  • Englisch spreche ich fließend (C2)
  • Französisch geht so leidlich (A2)
  • ich habe das Latinum (damals noch das „Große Latinum“)
  • ich habe das Graecum
  • reingeschnuppert habe ich außerdem noch in Hebräisch, Italienisch und Irisch-Gälisch (nicht mal A1)

Latein, Englisch und Französisch habe ich an der Schule gelernt, Altgriechisch an der Uni (wobei der Unterricht da echt nicht hilfreich war…letzten Endes habe ich mein Graecum dank eines Fernkurses geschafft, für den ich ungefähr 8 Monate und ca. 8-10 Stunden täglich gebüffelt habe). Für Hebräisch hatte ich einen ähnlichen Fernkurs, aber da ich mein Hebraicum nicht notwendigerweise für mein Studium brauchte, habe ich das nicht vertieft. Italienisch habe ich mir ganz klassisch mittels Büchern und CDs angeguckt und für Irisch-Gälisch gab es damals (Ende der 90er) eigentlich nur ein Lehrbuch, das lustigerweise von einem meiner Profs verfaßt worden war.

Spanisch lerne ich nun mit Babbel. Das Programm war mir im Netz schon öfter untergekommen und ich hatte da mal für Schwedisch reingeguckt, es aber nie vertieft, weil…naja, wofür brauche ich Schwedisch? Babbel war mir also nicht unbekannt und als der Gedanke aufkam, es wäre vielleicht nicht blöd, wenn ich ein paar Sprachgrundlagen hätte, wenn ich im kommenden Jahr die iberische Halbinsel unsicher mache, kam mir das Online-Programm eben auch direkt wieder in den Sinn. Ich war allerdings skeptisch. Ich benutze nicht mal facebook, und dann online eine Sprache lernen? 🙂

Das Konzept von Babbel gefällt mir ganz gut. Es verknüpft Hören und Lesen mit Schreiben und – wenn man ein Mikrophon für seinen Rechner besitzt – Sprechen. Täglich kann man eine Herausforderung meistern, in der Vokabelwissen abgefragt wird. Vokabeln werden auch so immer wieder wiederholt und dann, je nachdem ob man sie konnte oder nicht, nochmal schnell oder mit größerem zeitlichen Abstand wiederholt. Abgesehen von den eigentlichen Sprachlektionen gibt es Grammatiklektionen und Lerneinheiten über Land und Leute. Außerdem gibt es ein Forum, in dem man um Rat bitten kann (netterweise bietet man dafür seine Hilfe in einer anderen Sprache an).

Sämtliche Vokabeln und Grammatikregeln sowie einige Phrasen schreibe ich mir in ein Vokabelheft – ganz klassisch. Ich habe schon zu meiner Schulzeit nicht so gern mit Karteikarten gelernt, weil ich fand, daß die soviel Platz wegnehmen und auch schnell mal verloren gehen. Außerdem geht das echt ins Geld, wenn man entsprechend viel lernt. Um mir Vokabeln einzuprägen, die nicht Teil des Programms sind, die mir aber wichtig erscheinen, benutze ich Post It Haftnotizen. Die klebe ich mir dann auf die entsprechenden Dinge oder an an Orte, die ich mehrmals täglich besuche. Dabei prägt sich eine Menge ein.

Ansonsten finde ich es hilfreich, mich möglichst viel und möglichst oft mit Spanisch zu umgeben. Ich schaue YouTube-Videos auf Spanisch (nur zu Themen, die mich interessieren, denn das erhöht die Aufmerksamkeit, wenn man nur einen Bruchteil der Sprache versteht) und höre entsprechende Musik. Ich rede viel Spanisch, ob nun jemand dabei ist oder nicht. Da ich niemanden kenne, der Spanisch spricht, kann ich mich sowieso nicht wirklich in Konversation üben, aber durch das laute Aussprechen bekommt man ein Ohr für den Klang der Sprache und bestimmte Phrasen festigen sich – man kann Gelerntes so viel automatischer abrufen. Grundsätzlich würde ich mir auch einen Konversationspartner suchen, aber mei, die PTBS halt.

Derzeit mache ich neben der täglichen Vokabelwiederholung noch immer ein bis drei Lektionen bei Babbel. Wenn ich mehr mache, habe ich das Gefühl, es sitzt nicht so gut, wie es könnte. Ich möchte ja nicht schnell durch den Kurs rauschen, sondern am Ende gut Spanisch sprechen und verstehen. Für die Online-Lektionen brauche ich täglich etwa ein bis anderthalb Stunden, eben weil ich immer mitschreibe. Darüber hinaus übe ich Spanisch, wann immer es geht: unter der Dusche, wenn ich im Alltag Dinge benenne, als ständiges Geplapper im Kopf, wenn ich mich bedanke oder Zahlwörter brauche etc.

Was mir ein wenig fehlt, sind mehr Erklärungen zur Grammatik und zu einzelnen Formulierungen und Worten. Ich denke, da merke ich einfach, daß ich viele alte Sprachen gelernt habe, wo sowas essentiell dazugehört. Ich merke auch, daß die Dinge nicht mehr ganz so leicht in meinen Kopf reingehen, wie sie das in meiner Schul- und Unizeit getan haben bzw. vor PTBS. Andererseits habe ich jetzt überhaupt mal wieder Kapazitäten für sowas frei.

Ich bin mir sicher, daß ich nicht mit soviel Eifer bei der Sache wäre, wenn ich kein Ziel hätte. Ich glaube, daran sind auch Hebräisch und Italienisch gescheitert. Diesmal weiß ich ja, daß ich ganz sicher im kommenden Jahr nach Spanien reisen und die Sprache benutzen werde, die ich gerade lerne. Das ist eine große Motivation, und genau die brauche ich auch.

In diesem einen Monat habe ich das Level A1 erreicht. Bei Babbel kann man sich nach Abschluß jedes Kurses eine Art Zertifikat ausdrucken. Das brauche ich zwar für nix, aber es ist natürlich ein nettes Goodie 🙂 Ich selbst möchte mich, sobald ich das Level A2 erreicht habe (das sind vier weitere Kurse) auch mit etwas belohnen – womit weiß ich noch nicht, aber es sollte mit Spanisch verbunden sein.

[Übrigens ist das hier kein Werbepost und ich kriege auch nix dafür, daß ich gerade sehr begeistert bin von Babbel]

Liam, 30.08.2016, 21:04 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Zwischen den Jahren

Immer noch zwischen den Jahren, irgendwie, obwohl ein Teil des Alltags schon wieder da ist. Auto in der Werkstatt, Kind hat noch Ferien, ich hatte auch schon wieder den ersten Arzttermin. Überhaupt ist diese Woche voll. Zu voll. Ich würde gern noch an diesem Ort zwischen den Jahren bleiben, wenn der Feiertagsstreß bereits abgefallen ist, aber alles noch verlangsamt passiert. Das ist die Zeit, die für mich die Jahresend-/Jahresanfangstage ausmacht.

Mir scheint, die meisten Dinge sind gerade noch im Nebel verborgen. Rauhnachtsenergie. Eigentlich wollte ich diesmal die Rauhnächte ganz bewußt erleben, aber es kam anders. Hatte mal wieder ein leidiges Schlafproblem und verbrachte viele Tage übermüdet und voller schrecklicher Bilder im Kopf. Trotzdem scheint es, hat sich etwas Grundlegendes geändert: ich kann endlich akzeptieren, daß ein Symptom meiner kPTBS nunmal Schlafstörungen sind. Es macht keinen Sinn, krampfhaft zu versuchen, einen „normalen“ Schlafrhythmus oder eine „normale“ Schlafmenge etablieren zu wollen. Das erzeugt nur Druck. Es klappt am besten, wenn ich keine Erwartungen erfüllen muß – auch nicht meine eigenen. Seit ich meinen Schlafbereich umgestaltet habe, fühle ich mich dort wohler. Geborgener. [Was für ein merkwürdiges Wort…kommt mir vor, als hätte ich es gerade in einem Antiquitätenladen gefunden]. Andere mit dem Schlaf verknüpfte Probleme lassen sich nicht so leicht lösen. Liegen triggert. Dann geht der Blutdruck hoch. Das macht Alpträume. Dadurch fürchte ich den Schlaf noch mehr. Ein Teufelskreis. Aber ich arbeite daran.

Im Augenblick habe ich mir, glaube ich, ein paar Dinge zuviel aufgebürdet. Ich habe mich für eine Aquarell-Challenge angemeldet, bei der man jeden Tag im Januar ein Bild malt (Zeitlimit: 30 Minuten). Ich habe mir mehrere wirklich interessante, hilfreiche Bücher aus der Bibliothek geholt, die ich gern lesen würde. Außerdem ist am 1. Januar das Life Book 2016 gestartet, und weil gestern schon die zweite Woche eingeläutet wurde, habe ich da gerade ein paar Projekte in der Schleife. Einerseits ist es gut, wenn ich mich beschäftige, andererseits neige ich leider dazu, mich gleich zu überfrachten und dann frustriert einfach gar nichts zu schaffen. Naja, auch daran arbeite ich.

Pläne für das neue Jahr habe ich eigentlich keine. Gute Vorsätze schon gleich gar nicht. Ich möchte einfach weiter an mir arbeiten und ein paar gute Gewohnheiten wie regelmäßigen Sport beibehalten.

Liam, 05.01.2016, 11:57 | Abgelegt unter: Allgemein,PTBS | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Wimmelbildspiele

Das letzte Mal so richtig am Computer gespielt habe ich Anfang der 90er an meinem Amiga 500. Meine Lieblingsspiele waren übrigens The Great Giana Sisters, Boulder Dash und Mike The Magic Dragon 🙂 Seither habe ich nur vor vielleicht drei Jahren mal versucht, Botanicula zu spielen, kam aber an einer Stelle nicht weiter und verlor dann die Lust. Es schien mir bisher immer verschwendete Zeit, am Computer (oder Handy) zu spielen, denn ich dachte, das würde mir nur künstliche Probleme aufbürden, die ich dann auch noch zu lösen hätte. Und dann bekam ich einen Gutschein für Apps. Ich lud mir einen Teaser für ein Wimmelbildspiel herunter („Black Water“) und war ziemlich schnell ziemlich angefixt 🙂

Vor ein paar Jahren in der Ergotherapie gab es eine Computersimulation, bei der man eine Szene genau beobachten mußte, weil im Anschluß an die 20-sekündige Sequenz Fragen zum Dargestellten gestellt wurden. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich an die Aufgabe gewöhnt hatte und mich nicht mehr jedesmal im Anschluß fühlte, als sei mein Gehirn gerade getoastet worden. Ungefähr denselben Effekt haben nun Wimmelbildspiele auf mich. Ich merke, daß meine Toleranzschwelle höher liegt als damals in der Ergotherapie, aber dennoch fordern diese Spiele mich auf eine Weise heraus, die kein anderer Reiz, den ich bisher entdeckt hätte, es tut. Diese Herausforderung gefällt mir gerade wirklich gut, weil ich spüre, daß dadurch noch mal mehr in Bewegung kommt (darüber schrieb ich zuletzt hier).

Bislang habe ich die folgenden Spiele gespielt:

  • Black Water (Teaser). Damit fing alles an 🙂 Eine Stadt wird von einem krakigen Monster verwüstet und nun sind zwei Wissenschaftler verschwunden, die man suchen soll. Das Spiel möchte ich gern noch einmal komplett spielen.
  • Shadow Shelter: man soll eine Familie/ein Haus von Dämonen befreien und muß dazu in der leicht maroden Umgebung Aufgaben erfüllen, Wimmelbildszenen lösen und Gegenstände miteinander kombinieren. Das Spiel hat mir sowohl von der Graphik als auch von der Handlung her sehr gut gefallen. 5 von 5 Sternen.
  • Otherworld: Frühling der Schatten. Der Schatten hat ein kleines Mädchen in seine Gewalt gebracht, dessen Eltern er zuvor ermordet hat. Nun soll man das Mädchen retten und den Schatten bannen. Auch hier war die Graphik wieder sehr schön. Die Aufgaben waren komplexer als in Shadow Shelter, doch ohne die Hilfe hätte ich es nicht geschafft, weil mir vernünftige Erklärungen fehlten. Ich nehme an, das liegt auch daran, daß solche Spiele für mich noch ziemliches Neuland waren, inzwischen würde es vielleicht besser gehen. 4 von 5 Sternen.
  • Cursed Fates (Der kopflose Reiter): im Grunde spielt man sich durch die Story von Sleepy Hollow. Außergewöhnlich schöne Graphik, komplexe Wimmelbildszenen, ein bißchen gruselig und atmosphärisch sehr dicht. 5 von 5 Sternen.
  • Der Exorzist. Dieses Spiel habe ich als Teil eines Pakets erworben. Man ist als Exorzist unterwegs und wird von einem Hexenmeister bedroht, den es zu finden und unschädlichen zu machen gilt. Die Wimmelbildszenen fand ich schon sehr schwer, aber die Graphik und die Synchronisation haben mich gestört (ein Sprecher für alle Rollen…). 3 von 5 Sternen.

Derzeit spiele ich Der Exorzist 2.

 

Liam, 12.12.2015, 13:32 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Dieses Wochenende ist der Sommer wieder ausgebrochen: 20°C bei Sonnenschein. Sogar die Wildkräuter treiben gerade nochmal aus 🙂

[Gemacht] Samstag waren mein Mann und ich am Kloster Maulbronn. Diesmal sind wir den Weg durch die Weinberge/über den Klosterberg gegangen und haben dabei photographiert bzw. gemalt und viel geredet. Auf dem Rückweg haben wir was gegessen. Daheim habe ich den Grünkohl geerntet, gewaschen, kleingeschnitten und portionsweise eingefroren und mich dann erstmal lang gemacht. Abends haben wir gekocht, mit dem Sohn Mathe geübt und später einen Film geguckt. Sonntag sind wir nach dem Frühstück an die Alb gefahren und dort spaziert. Ich konnte dort ein bißchen malen, mein Mann photographieren. Abends habe ich posh gekocht und nachher werden wir wir noch ein bißchen DVD gucken.

[Crafts’n’Arts] Ich hatte Gelegenheit, richtig viel zu malen. Wenn ich einmal dransitze, vergesse ich alles um mich herum ♥

[Gesportelt] Leider nicht. Ich bin immer noch erkältet und mache brav meine Pause. Fällt mir aber sehr schwer.

[Gehört] Die drei Fragezeichen. Nick Cave & The Bad Seeds. Mariee Sioux.

[Gelesen] Immer noch die Ur-Medizin vom Storl. Komme da nicht recht vom Fleck.

[Gesehen] Hand Of God, ein paar Folgen. Genau wie Bosch gefällt mir diese amazon-Produktion ausgesprochen gut, obendrein mag ich Ron Perlman sehr.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und Cola.

[Gegessen] Abgesehen von den Wochenplansachen: Einen Fischburger mit Pommes. Ofenfrische Brötchen mit Mozzarella und Tomaten. Ganz viele Hustenbonbons.

[Gedacht] Wie wenig hilfreich ich irgendwelche Dogmen beim Malen finde. Es gibt Technik und es gibt Dogmen…

[Gekauft] Nur den Wochenendeinkauf.

[Spirituelles] Überraschend viel. Ich habe eine schamanische Reise gemacht, konnte eine Bindung vertiefen und werde jetzt auch mal wieder meinen Altar neu eindecken.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich habe einen Termin, der hoffentlich unproblematisch über die Bühne geht. Ansonsten freue ich mich auf die Therapiestunde und auf viel Gelegenheit zum Malen.

Liam, 08.11.2015, 18:16 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

LWSZ, die letzten Tage

Die letzten Tage der Challenge habe ich hier bisher nicht betrachtet, weil mich gegen Ende des Monats ein bißchen die Motivation verlassen hat – weil ich gemerkt habe, daß ich offenbar schon eine ganze Menge „richtig“ (=funktionierend) mache. Ich möchte aber dennoch auch die letzten Tage kurz betrachten und ein Fazit abgeben.

Tag 23 – es ging darum, im Haus verlorenes Geld zu finden (z.B. in Jackentaschen oder in Form von vergessenen Gutscheinen). Ich habe solches Geld nicht. Geld ist nichts, mit dem ich nachlässig umgehe und es dadurch vergesse oder verlege oder sonstwas.

Tag 24 – die Herausforderung bestand darin, kostenlose Dinge zu bekommen. Ich denke, auch darin bin ich schon ziemlich gut: ich forage viel, nutze meine lokalen Bibliotheken und freie Bildungsangebote im Internet, besuche Bücherschränke. Diesmal habe ich außerdem noch einen Gutschein genutzt, den ich von Amazon für Apps bekommen hatte. Ich habe mir ein Handyspiel der drei Fragezeichen ausgesucht, mit dem ich seither schon eine Menge Spaß hatte 🙂

Tag 25 – an diesem Tag hatte Ruth die Idee für uns, daß wir Sachen, die wir selbst nicht haben, gegen Sachen, die wir haben, eintauschen können. Tauschen ist toll ♥ Ich habe schon oft getauscht, vor allem Selbstgemachtes gegen Selbstgemachtes. Im Oktober hat sich das allerdings nicht angeboten.

Tag 26 – einen kostenlosen Abend mit dem Partner zu verbringen, war Ruths Vorschlag, um kein Geld auszugeben. Ihre Ideen dazu haben mir wirklich gut gefallen und vieles davon machen mein Mann und ich regelmäßig (Heimkino, spazieren/Phototour, gemeinsam kochen, kostenlose Konzerte besuchen). Da wir beide total vergrippt waren und sind, haben wir auf die einfachste Variante zurückgegriffen, den Kinoabend daheim mit Popcorn aus dem Vorrat.

Tag 27 – einen kostenlosen Tag mit der Familie verbringen. Ich glaube, auch das machen wir regelmäßig. Daß wir Geld dafür ausgeben, miteinander Zeit zu verbringen, ist eher die Ausnahme. Unsere Highlights sind dabei Spaziergänge in der Natur mit Photoapparat und/oder Skizzenbuch und/oder Foraging, Gartenarbeit/Hüttenbauen, Bibliotheksbesuche, an den Fluß fahren/Schiffe gucken, Naturbasteleien und gemeinsam backen.

Tag 28 – Reflexion. Wie ich oben schon andeutete, ist mir im Rahmen der Challenge vor allem aufgefallen, zu wie vielen Gelegenheiten wir bereits kein (oder wenig) Geld ausgeben. Ich glaube, der größte Faktor, für den ich Geld auszugeben bereit bin, ist wohl Nahrung.

Tag 29 – ein Budget aufstellen. Was soll ich sagen? Auch das praktizieren wir seit Jahren für so ziemlich alle regelmäßig anfallenden Sachen. Manche Sachen werden bei uns jedoch nicht budgetiert wie z.B. Nahrungsmittel, weil wir – Haushaltsbuch sei Dank – über Jahre festgestellt haben, daß sich unsere Ausgaben in dem Bereich eigentlich immer im selben Rahmen bewegen und wir glücklich damit sind, wie unsere Ernährung ausschaut.

Tag 30 – einen Finanzplan für die Zukunft machen. Ohne ins Detail zu gehen: auch den haben wir schon.

Tag 31 – am letzten Tag der Challenge hatte Ruth eine Liste für uns, was wir nun tun und was wir lieber lassen sollten. Im Grunde geht es darum, das, was wir während des LWSZ-Monats gelernt haben, umzusetzen. Wie ich schon schrieb, hatte ich das Gefühl, daß wir viele Ideen bereits umsetzen, und ich denke, das werden wir auch so beibehalten.

Mein Fazit: der LWSZ-Monat hat mir durchaus Spaß gemacht, hatte aber für mich nicht so wirklich neue Ideen in petto. Mir ist bewußt geworden, daß wir an vielen Stellen bereits sparsamer sind als das offenbar viele andere sind, und das macht mir ein gutes Gefühl. Ich habe allerdings auch gemerkt, daß ich vor allem mit mir persönlich manchmal unnötig knauserig und hart bin – ich nehme an, das hängt auch mit der kPTBS zusammen. Da möchte ich in Zukunft öfter mal ein wenig großzügiger sein.

Liam, 08.11.2015, 12:52 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tage 20-22

An Tag 20 sollten wir uns mit einem Spa Tag daheim „belohnen“. Offenbar habe ich da etwas falsch verstanden, denn an Tag 19 ging es erstmal nur darum, Kosmetik/Wellnessprodukte für diesen Tag herzustellen. Aber wie auch immer, ich habe nichts in der Hinsicht gemacht.

Am 21. Tag hat Ruth uns dazu aufgeordert, zu resümieren, wie wir die drei Wochen fanden und wie es mit der Challenge für uns  läuft. Ehrlich? Ich glaube, ich habe ein paar Dinge nicht gekauft, die ich gekauft hätte, habe aber unterm Strich mehr oder weniger normal eingekauft und gelebt. Wie ich schon des öfteren schrieb, habe ich nach wie vor frische Lebensmittel, Klopapier und temporäre Angebote gekauft. Dann mußte unser Auto in die Werkstatt und zum TÜV – auch daran gibt es für mich nichts zu diskutieren. Hin und wieder habe ich Fast Food gegessen, was für mich auch ziemlich eng mit der Eßstörungsgeschichte im Zuge der PTBS zusammenhängt. Kann man solche psychisch bedingten Dinge einsparen? Ich wüßte nicht, wie. Aber bei der Challenge blieb der Aspekt körperlicher, geistiger oder seelischer Einschränkungen sowieso außen vor. Mir hat das lediglich wieder einmal verdeutlicht, daß mit PTBS eine ganze Menge von dem, was für andere normal ist, nicht funktioniert.

Am heutigen 22. Tag hatte Ruth die Idee in petto, nicht mehr Gebrauchtes zu verkaufen, sei es im Internet oder auf einem Garagenflohmarkt. Hier kann ich nun wieder richtig einsteigen, denn tatsächlich stehen seit einer Weile zwei Kisten Bücher in meinem Wohnzimmer, die ich gern verkaufen würde. Habe mir also den entsprechenden Account eingerichtet und muß sie nun nur noch listen.

Liam, 22.10.2015, 21:53 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 19

Am heutigen 19. Tag der LWSZ-Challenge versorgte Ruth uns mit der Idee, sich einen Spa-Tag daheim zu gönnen. Dafür hat sie uns einige Rezepte für selbstgemachte Wellness-Produkte wie Badezusätze oder Gesichtsmasken per Mail geschickt.

Heute ist definitiv ein Tag, an dem ich merke, daß mich die kPTBS offenbar stark von anderen unterscheidet. Spa? Wellness? Irgendwas mit meinem Körper machen müssen, das über das Normalmaß hinausgeht? No, thanks.

Vor ein paar Jahren hat mein Mann mir vorgeschwärmt, wie toll Thaimassagen seien. Ich wollte das auch mal ausprobieren und buchte eine zwanzigminütige Teilmassage. Es war die Hölle. Auf dem Bauch liegen müssen, desorientiert im Raum, dann noch berührt werden (und zwar schmerzhaft)…das muß ich nie wieder haben. Ich hätte das vorher wissen können, wenn mir damals schon klar gewesen wäre, daß meine „merkwürdigen“ Regungen eine kPTBS sind. Wußte ich aber noch nicht.

Überhaupt ist es für mich unmöglich, Körperpflege als Genuß oder als special treat wahrzunehmen. Ich mache, was ich mit meinem Körper machen muß, schaue dabei möglichst nicht in den Spiegel. Ich bezeichne das als Körpermanagement. Ich bin sauber und gepflegt. Mehr ist nicht drin.

Liam, 19.10.2015, 18:48 | Abgelegt unter: Allgemein,PTBS | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 18

Unsere heutige Aufgabe im Zuge der Challenge war es, einen neuen Zweck für ein altes Ding zu finden. Dazu hat Ruth uns wieder mit einer langen Liste fabelhafter möglicher Projekte versorgt (wobei ich gestehen muß, daß ich mich zu alt und posh für Kunst aus Klopapierrollen fühle^^). Grundsätzlich finde ich Upcycling eine gute Sache, habe aber echt Probleme mit so manchen upgecycleten Sachen, die für mich nach wie vor auf den Müll gehören. Klorollen zum Beispiel. Und ich würde mir auch in tausend Jahren keine Uhr hinhängen, die ich aus alten Plastikgabeln gebastelt habe.

Wo in meinem Leben gibt es Upcycling? Ich denke, vor allem im Bereich Handarbeiten und Nähen. Ich verwende Stoffe gern nochmal wieder bzw. mag auch Nähereien aus alten Stoffen aus Dachbodenfunden. Ich war beim Patchwork allerdings auch schon an einem Punkt, wo mein Drang, aus alten Stoffen etwas Neues zu machen, dazu geführt hat, daß mein Stoffschrank bzw. seine Fülle mich beim bloßen Anblick blockiert hat. Es wurde erst besser, als ich radikal ausgemistet habe. Patchwork an sich ist für mich eine dankbare Kunst, weil gemütlich, nützlich und ja, irgendwie schrullig. Damit kann ich etwas anfangen. Anders als mit alten Shampooflaschen. Oder Klorollen 😉

Upcycling ist für uns als Familie sicherlich auch im Garten wichtig. Wenn wir unsere Weide beschneiden, flechten wir aus ihren Ästen Zäune und Abgrenzungen. Alte Tonziegel werden zerschlagen und kommen als unterste Schicht in Pflanzkübel. Samen werden gesammelt und neu ausgebracht. Alte Pflanzgefäße dienen als Anzuchtschalen. Stöcke von den Bäumen als Stützen für junge Pflanzen.

Ansonsten – und da bin ich ganz ehrlich – muß ich Sachen nicht wieder und wieder verwenden. Das würde mir das Gefühl geben, in der Wiederholung der Wiederholung zu sitzen, was mich unangenehm berührt. Manchmal gehört altes Zeug einfach auf den Müll.

Liam, 18.10.2015, 17:04 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tage 16 und 17

An Tag 16 der Challenge hat Ruth uns dazu herausgefordert, mit Materialien, die wir bereits besitzen, kreativ zu werden. Dazu hat sie uns mit einer langen Liste von coolen DIY-Projekten versorgt, von denen ich mir einige für die Zukunft herausgepickt habe. Gestern habe ich gemalt. Ich habe beim Einkaufen ein wunderschönes Ahornblatt entdeckt, das ich skizziert und dann coloriert habe. Ausnahmsweise zeige ich davon mal ein Bild:

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Am 17. Tag von LWSZ bekamen wir die Aufforderung, etwas zu lernen, das wir bisher nicht konnten. Auch dafür hatte Ruth eine lange Liste in petto, voll mit Everyday-Life-Skills, künstlerischen Projekten etc. Ich habe mich jedoch für eine Lektion zum Thema Naturtagebuch von John Muir Laws entschieden, die es bei YouTube kostenlos zum Anschauen gibt. Überhaupt ist YouTube meine wichtigste Ressource für kostenlose Lektionen in lauter Gebieten, die mich interessieren, eben u.a. Skizzieren, Aquarellieren, Kochen etc.

Liam, 18.10.2015, 10:45 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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