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31 Days LWSZ, Tag 15

Ruths heutige Challenge: Kleidung wiederaufbereiten (refashioning). Die Idee dahinter gefällt mir sehr. Mit rudimentären Näh-Fähigkeiten, einer Nähmaschine und jeder Menge Kreativität kann man aus aussortierter Kleidung etwas Neues machen, das man anziehen oder – in Form von Accessoires oder Taschen – auf andere Weise tragen kann.

Ich habe mir dafür ein Langarmshirt genommen, dessen Farbe mir schon lange nicht mehr gefiel. Da das Shirt aber ansonsten noch gut in Schuß war, bot es sich an, damit zu arbeiten. Ich nähe ja schon seit über sieben Jahre Patchwork und Quilts, bin aber nie mit dem Schneidern von Kleidung warm geworden, also mußte mein Shirt-Projekt schön einfach sein.

Ich bin dem Shirt zunächst mit meinem Rollschneider zu Leibe gerückt. Da es aus Baumwolljersey gefertigt ist, konnte ich einfach daran herumschnippeln, ohne befürchten zu müssen, daß es ausfransen könnte. Ich habe einfach die Bündchen am Hals und an den Handgelenken entfernt, damit das alles etwas luftiger wird. Dann habe ich mir einen Textilstift genommen und im Bereich zwischen Brust und Bauch Zeichen aufgemalt, die mir gefielen, und das Ganze mit ein paar Worten ergänzt. Kein Meisterwerk, aber es erfüllt seinen Zweck 🙂

Ob ich das Shirt nun nochmal für gut anziehen würde? Hm, das halte ich für fraglich. Vielleicht mit einem Hemd drüber, ansonsten aber sicherlich im Haus, kombiniert mit den dazu passenden Sachen. Aber selbst wenn aus dem Shirt jetzt kein Trendteil geworden ist, hat es einfach Spaß gemacht, ein bißchen herumzuspielen.

Liam, 15.10.2015, 12:48 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tage 13 und 14

Gestern war unsere Aufgabe, das Badezimmer gründlich aufzuräumen. Dazu gehörte, alles rauszuwerfen, das alt, nicht mehr funktional oder abgelaufen ist. Mir ist bereits beim Durchlesen der Arbeitsanweisung aufgefallen, daß mein Bad offenbar nicht ganz dem Standard us-amerikanischer Badezimmer entspricht, denn es ist klein (unter 5 qm) und ich habe auch keine Schubladen 🙂 Ich habe einen Spiegelschrank und drei andere Hängeschränke und alles ist ziemlich auf dem neusten Stand. Auszumisten gab es also nichts, also habe ich nur das Bad geputzt und war damit dann schon durch.

Für den Tag heute hat Ruth uns die Aufgabe gegeben, die ersten zwei Wochen von LWSZ zu resümieren. Insgesamt macht mir die Challenge immer noch Spaß, ich merke allerdings sehr oft, daß ich nur wenig auszumisten habe, weil ich scheinbar mein Haus ohnehin auf einem recht aktuellen Stand halte. Ich denke, durch die kPTBS bin ich so ordnungsliebend, daß ich gar nicht erst auf die Idee komme, nutzloses Zeug zu horten.

Habe ich weniger Geld ausgegeben als in anderen Monaten? Vielleicht ein wenig, weil ich wirklich versucht habe, vieles mit den bereits vorhandenen Vorräten zu kochen. Wie ich aber schon schrieb, fallen bei uns per se viele der Kosten, die für andere ganz normal zu sein scheinen, gar nicht erst an (Coffeeshop, Fitness-Studio, Restaurantbesuch etc.).

Alles in allem stimmt mich das sehr positiv, denn offenbar mache ich grundsätzlich etwas richtig.

Liam, 14.10.2015, 18:36 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 12

Unsere Aufgabe bestand heute darin, unseren Kleiderschrank zu entrümpeln. Ruth hat als Vorbild ihren eigenen Kleiderschrank genannt, den sie vor einigen Jahren so stark ausgemistet hat, daß nur noch 40 Bügel darin hängen  (plus zusammengelegte Wäsche, Schuhe, Accessoires). Sie schreibt, daß sie, da sie nur Lieblingsteile behalten hat, jetzt im Grunde mehr zum Anziehen habe, und daß nun alles so schön übersichtlich sei.

Ich habe also meine Bügel gezählt. Ich habe 18. Heißt das jetzt, ich muß noch Klamotten shoppen gehen, um auf 40 Teile zu kommen? *hrhrhr* Ich besitze nicht viel Kleidung. Das, wovon ich am meisten besitze, sind sicherlich Unterziehshirts und Langarmshirts, denn die schwitze ich auch beim Sport schnell durch. Ansonsten bin ich recht genügsam, außerdem mag ich am liebsten zeitlose Sachen wie Blue Jeans, schwarz-weiß-gestreifte Hemden, schwarze oder graue Pullunder/Pullover und schlichte Krawatten.

Anfang letzter Woche habe ich ein paar alte Sachen zum Container gebracht und denke, mein Kleiderschrank ist damit auf einem guten, aktuellen Stand. Für den Winter werde ich mir nichts Neues kaufen müssen.

Liam, 12.10.2015, 18:29 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 11

Die heute Herausforderung: den Papierkram erledigen und das Büro/den Arbeitsplatz aufräumen. Dazu muß ich sagen, daß wir alle einen eigenen Arbeits-/Büroplatz haben und daß ich nur für meinen eigenen verantwortlich bin. Und den hatte ich gerade letzte Woche, nachdem ich mir aus England einiges an Aquarellpapier, Farben, Grußkarten und dergleichen mitgebracht hatte, gründlich sortiert und aufgeräumt. Phew 😉

Stattdessen habe ich mir heute den „Krutschelkorb“ in der Küche vorgenommen. Das ist der zentrale Ablageort für alles, was an Papierkram mit der Post kommt. Außerdem für Kugelschreiber, Gummibänder, das Haushaltsbuch, eine Schachtel Datteln (wieso auch immer…), Marzipan (dito…) und kostenlose Zeitschriften. Zum Glück lasse ich den Stapel nie allzu hoch werden, und so war der Kram schnell durchsortiert: ein Packen für das Altpapier, ein Packen für mich, ein Packen für meinen Mann, Nahrungsmittel in den Schrank.

Ich würde sagen, die heutige Challenge habe ich gut gemeistert 🙂

Liam, 11.10.2015, 21:10 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 10

Heute sollte es dem Kinderzimmer an den Kragen gehen. Dazu muß ich sagen, daß ich mir etwa alle drei Monate das Kinderzimmer gründlichst zur Brust nehme und dann auch rigoros aussortiere. Alles, was kaputt ist, sämtlicher Schnipselkram, inkomplettes Spielzeug etc. wird aussortiert, der Rest wird in die entsprechenden Kisten und Körbe einsortiert. Kleidung schaue ich zu Beginn jeder Saison durch und gebe dann direkt weg, was zu klein geworden oder so defekt ist, daß es nicht einmal mehr für den Garten taugt. Dann wird das Zimmer auch einem Großputz unterzogen.

Den Rest der Zeit über ist mein Sohn für sein Zimmer selbst verantwortlich. Sonntags ist bei uns Aufräumtag für das Kinderzimmer und er darf selbst entscheiden, wieviel Chaos er während der Woche in seinem Zimmer ausbreitet, denn er muß es ja auch wieder aufräumen. Teil dieses Deals ist, daß ich mich unter der Woche aus seinem Kram heraushalte – es sei denn, der Schreibtisch, den er für die Hausaufgaben braucht, ist zu messy, dann muß er ran. Bei manchen Sachen helfen wir Großen per se, z.B. beim Beziehen des Betts oder beim Abstauben der Regale obendrauf. Gesaugt wird ebenfalls sonntags.

Für uns funktioniert diese Einteilung von allen, die wir ausprobiert haben, am besten. Als wir es damit versucht haben, daß er jeden Abend aufräumt, hat uns Große das zu stark belastet, denn es war echt ein Kampf, das jeden Tag vehement einzufordern, und ehrlich gesagt hat keiner von uns Lust und Energie, jeden Tag selbst das Kinderzimmer aufzuräumen. Das sehe ich auch gar nicht ein. Er soll ja lernen, Verantwortung für seine Sachen zu übernehmen.

Kurz und gut, ich sah jetzt keine Veranlassung dazu, das Zimmer meines Sohns auszumisten (das ist gerade erst geschehen) oder gar aufzuräumen. Das kann er morgen selbst machen.

Liam, 10.10.2015, 21:48 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 9

Heute also war der große Hausputz-Tag im Zuge der Challenge. Und ich habe nichts gemacht *lol* Wie ich gestern schon schrieb, habe ich meine große Runde gerade erst hinter mir, außerdem glaube ich, daß das Pensum, das Ruth vorgegeben hat, für mich an einem einzigen Tag nicht zu bewältigen gewesen wäre. Das ist halt das große Manko dieser Challenge: sie richtet sich im Grunde an körperlich und psychisch gesunde Menschen, die den ganzen Tag daheim sind und tatsächlich die Zeit haben, all die Dinge zu machen, die Ruth sich überlegt hat.

Liam, 09.10.2015, 18:34 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 8

Ruths heutige Aufgabe für die Challenge-Teilnehmer bestand darin, sich darauf vorzubereiten, morgen einen Hausputz durchzuführen.

Oh, der Hausputz… Das ist eins meiner ewigen und stark mit der kPTBS und körperlichen Einschränkungen verknüpften Themen. Ich bin ein Mensch, der Ordnung und Sauberkeit braucht wie die Luft zum Atmen. Dinge zu sortieren (auch auszusortieren), zu ordnen und meinen Haushalt in Schuß zu halten, gibt mir das Gefühl, Kontrolle über mein Leben zu haben. Es schenkt mir einen kontrollierten, sicheren Lebensbereich in dem Chaos, das die Traumatisierungen verursacht haben.

Leider braucht meine Familie nicht halb so viel Ordnung wie ich. Darüber gab und gibt es immer wieder Diskussionen. Wir haben auch schon eine ganze Menge von Ordnungs- und Organisationssystemen versucht. Es hat sich gezeigt, daß es meiner Familie hilft, eine wöchentliche Liste mit anstehenden Aufgaben zu verschriftlichen, so daß man die Aufgaben nicht aus dem Blick verliert. Ich selbst braucht so etwas nicht, mache aber mit, weil es das Klima innerhalb der Familie verbessert.

Da meine Kraft definitiv nicht dafür reicht, ständig irgendwelche Haushaltsmarathons zu machen, schaue ich, daß ich stets ein gutes Level von Ordnung halte. Put things away, not down (leg Sachen weg, nicht ab). Das beinhaltet auch, daß ich versuche, immer etwas mitzunehmen, wenn ich einen Raum verlasse und einen anderen betrete. Wenn ich mir z.B. ein Glas Wasser aus der Küche holen will, nehme ich eine leere Klopapierrolle aus dem Bad mit, wenn ich gerade da bin. Ist jetzt sicher keine neue Technik, funktioniert aber.

Für mein Zimmer und mein Bad habe ich eine gute Putzroutine etabliert, die für mich funktioniert. Wäsche mache ich immer dann, wenn sie anfällt, teile mir aber größere Mengen Bügelwäsche in mehrere Packen. Die gemeinsamen Bereiche versorgen wir zusammen. Auch unser Sohn hat schon bestimmte Aufgaben, um die er sich regelmäßig kümmern muß.

Was mir beim Ordnunghalten hilft, ist, daß mein Haushalt per se nicht mehr über viel „Zeug“ verfügt und daß ich regelmäßig ausmiste. Ich mache das nicht unbedingt nach dem „kauf ein Teil und wirf dafür ein Teil weg“-Prinzip, aber ich bin beim Durchgucken und Aussortieren schon sehr penibel.

Was mich jedenfalls gefreut hat, war, daß dieses große Clean Up im Zuge der LWSZ-Challenge gerade zur rechten Zeit kommt, denn ich bin mitten in meinem Herbstgroßreinemachen und habe in den letzten zwei Wochen schon jede Menge ausgemistet, sortiert und geputzt, so daß morgen gar nicht viel zu tun ist.

Und sonst so? Ich habe heute ein paar Dinge eingekauft, weil sich die Gelegenheit dazu geboten hat. Beispielsweise Herbstschuhe für den Sohn, eine neue Futterglocke für die Vögel im Garten (die Alte ging leider kaputt), ein paar Backzutaten und Halloween-Süßigkeiten für die Kinder, die bei uns klingeln werden. Überlebenswichtig war davon nichts, aber ich hätte mich geärgert, wenn ich vegane Walnußfüllung für Stuten stehen gelassen hätte…

Liam, 08.10.2015, 21:58 | Abgelegt unter: Allgemein,PTBS | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 7

Heute hat Ruth uns dazu aufgefordert, die erste Woche der Challenge zu resümieren. Was war gut, was nicht so sehr? Wo gab es eine echte Herausforderung, eine Verlockung vielleicht? Bin ich schwach geworden und habe Geld für „Wants“ und nicht für „Needs“ ausgegeben?

Ich finde, daß das Konzept von LWSZ ziemlich gut mit meiner Art, einen Haushalt zu führen, übereinstimmt. Wie ich im Vorfeld schon schrieb, sparen wir uns allgemein viele Ausgaben, die scheinbar für andere Familien normal sind, wie etwa den Besuch im Coffeeshop, regelmäßige Restaurantbesuche, Ausgaben für Zigaretten oder Alkohol und einiges mehr. Da wir dieses Geld per se nicht ausgeben, gab es da keine Einsparungen und auch keinen Aha-Effekt.

Da ich festgelegt hatte, daß wir weiterhin Geld für Frischzeug, Medikamente und Benzin ausgeben werden und ich obendrein nicht bereit bin, auf mein auswärtiges Essen nach der Therapie zu verzichten, haben wir insgesamt eine sehr gute Woche im Sinne der Challenge gehabt. Abgesehen von den Dingen, für die ich eine Ausnahme machen wollte, haben wir nur noch eine Flasche Gesichtsreiniger gekauft.

Mir ist allerdings auch aufgefallen, daß ich einen Aspekt vergessen hatte, nämlich unsere Katzen. Zwar kaufen wir Streu und Futter immer auf Vorrat, aber ohne diese Sachen geht es natürlich auch nicht. Und da der letzte Beutel Streu gerade leer geworden ist, werde ich wohl am Wochenende losziehen und Nachschub kaufen. Bei der Gelegenheit werde ich außerdem noch einen neuen Trittmülleimer kaufen müssen, denn der alte hat sich diese Woche mit einem letzten Seufzer aus einem langen Leben verabschiedet – und ohne geht es nicht, denn er fängt unseren Restmüll auf.

Gemessen an der Frage, ob ich außer „Needs“ zusätzlich noch „Wants“ gekauft habe, war meine Woche ein Erfolg. Keine „Wants“, nur „Needs“.

Die Challenge hat jedoch einen Gedanken aufgeworfen, der wahrscheinlich im Ursprungskonzept nicht vorgesehen war, nämlich: warum gönne ich mir eigentlich so selten etwas? Ich vermute, daß das an den Folgen der PTBS liegt und mit der (nicht vorhandenen) Wertschätzung für mich selbst. Außerdem ertrage ich keinen Clutter, also Zeug, das einfach nur rumliegt, ohne benutzt zu werden (vermutlich sagt das auch etwas darüber aus, wie dekorativ mein Haushalt ist…..).

Liam, 07.10.2015, 16:00 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSZ, Tag 6

Ruths heutige Idee, Geld (und Zeit) zu sparen, sind Freezer Meals, also Mahlzeiten, die man in relativer Menge zubereitet und dann einfriert.

Mein Statement dazu, kurz und knackig: no way. Ich habe einen absoluten Abscheu vor Tiefkühlmahlzeiten. Gerade, daß ich mich auf tiefgekühlte grüne Bohnen und Erbsen (nicht zubereitet!) und vielleicht einen Becher Eis im Jahr (wenn überhaupt) einlasse, aber mehr nicht. Ich finde, tiefgekühlte Mahlzeiten sehen total ekelhaft aus und das Gefrieren verändert den Geschmack für mein Empfinden stets zum Unangenehmen hin. Bei manchen gesammelten Sachen wie Hagebutten oder Schlehen mache ich es mir zunutze, daß das Einfrieren die Zellen zerstört und die Früchte dadurch süßer werden, das ist jedoch kein Effekt, den ich bei meinen Abendmahlzeiten haben möchte. Allein der Gedanke, mir ein Abendessen aus der Tüte zu schütteln und es dann im Topf aufzutauen, löst bei mir Ekel aus.

Sorry, Ruth.

Für den Fall, daß es bei uns schnell gehen muß, habe ich einige Rezepte in petto, wie etwa ein rohes Paprikapesto mit getrockneten Tomaten und Mandeln, eine schnelle Erbsen-Basilikum-Suppe, Pasta mit Birnen und Walnüssen und noch einiges mehr. Aber es geht mir wirklich nichts über mein frischgekochtes Abendessen.

Liam, 06.10.2015, 15:33 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

31 Days LWSPZ, Tag 5

Da es diese Woche in der Challenge komplett ums Essen geht, machte der heutige Tag natürlich auch keine Ausnahme. Ruth schlug vor, die Dinge, die wir besonders gern auswärts essen oder trinken, einfach selbst herzustellen, und hatte dafür auch einige interessante Links parat. Mir haben besonders gut haben mir ihre eigenen Cranberry Bars gefallen (die ich im Original noch nie gegessen habe). Ich denke, ich würde sie ohne das Icing/die Glasur machen, um Kalorien und Zucker zu sparen 🙂

Ich habe darüber nachgedacht, welche Dinge ich besonders gern auswärts esse. Nun ist es so, daß wir nicht besonders oft nicht daheim essen. Keine Coffeeshop-Runde und zum Abendessen gehen wir nur sehr selten aus (vielleicht dreimal im Jahr oder so?). Es gibt aber einen regelmäßigen Termin, nämlich meine Therapie, nach der ich immer etwas unterwegs esse. Denn egal, wie gut ich gefrühstückt habe, wenn ich so intensiv über bestimmte Dinge geredet und an mir gearbeitet habe, bin ich einfach platt und schramme oft haarscharf am Unterzucker vorbei. Natürlich könnte ich mir einfach ein Brot einpacken, doch es hat sich eingebürgert, daß mein Mann und ich nach der Therapie gemeinsam etwas essen gehen. Meist Fast Food beim „goldenen M“, manchmal aber auch etwas in einer vietnamesischen Suppenküche. Dieses Lunch-Date ist für mich eine Belohnung und ich möchte darauf nicht verzichten, würde persönlich nur gern öfter zur Suppenküche, wo es fettärmer, frischer und günstiger ist als bei McD.

Ich glaube, das, was mich am Fast Food reizt, ist nicht nur das Essen (schnell verfügbar, heiß, deftig und durch seinen hohen Fett- und Zuckergehalt absolut befriedigend….schrecklicherweise…). Es ist auch, wie es verpackt ist. Ich mag diese braunen, bedruckten Tüten, ich mag die raschelnden Päckchen, die kleinen Einzelportionen Mayo und Ketchup, mag die verpackten Strohhalme etc. Ich bin ein Produktdesign-Junkie und kaufe tatsächlich öfter mal Sachen, weil sie ein geiles Produktdesign haben. In England war das erschreckend häufig der Fall *hüstel* Außerdem finde ich die Möglichkeit, vom Auto aus bestellen und dort auch essen zu können, sehr verlockend. Nicht, weil ich zu faul wäre, die paar Meter zu gehen, sondern weil ich – gerade nach der Therapie – keine Kraft für menschlichen Kontakt habe. Auch insofern gewinnt der Burgerschuppen oft vor der Suppenküche, denn da muß ich mich reinsetzen.

Wir haben schon eine Menge Burger und Pommes selbstgemacht, von veganen Convenience-Burgern aus Soja über selbstgemachte Vollwertbratlinge aus Grünkern bis hin zu Getreidemischungen aus dem Bio-Laden, von fettigen Pommes aus der Friteuse über Ofenpommes hin zu Süßkartoffelfritten. War alles lecker und sicher insgesamt weniger fettig als das Fast Food am Autoschalter. Aber es war eben anders verpackt und schmeckte doch wieder hausgemacht. Denn so gern ich koche – manchmal darf es auch einfach anders schmecken.

Liam, 05.10.2015, 17:42 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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