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Kategorie: Der Garten

Der Garten am 29.5.2016

Dieses Jahr war das irgendwie komisch. Ich wollte eigentlich nicht so viel anbauen, um mir im Laufe des Jahres weniger Arbeit aufzuhalsen, aber als die Saison dann da war, ergab es sich praktisch von selbst, daß ich mehr noch als letztes Jahr angepflanzt habe 🙂

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Besonders stolz bin ich auf die Zucchini. Ich hatte sie ja im Beet ausgepflanzt, wo sie von Schnecken überrannt und fast vernichtet worden wäre. Hatte sie in einen Kübel gerettet und lange passierte nichts, bis Mrs Courgette dann doch neue Blätter trieb. Jetzt hat sie zum ersten Mal geblüht ♥ Mit ihr auf dem Bild sind zwei Minzen. Die Dunklere ist eine Englische Minze, die Hellere eine wilde Minze hier aus dem Ort. Auf der rechten Seite sieht man den Sauerampfer, der jetzt doch groß geworden ist. Habe davon schon eine Suppe und mehrere Salate gemacht und es ist immer noch reichlich da.

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Von meinen Kohlraben hätte ich gern ein Bild im Kasten gemacht, was leider nicht geklappt hat…denn bei der Pflege der Pflänzchen fiel mir auf, daß es im Kasten nur so vor Maden? Schnecken? wimmelte. Bin ja eigentlich nicht leicht zu beeindrucken, aber das war sogar mir ein bißchen viel. Habe also direkt das Gemüse geerntet und den Kasten geleert. Sobald er neu mit Erde bestückt ist, werde ich die Zucchini darin umtopfen, denke ich.

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Vor etwas über einer Woche habe ich eine zweite Fuhre Radieschen ausgesät, diesmal in Form von Saatbändern. Sind superschnell gekeimt und entfalten sich gerade im Pappkarton. Der Karton war übrigens eine gute Idee. Man muß nur darauf achten, daß er von unten gut belüftet wird, da er dort sonst Schimmel ansetzen könnte.

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Auf meinem neuen Kräuterregal tut sich einiges. In den kleinen Töpfen stecken Kräuter, die ich aus Saatscheiben gezogen habe – nur eine ist nicht aufgegangen. Unten im Regel stehen zwei Aloe-Zöglinge. Habe vor ein paar Jahren mal eine ebenso kleine Aloe geschenkt bekommen, die dieses Jahr so viele Nachkommen hatte, daß wir einige weiterverschenken konnten.

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Das sind zwei von vier Mini-Auberginen, die ich neulich gekauft und eingepflanzt habe. Derzeit nuckeln ein paar Blattläuse täglich an den Tiebspitzen herum, aber die kille ich direkt.

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Die Nana-Minze ist groß geworden und streckt ihre Fühler aus. Ich hoffe, diesmal schaffe ich es, sie auch zu überwintern, denn sie ist definitiv eins meiner liebsten Kräutlein.

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Der Mangold vom letzten Jahr ist riesig geworden und kurz vor der Blüte. Ernten kann/will ich ihn jetzt nicht mehr, aber ich lasse ihn noch stehen, weil ich neugierig bin. Habe noch nie einen Mangold blühen gesehen. Der Borretsch ist auch ein echtes Monstrum geworden und wird gern von Bienen und Hummeln angeflogen.

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Auch der Pak Choi steht kurz vor der Blüte. Ich nehme an, ich habe ihn zu lange zu dicht stehen gelassen, weswegen die einzelnen Pflanzen nicht besonders groß geworden sind. Waren aber sehr lecker 🙂 Auch den Pak Choi lasse ich jetzt einfach mal blühen.

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An unseren Blaubeerbüschen befinden sich gerade Blüten und Beeren gleichzeitig. Die kleinen Büsche sind leider gar nicht gewachsen, aber wir konnten schon mehrfach beobachten, daß Bäume und Sträucher oft erst im zweiten Jahr nach dem Pflanzen in Höhe und Breite treiben.

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Die Physalis trägt ebenfalls Blüten und Früchte.

Alles in allem bin ich gerade ganz zufrieden mit dem Garten und mir.

Liam, 29.05.2016, 11:15 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

Der Garten am 22.4.2016

In den letzten zwei Wochen ist im Garten einiges passiert. Zunächst mußte ich eine junge, zugekaufte Zucchini vor den Schnecken retten. Sie hatten die jungen Blätter fast ganz abgefressen, da die Pflanze an sich aber noch kräftig ist und auch neue Blätter ausbildet, habe ich sie erstmal in einen Topf gesetzt. Sollte sie sich komplett erholen und gut wachsen, werde ich ihr einen eigenen großen Kasten spendieren. Sollte ich jemals wieder den ganzen Garten umgraben, werde ich keine Schnecken mehr retten 🙁

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Der Pak Choi, den ich von der Anzuchtschale zum Mangold in den großen Kasten gepflanzt hatte, hat diese Umtopfaktion gut überstanden. Er ist größer geworden und bildet erste Blattrosetten aus. Der Mangold hat sich mehrmals geteilt und ist riesig geworden.

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Der Borretsch, der sich selbst ausgesät hat, blüht jetzt. Da ich die Blüten nicht abernte, nehme ich an, daß ich auch im kommenden Jahr wieder irgendwo auf dem Grundstück Borretsch finden werde 🙂

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Die Kohlraben sind ordentlich gewachsen und bilden allmählich die Verdickungen aus.

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Der Rucola, den ich im letzten Jahr in der Stadt gefunden und von dem ich vier Ableger mit in unseren Garten genommen hatte, ist wiedergekommen. Ob die kleinen Micro-Blättchen, die in diesem Gebiet wachsen, auch Rucola sind, kann ich noch nicht beurteilen. Wäre aber möglich, da der Letztjährige geblüht und Samen ausgebildet hat.

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Der Sauerampfer, den ich auch in einer Anzuchtschale ausgestreut und dann umgesetzt hatte, hat das Umtopfen auch gut überlebt. Bin allerdings etwas überrascht davon, daß er nicht „unkrautartig“, sondern eher moderat wächst.

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Alles in allem bin ich sehr zufrieden damit, wie sich der Garten entwickelt und wie viel Gelassenheit ich – zumindest jetzt gerade – empfinde. Vielleicht ist das auch nicht weiter schwierig, wo derzeit kaum weiße Fliegen und praktisch keine Blattläuse unterwegs sind.

Im Mai möchte ich gern Mini-Auberginen in der Gärtnerei kaufen. Im Mai sollten auch die Kohlrabi erntereif sein, so daß ich ihren Kasten dann für die Zucchini benutzen oder ganz neu bestücken kann. Überhaupt glaube ich, daß ich dieses Jahr öfter mal neu säen möchte, um öfter ernten zu können. Jetzt gerade habe ich frische Saatscheiben mit Küchenkräutern ausgebracht, die zart zu keimen beginnen.

Liam, 22.04.2016, 18:59 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

Der Garten am 8.4.2016

So allmählich lohnt es sich, mal wieder Gartenbilder zu zeigen. Die sechs zugekauften Kohlraben sind schon ein gutes Stück gewachsen. Für weiße Fliege und Kohlweißlinge ist es wohl noch zu früh, jedenfalls gab es bisher keinerlei Probleme mit Schädlingen.

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Der echt nur einjährige Mangold hat den Winter im Kasten überstanden und ist jetzt zweijährig 🙂 Sein Borretsch-Kumpel, der sich selbst ausgesät hat, blüht demnächst.

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Im Topf ganz vorn ist ein Rosmarin gestorben. Wird am Wochenende ersetzt, wobei wir überlegt haben, Rosmarin und Thymian einfach im Beet neben dem Haus auszusetzen, weil beide dort vermutlich die Winter überleben und wir nicht ständig neue Pflanzen kaufen müssen. Im mittleren Topf steht die wilde Minze, die auch relativ tot aussah, aber offenbar nicht kleinzukriegen ist. Im Topf ganz hinten haben wir die englische Minze, die letztes Jahr im Kasten gewohnt hat, ausgesetzt. War mir einfach zu groß für die Terrasse.

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Kürbisse und Zucchini, die ich in die Anzuchtschalen gesetzt hatte, sind erst gekeimt und haben es sich dann doch anders überlegt und sind eingegangen. Ich nehme an, das Saatgut war tatsächlich schon zu alt und hatte nicht mehr genug Kraft. Dem Sauerampfer (oben rechts) und den Radieschen (oben links) geht es aber gut. Im Kasten unten befindet sich Pak Choi und gestern Abend habe ich vier neue Saatscheiben in die Töpfchen gesetzt: Majoran, Bohnenkraut, Kerbel und Petersilie. Auf der linken Bildseite sieht man die Aloen meines Mannes. Werden auch jedes Jahr mehr.

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Außerdem sind diese Woche unsere vier (nicht drei) bestellten Sträucher angekommen: Weißdorn, Schlehe, Waldhasel und Fertile de Nottingham (auch eine Haselnuß). Kommendes Wochenende werden sie im hinteren Garten eingepflanzt. Laut der Baumschule sollen sie alle rund 30 cm pro Jahr zulegen. Wahrscheinlich ist mein Hain dann fertig, wenn ich hier wieder wegziehe, aber egal 🙂 Jetzt erwarte ich eigentlich nur noch meine vier Chilies, die per Post kommen, und darauf, daß es junge Auberginen in der Gärtnerei zu kaufen gibt, dann sind wir komplett. Glaube ich.

Liam, 08.04.2016, 13:38 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Notizen zu Saatgut

Ende Februar habe ich Radieschen-, Sauerampfer-, Kürbis- und Zucchinisamen in Anzuchtschalen bzw. in einen Karton gesetzt. Schon acht Tage später tut sich doch einiges:

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Links die Radieschen, rechts der Ampfer. In der mittleren Schale ist bisher leider keine Aktivität zu verzeichnen, aber die Samen waren auch bereits 2012 abgelaufen. Sollten sie sich bis zum kommenden Wochenende noch immer nicht gerührt haben, hole ich sie heraus und setze etwas anderes hinein.

Gestern habe ich noch fünf ebenfalls 2012 abgelaufene Saatscheiben für Küchenkräuter in Töpfe gesetzt. Dabei ist mir aufgefallen, wieviel Saatgut ich um 2010 herum gekauft und nie benutzt habe. Warum? Ich hätte damals so gern gegärtnert, aber mir fehlte die Kraft, körperlich und mental. Die Samen in den Tüten zu belassen und nur davon zu träumen, etwas anzubauen, schien mir außerdem weniger riskant. Ich hätte es nicht gut verkraftet, Pflanzen zu verlieren. Meine Frustrationstoleranz ist also seither gewachsen. Mein Garten dokumentiert also in gewisser Weise, was für innere Fortschritte ich mache, ist ein Therapieprojekt für mich.

Eine wichtige Frage, die immer wieder für mich aufkommt, ist die nach der Quelle meines Saatguts bzw. meiner Pflanzen. Ich weiß darüber erschreckend wenig. In den Gartencentern hier in meiner Region wird zwar vereinzelt Bio-Saatgut angeboten, aber meist nur für Kopfsalat, Petersilie und andere Standardsachen. Seit die Tradionsmarke Kiepenkerl von Monsanto gekauft wurde, traue ich ihr eigentlich nicht mehr über den Weg…nicht mal, wenn Bio draufsteht. Konsequenterweise müßte das für mich bedeuten, nur noch reines Bio-Saatgut zu verwenden und das ist auf Dauer auch mein Ziel. Warum auf Dauer, warum nicht jetzt? Weil ich gerade noch ausprobiere. Das ist meine zweite Saison und das erste Mal, daß ich Pflanzen aus Samen ziehe. Wenn ich sehe, daß das Erfolg hat, werde ich im Laufe der Zeit auf Bio umstellen, also mein bereits gekauftes Saatgut aufbrauchen und nur noch Bio neukaufen.

Noch seltener als Bio-Saatgut sind Bio-Jungpflanzen in den Gartenmärkten meiner Region vertreten. Mal könnte man einen Bio-Salbei erhaschen, aber das war’s auch schon. Wenn ich vollständig auf Bio umstellen will, heißt das, daß ich im Grunde nur noch selbst ziehen und keine vorgezogenen Pflanzen mehr kaufen könnte.

Ist für mich reiner Bio-Anbau allerdings wirklich die Lösung, wo um mich herum sicherlich nicht nur Bio angebaut wird? Pflanzen streuen. Ich erinnere mich, als Anfang oder Mitte der 90er das erste Mal gentechnisch veränderter Raps ausgebracht wurde und Kritiker damit beschwichtigt werden sollte, daß gesagt wurde, der Raps würde ja auf seinen Feldern bleiben. Wenn man sich jetzt so anguckt, wo überall Raps wild wächst, sich also selbst ausgesät hat, würde ich sagen, das war eine glatte Lüge. Und wer das den Konzernen wirklich geglaubt hat, hat nur wenig über Pflanzen gewußt oder war sehr naiv. Mein Garten ist jedenfalls kein geschlossenes System. Pflanzen siedeln sich von außen an, meine Pflanzen streuen ebenfalls. Natürlich weiß ich, daß eine Kürbispflanze, die ich aus einem Bio-Samen ziehe, Bio-Kürbisse hervorbringt, aber bestäubt wurde sie vorher von Bienen, die auch an Nicht-Bio-Pflanzen genuckelt haben.

Angesichts der Tragweite dieser Gedanken (auch in Hinblick darauf, daß ich vielleicht gern selbst Bienen hätte), fühle ich mich ziemlich überwältigt und machtlos. Mich diesen Gedanken zu stellen, ist sehr schwer für mich, weil es schnell dazu führen könnte, daß ich das ganze Gartenprojekt wieder einmotte. Ich muß mich daran erinnern, worum es mir in erster Linie geht (überhaupt gärtnern, Natur beobachten, Therapieprojekt), und daß ich nicht jede Baustelle, die sich auftut, direkt abbacken kann. Immer schön einen Schritt nach dem anderen. Und atmen.

Liam, 08.03.2016, 13:04 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Ideen für das Gartenjahr 2016 & einen Hain anlegen

Der Winter war kurz und warm. Jetzt im Februar orientiere ich mich schon wieder ein wenig nach draußen und überlege, was ich dieses Jahr im Garten tun möchte. Rückblickend habe ich festgestellt, daß die Sorge um meinen Garten mich im letzten Jahr stark gefordert hat. Mir ist bewußt, daß das vor allem mit der PTBS, aber auch mit dem ausgesprochen heißen und langen Sommer zusammenhängt. Geschrieben habe ich darüber schon einmal hier. Ich habe noch nie zuvor so richtig gegärtnert und bringe mir alles selbst bei, durch das Lesen von Büchern, durch Videos und vor allem durch Trial & Error. Mit etwas Abstand betrachtet, zählen die Verluste von Pflanzen immer noch zu den dunkelsten meiner Gärtnerstunden, aber ohne diese Verluste hätte ich nichts gelernt. In der kommenden Saison möchte ich also einiges anders machen. Konkret:

  • sollte ich wieder Kohl anbauen, bekommt dieser sofort einen Schutz aus ausrangierten Fliegengittern
  • bei Blattläusen, weißen Fliegen und Schnecken bin ich von Anfang an unnachsichtig – sie werden restlos gekillt
  • ich werde weniger Pflanzen gemeinsam in einen Topf setzen
  • Minzen werden immer in einen Topf für sich allein gesetzt
  • ich werde manche Gemüse früher ernten
  • ich möchte Arbeitsabläufe optimieren, um meine Kraftressourcen zu schonen

Ich habe mir aus meinem letzten Englandurlaub Saatgut mitgebracht. Es ist soviel, daß ich damit wahrscheinlich einen ganzen Acker bewirtschaften könnte, doch das wäre Arbeit, die ich nicht leisten kann. Also werde ich Richtung Ende Februar einige wenige Samen von verschiedenen Gemüsen in Zuchtschalen ansetzen und schauen, was überhaupt kommt. Sollte es zuviel werden, so daß ich von der Topfkapazität her an meine Grenzen stoße, wird es eben Mikrogemüse geben. Alys Fowler empfiehlt die Anzucht von Mikrogemüse in ihren Büchern ausdrücklich, gerade für Gärtner mit beschränkten Ressourcen wie Raum, Zeit und Kraft.

Ich werde mein Gemüse weiterhin in Töpfen und Kübeln anbauen, nahe beim Haus. Im letzten Sommer hat mein Mann in wochenlanger Arbeit den größten Teil unseres Freilandgartens umgegraben, Brombeeren und Hopfen ausgerissen und die ganze Scholle urbar gemacht. Jetzt im Frühjahr wird er eine Wurzelsperre verlegen, damit Hopfen und Brombeeren sich nicht wieder durchzwängen – die sind nämlich praktisch unkaputtbar, erdrosseln aber im Gegenzug so ziemlich alles. Dieser Gartenteil soll ein Hain werden. Sobald die Wurzelsperre verlegt ist, werden wir junge Sträucher anpflanzen, z.B. Schlehe, Hasel und Heckenrose. Mein Traum wäre, auf Dauer aus ihnen eine solide Hecke zu bauen, nach englischem Vorbild. Leider ist die Kunst des Heckenbaus in Deutschland ziemlich unbekannt, und da wir mit kleinen Stecklingen anfangen, ist es fraglich, ob die Sträucher in der Zeit, die wir noch hier leben, überhaupt so groß werden, daß man sie entsprechend spalten, umlegen und wieder wachsen lassen kann. Bereits vorhanden sind eine alte Walnuß, ein ebenso alter Quittenbaum, ein Birnbaum und eine Fliederhecke.

Ziel ist, Wildobst direkt vor der Haustür zu haben, denn obwohl ich in einer landschaftlich reichen Gegend lebe, sind manche Wildobstsorten hier eher spärlich vertreten. Die lebendige Hecke soll aber nicht nur uns mit Nahrung versorgen, sondern auch Kleintiere und Insekten, insbesondere Bienen. Wie ich schon erwähnte, reizt es mich sehr, selbst zu imkern, und in einem Hain mit sonnigen und schattigen Stellen hätten die Bienen einen guten Standort. Selbst wenn ich nicht unter die Imker gehen sollte, würde so ein Hain jede Menge Bienennahrung bieten, auch für die ganzen Wildbienenarten, die in den großen landwirtschaftlichen Monokulturen immer weniger Nahrung und Nistplätze finden. Herzstück des Hains soll außerdem noch eine wilde Blumenwiese werden, die wir idealerweise nur einmal jährlich, nämlich im Spätherbst, mit der Sense kürzen müssen. Augenmerk soll hier vor allem auf den Bedürfnissen der Bienen liegen: also keine Lavendelmonokulturen, sondern am besten alte, regionale Blumensorten, sog. „Unkräuter“ etc.

Insgesamt scheint das Gartenjahr 2016 ziemlich interessant zu werden. Ich freue mich schon darauf, wieder in der Erde zu wühlen.

Liam, 15.02.2016, 23:52 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Mein Gartenjahr – ein Resümee

Dieses Jahr habe ich versucht, zu gärtnern. Jetzt, wo praktisch alles abgeerntet ist und die mehrjährigen Pflanzen im Haus untergebracht sind, möchte ich zurückblicken und resümieren.

Was war gut? Mir hat gefallen, daß es offenbar wirklich nicht viel mehr als etwas Erde, ein paar Samen bzw. Jungpflanzen, Wasser, Dünger und etwas Zeit braucht, um zu gärtnern und auch etwas ernten zu können. Ich fand es interessant, die Pflanzen wachsen zu sehen und dadurch mehr über mein Essen zu lernen. Es ist toll, wenn man beim Kochen einfach mal schnell auf die Terrasse gehen und sich Kräuter holen kann. Meine Pflanzen waren für mich nicht nur kulinarischer Genuß, sondern auch eine Inspiration zum Aquarellieren. Zwischen ihnen zu sitzen und Vögel zu beobachten oder zu lesen, hat mich entspannt.

Was war mittelprächtig? Der extrem heiße Wüstensommer, denn dadurch brauchten die Pflanzen vermutlich sehr viel mehr Sorge als das in weniger heißen Sommern der Fall gewesen wäre. Es hat mich viel Kraft gekostet, täglich bzw. mehrmals täglich zum Gießen rauszugehen, vor allem in diesem gesundheitlich doch eher schwierigen Jahr.

Was war schlecht? Definitiv die ganzen Schädlinge. Ich werde mich wohl nie wieder an einem Kohlweißling erfreuen können 🙁 Ich habe sehr viele Pflanzen an Blattläuse verloren, aber ok, ich mußte auch erstmal lernen, welche Pflanzen sie besonders mögen. Mir ist bewußt, daß das Gefühl, jemand wolle mir etwas kaputtmachen, PTBS-bedingt ist, und ich konnte anhand meines Gartens einiges über mich und diese Krankheit lernen, aber es erweckte leider auch schlechte Gefühle, mit denen ich nicht gut umgehen konnte.

Die pflegeleichtesten Pflanzen? Minze in allen Variationen, allerdings ist Minze so viril, daß ich sie nur in Töpfen anbauen werde. Mangold, weil Blattläuse ihn nicht mögen. Aubergine, weil sie so genügsam ist. Tomaten – gießen und ernten. Chilis, weil sie genügsam und großzügig sind. Mediterrane Kräuter, weil sie widerstandsfähig und robust sind.

Die schwierigsten Pflanzen? Kapuzinerkresse, weil ein Magnet für Blattläuse. Alle Kohlsorten, weil ein Magnet für Kohlweißlinge und die weiße Fliege.

Das beste Gartenerlebnis? Die Ernte meines Blumenkohls, nachdem ich ihn monatelang gehätschelt hatte. Und dann war er auch noch lecker 🙂

Das schlechteste Gartenerlebnis? Alles, bei dem ich Pflanzen verloren habe.

Ausblick auf die nächste Saison: ich bin mir eine Weile lang nicht sicher gewesen, ob es eine nächste Saison geben wird. PTBS läßt grüßen. Ich lebe in ständiger Angst davor, daß meinen Pflanzen etwas zustößt oder daß ich es vermassle, mich um sie zu kümmern. Nicht gut genug zu sein. Andererseits reizt es mich, die Erfahrungen zu vertiefen – so würde ich Kohlsorten fortan direkt nach dem Pflanzen ein Schutzmäntelchen aus Fliegengitter basteln und Tomaten direkt ausgeizen. Ich habe mir einige interessante Samen aus England mitgebracht, von Sorten, die es in Deutschland nicht gibt. Wenn es mich im Februar packt, werde ich sie vorziehen. Wenn nicht, hebe ich sie erstmal einfach auf.

Zuletzt noch eine Liste dessen, womit mein kleiner Garten uns dieses Jahr versorgt hat. Ich finde, das ist am Ende gar nicht so wenig gewesen, gemessen an dem bißchen Fläche, die ich zur Verfügung hatte. Es gab also:

  • wirklich unzählige Beilagensalate
  • mehrere Quiches mit Salatfüllung
  • Pasta mit Salatsauce
  • Radieschensuppe
  • Radieschenbrote
  • Kohlrabirisotto
  • Kohlrabi mit Zitrone
  • klassisches Kohlrabigemüse
  • unzählige Gerichte wurden mit den Kräutern aufgepeppt
  • heißer und kalter Tee mit Minzen
  • unzählige Gerichte mit Chilis
  • Tomatenbrote
  • Kartoffelgemüse mit Mangold und Broccoliblättern
  • Blaubeeren vom Strauch genascht
  • mehrere Basilikumpestos
  • mehrere Minzpestos
  • Frischkäse mit Minze
  • Tomatencremesuppe mit Einlage
  • scharfe Tomatenrahmsauce zu Pasta
  • Tomaten-Auberginen-Sugo mit Pasta
  • Laksa mit Mangold und Auberginen
  • Pasta mit Mangold
  • mehrere Pizzen mit Oregano
  • Grünkohleintopf
  • Pizza mit Maronen, karamellisierten Zwiebeln und Grünkohl
  • Blumenkohleintopf mit Parmesan
Liam, 23.11.2015, 11:06 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

Zur Mitte, zur Quitte

Im Moment sind die Quitten reif. Ich glaube, es gibt kein verkannteres Obst als die wunderbare, pralle, steinharte, duftige, roh ungenießbare Quitte. Hach. Hinter unserem Haus steht ein Quittenbaum, der, nachdem wir ihn großzügig ausgeholzt haben, ganz tolle Früchte trägt. Wie alle Obstbäume neigt nämlich auch die Quitte, wenn sie zu viele Äste getrieben hat, dazu, ihre Früchte, die dann nicht genug Platz zum Wachsen haben, nicht richtig ausreifen zu lassen. Außerdem bekommen die Früchte Druckstellen und werden schnell matschig, wenn sie zu eng stehen.

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Pro Jahr wirft unser Baum locker 30 kg Quitten ab, mal abgesehen von den Früchten, die vorzeitig abfallen oder die so unerreichbar hoch hängen, daß wir keine Chance haben und sie einfach hängen lassen. 30 kg Quitten sind mal eine Hausnummer, zumal man sie ja nicht einfach roh essen kann – dann wären sie mit Müsli oder pur als Snack gegessen schnell vertilgt. Die Quitte möchte aber erstmal zubereitet werden. Dabei jedoch ist sie nicht pingelig und verträgt alles, vom Backen bis zum Schmoren, vom Einlegen bis zum Kochen. Der Klassiker ist natürlich ein einfaches Quittenkompott, bei dem die geschälten, entkernten Früchte mit etwas Wasser und Zucker verkocht werden, bis ein sämiges Mus entstanden ist. Auch Quittenkonfitüre und -gelee sind recht bekannt. Mir stand diesen Herbst jedoch der Sinn nach neuen Ideen mit der wunderbaren Herbstfrucht.

Zunächst einmal habe ich einen Quittenlikör angesetzt. Die Zubereitung ist denkbar simpel und geht schön schnell: 500 g geschälte, entkernte und kleingeschnittene Früchte mit 170 g braunem Kandis, einer halben, in Stücke geschnittenen Limette, etwas frischem Ingwer, 3 Gewürznelken, einem Stück Zimtstange sowie 2 zerdrückten grünen Kardamomkapseln in ein großes, steriles Glas mit Schraubverschluß geben und mit 700 ml Schnaps aufgießen. In meinem Fall war das 38%iger Obstler, weil ich fand, daß sein Aroma nett zur Quitte paßt. Acht Wochen ausziehen lassen, dann abfiltern und genießen.

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Weiterhin habe ich Quitten (Haare abgerieben und gewaschen) einzeln in Alufolie gepackt und bei 200°C ca. 60 Minuten im Ofen gebacken. Das Fruchtfleisch ist dann so weich, daß man das Kerngehäuse mit einem Teelöffel herauslösen kann. Dazu gab es vegane Schlagsahne. Superlecker, duftig und so einfach, daß es das bestimmt öfter geben wird.

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Das nächste Projekt war ein Quittenbrot, für das die Früchte zunächst mit etwas Wasser weichgekocht werden. Das Mus wird zusammen mit in Rum eingelegten Dattelstückchen und frisch geknackten Walnußkernen in einen Hefeteig eingearbeitet. Schön saftig und nicht zu süß.

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Als ich neulich ein Butternut-Risotto gekocht habe, hatte ich noch etwas Kürbis übrig. Diesen habe ich in Spalten geteilt und mit zwei ebenfalls in Spalten geschnittenen Quitten, wenig Öl, etwas Salz und ein paar frischen Kräutern im Ofen gebacken. Sehr leckere Beilage!

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Und zuletzt habe ich eine Tagine mit Bohnen, grünen Oliven und Quitten gemacht. Dazu gab es Pellkartoffeln und gegrillte, marinierte Hähnchenbrust.

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Ich glaube, das war mein persönlicher Favorit von den neuen Rezepten mit Quitte… ♥

Liam, 11.10.2015, 21:05 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

Der Garten am 15. September 2015

Endlich ist er da, der Herbst. Dieses Jahr habe ich mich noch mehr als sonst nach ihm gesehnt, denn diese elenden Sommertage bei 42°C waren mir einfach zuviel. Müßte ich nie wieder haben, wenn ich wählen dürfte. Jeden Tag, an dem ich atmen und mich bewegen kann, heiße ich willkommen.

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Im Garten ist zur Zeit nicht allzu viel los. Die Herbstgemüse reifen heran, brauchen aber noch. Der Grünkohl wächst und wächst. Er ist ein richtiger Turm geworden und ich denke, nach dem ersten Frost im Oktober werde ich anfangen, ihn blätterweise zu ernten, so daß er auch im kommenden Jahr wachsen kann (denn er soll zweijährig sein). Die Minze, von der ich einen Stiel mit ein paar Wurzeln von einem Bachlauf mitgenommen hatte, ist riesig geworden und scheint jeden Tag größer zu werden.

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Blumenkohl und Mangold wachsen und machen dabei keine Arbeit. Vielleicht kommt nun auch endlich der Feldsalat, den ich ausgesät hatte?

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Dem Wirsing geht es gut, nur die beiden Salate schwächeln etwas. Ich mußte noch herausfinden, wie viele Pflanzen ich in einen Kasten setzen kann.

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Neben der Mini-Aubergine blüht nun ein Mini-Borretsch. Da, wo er steht, stand im Frühsommer sein großer Vorgänger. Es ist interessant, wie Pflanzen miteinander interagieren. Die Aubergine scheint den Borretsch in die Schranken zu weisen, wird von der anderen Seite aber von der Nana-Minze bedrängt. Minzen scheinen allgemein nicht so kommunikationsfreudig – oder sie denken sich: ich höre Dich, aber ich wuchere schneller!

Liam, 15.09.2015, 20:55 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Der Garten am 30. August 2015

Im Moment machen die Gemüse, die ich im Herbst werde ernten können, erstaunliche Schübe. Der Wirsing hat nun in der Mitte einen kleinen Kopf angesetzt.

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Auch der Salat, der solange unentschieden schien, ob er wachsen möchte, ist gewachsen. Von dem Frisée konnten wir schon das erste Mal essen und er schmeckt schön kräftig und aromatisch.

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Auch vom Mangold kann ich regelmäßig ernten. Ich nehme immer nur die äußeren Blätter, damit von innen neue nachkommen. Der Blumenkohl hat sich verdichtet und bildet allmählich auch einen Blütenansatz aus.

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Der Grünkohl und die wilde Minze prosperieren. Merkwürdigerweise riecht der Grünkohl recht unangenehm, obwohl ich keinen Schaden feststellen kann.

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Von der Habanero konnte ich schon einige Schoten ernten und es sind noch richtig viele am Busch. Und: die Pflanze hat neue Blüten getrieben! 🙂

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Alles in allem empfinde ich diese Zeit gerade als die bisher schönste im Garten. Bis auf regelmäßiges Wässern und gelegentliches Düngen gibt es nicht viel zu tun. Die Pflanzen sind nun so kräftig, daß ich mir keine Sorgen mehr um sie machen muß.

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In den Ritzen zwischen den Pflastersteinen hat sich jede Menge Portulak wild angesiedelt. Anstatt ihn rauszurupfen, lasse ich ihn sich entwickeln und ernte dann die Triebspitzen, um sie in Salate zu geben. Sehr lecker!

Liam, 30.08.2015, 12:21 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Der Garten am 20. August 2015

Diese Woche ist im Garten nicht allzu viel los gewesen. Es hat hin und wieder geregnet, so daß ich mich kaum um die Pflanzen zu kümmern brauchte.

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Immer mehr Habaneros werden reif. Sie sind sehr aromatisch und für meinen Geschmack bringt eine ganze Schote genau die richtige Schärfe für ein Gericht 😉

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Die Peperoni, die rot abreifen, habe ich meist grün ernten müssen, weil sie leider recht schnell aufplatzen. Diese hier ist aber tatsächlich mal rot geworden.

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Zu Füßen des Grünkohls zeigen sich erste Triebe vom Sauerampfer. Die wilde Minze, die ich am Dorfrand an einem feuchten Ort gesammelt habe, ist gut angegangen.

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Mangold und Blumenkohl wachsen wie wild. Vom Mangold konnte ich jetzt schon mehrfach Blätter ernten. Sie schmecken übrigens schön salzig. Und zwei Borretschs sind auch noch nachgekommen.

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Der Wirsing hat wieder einmal einen großen Schuß gemacht. Auch die beiden Salate scheinen sich endlich dafür entschieden zu haben, zu wachsen 🙂 Wenn man genau hinguckt, entdeckt man winzige Raukepflänzchen.

Ansonsten wurde in dieser Woche vor allem gewerkelt: die Terrasse soll eine Treppe bekommen, damit ich leichter von oben nach unten komme und dafür nicht durchs ganze Haus rennen muß.

Liam, 20.08.2015, 11:15 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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