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Archiv: Montag, 29. Dezember 2014

Speiseplan #1

Normalerweise planen mein Mann und ich immer für eine ganze Woche das Essen im Voraus. Samstags gehen wir den Großeinkauf erledigen und in der Woche wird dann meist nur noch frisches Gemüse und Obst dazugekauft. Ich weiß noch nicht, ob ich regelmäßig unseren Speiseplan bloggen möchte, aber im Moment finde ich das spannend, um es für mich selbst zu dokumentieren. Also…

  • Samstag: Tomatencremesuppe mit Einlage, dazu Pilztoasts mit Parmesan (vegetarisch)
  • Sonntag: Hähnchengeschnetzeltes mit Sherry, Karotten und Reis (omnivor)
  • Montag: Pasta Stroganoff und Rapunzeln mit Kräuterdressing (vegetarisch)
  • Dienstag: Kartoffel-Pilz-Kräuter-Täschchen und gemischter Salat (vegan)
  • Mittwoch: zwei Sorten Knödel mit Rotkohl, Sauerkraut und Rahmwirsing sowie Sojawürstchen (vegan). Die unterschiedlichen Gemüsebeilagen sind den unterschiedlichen Geschmäckern meiner Familie geschuldet 🙂
  • Donnerstag: Bohnengratin mit Feta, dazu Rösti (vegetarisch)
  • Freitag: Spaghetti mit Ruccola und Pinienkernen (vegan)

Außerdem habe ich diese Woche nach Jahren mal wieder den „Flourless Chocolate Cake“ nach Gary Rhodes gebacken, der damit der erste vegetarische Kuchen nach fast vier veganen Jahren ist. Ich bin von seiner Fluffigkeit und Leichtigkeit absolut begeistert.

Liam, 29.12.2014, 17:31 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Jahresrückblick – Jahresausblick

Als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich die Nachbarn schon Schnee schippen hören. Wir haben bestimmt 15 oder 20 cm Neuschnee und das ist für das eher schneearme Rheintal eine kleine Sensation. Ich mag Schnee, weil er alles, was das Auge ablenkt, vereinfacht und allen Konturen ihre Schärfe nimmt. Eigentlich steht das im Gegensatz zu meiner direkten und unverblümten Art, aber ich mag es wirklich sehr, wenn alles so friedlich dick überzuckert ist und ich das Gefühl habe, alles sei still, rücke von mir weg und lasse mich innehalten. Wenn starker Schneefall die (unnötige) Geschäftigkeit hemmt, entsteht ein interessanter Raum, in den Menschen und im Tag. Dieser Raum ist etwas Archaisches, eine urmenschliche Erfahrung, die heute nur leider viel zu kurz kommt. Dieses Innehalten haben wir wahrscheinlich alle nicht mehr besonders gut drauf, dabei ist es so fest in unserem genetischen und damit auch sozialen und spirituellen Programm verankert. Mir erscheint es, als wären wir geradezu davon besessen, diesem Erfahren aus dem Weg zu gehen, indem wir möglichst geschäftig sind und ständig versuchen, unsere Zeit maximal zu nutzen, anstatt sie mit mehr Leben zu füllen. Wann habe ich das letzte Mal einfach dagesessen und den Scheiten im Ofen zugehört, wie sie knisternd und knackend zu Glut zerfallen? Wann habe ich das letzte Mal eine Tasse Tee getrunken und nichts anderes nebenher gemacht? Und dieser Raum, der entsteht, wenn Schnee (oder etwas Ähnliches) unseren üblichen Tritt entschleunigt, ist doch geradezu dafür gemacht.

Ich möchte diese ruhige Zeit dafür nutzen, mir mein Jahr 2014 noch einmal anzugucken.

2014 war für mich persönlich kein gutes, kein schönes Jahr. Es war von Anfang bis Ende sperrig, schmerzhaft und konfliktbeladen, und vielleicht ist das auch der Grund dafür, wieso ich gerade für den Schnee so anfällig bin. Ich konnte praktisch nichts von dem, was ich gern getan hätte, für mich umsetzen, weil ich ständig damit beschäftigt war, mich um ganz essentielle Dinge zu kümmern. Jedesmal, wenn ich gehofft hatte, endlich auf dem sprichwörtlichen grünen Zweig angekommen zu sein, und mich anderen Dingen zuwenden wollte, wurde ich wieder zurückgeworfen und mußte weiterkämpfen. Ich habe dabei mehr Energie verloren, als ich überhaupt hätte wiedererlangen können, und so fühle ich mich jetzt am Jahresende ziemlich erschöpft und müde. Es gab kaum entspannte, entspannende Momente, und für viele Sachen, die mir Kraft geschenkt hätten, blieb keine Zeit oder – Ironie des Schicksals – keine Kraft. Zwar habe ich in diesem Jahr vieles gelernt und mir einige Fähigkeiten aneignen können, aber ich habe kaum etwas erlebt, das mich berührt oder bewegt hätte. Es dümpelte alles vor sich hin und drehte sich immer wieder nur um dasselbe.

Insgesamt habe ich den Eindruck, daß viele wichtige Themen zu kurz gekommen sind. Ich hätte mich gern intensiver mit mir selbst beschäftigt. Ich wäre gern ein paar Tage weggefahren, hätte gern mehr Sport gemacht, mehr meditiert, mehr photographiert, hätte gern öfter im Biergarten gesessen, wäre gern kreativer gewesen. Kurz und gut, ich hätte meinem Jahr 2014 gern mehr Tiefe und Leben geschenkt, anstatt nur im Überlebensmodus herumzukrebsen und das Gefühl zu haben, nicht von der Stelle zu kommen. Den Film „Der Ja-Sager“ mit Jim Carrey finde ich total inspirierend, und genau von diesen Ja-Sager-Momenten hatte 2014 viel zu wenige.

Zwischenmenschlich war 2014 für mich ein wichtiges Lehrstück. Ich beende dieses Jahr mit nur noch einem Bruchteil der Kontakte, die ich Ende 2013 noch hatte. Da ich überhaupt keine der üblichen Facebook-„Freundschaften“ habe, tat es mir um jeden Menschen leid, der nicht mehr Teil meines Lebens ist. Um mich herum ist es leer geworden, viele vertraute Gesichter und Namen sind fort. Ich bin also auch in meinen Beziehungen auf keinen grünen Zweig gekommen, habe Verluste und Ent-Täuschungen hinnehmen müssen.

Alles in allem hinterläßt mich dieses Jahr mit dem Gefühl, es nicht wirklich gelebt oder erlebt zu haben, sondern bloß mitgeschleift worden zu sein. Und das fühlt sich nicht gut an. Darum möchte ich an der Schwelle zum neuen Jahr auch innehalten, um mir zu vergegenwärtigen, was ich im Jahr 2015 machen möchte, damit es mehr Leben und Tiefe bekommt.

Ich möchte das Problem, das mich seit Ende 2013 begleitet, endlich in den Griff kriegen. Ich glaube, ich bin kurz davor, es tatsächlich zu verstehen, und dann wird sich wohl Richtung Frühsommer/Sommer erweisen müssen, ob das, was ich gelernt habe, wirklich funktioniert.

Ich möchte ein anderes Langzeitproblem von einer neuen Seite aus anpacken. Ich weiß jetzt schon, daß es damit frühestens Anfang März weitergehen kann, aber bis dahin möchte ich offen bleiben, um dann – nötigenfalls – beherzt handeln zu können.

Ich möchte 2015 mehr Qualitätszeit mit mir selbst verbringen. Ich würde mich gern intensiver mit spirituellen und kreativen Themen auseinandersetzen. Ich würde gern bestimmte Veränderungen ganz bewußt erleben, sogar zelebrieren. Ich möchte nach England reisen, das Meer wiedersehen und oft an seiner Küste sitzen und malen. Ich möchte eine größere und ein paar kleine Veränderungen in meinem Haus vornehmen.

Natürlich habe ich auch unrealistische Wünsche für 2015. Ich würde mir so gern einen funktionierenden Freundeskreis aufbauen, doch ich glaube, dazu ist es noch nicht an der Zeit. Ich würde gern sehr viel mehr Sport machen, wobei ich schon dankbar wäre, wenn ich täglich zum Radeln und vielleicht noch zum Yoga käme. Ich würde mir so gern eine neue Küche kaufen, weil ich total gern koche und meine Schränke schon auseinanderfallen. Naja, ich behalte das mal im Blick, aber ich glaube nicht, daß ich etwas davon tatsächlich hinbekomme.

Liam, 29.12.2014, 17:21 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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