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Archiv: Februar 2015

Bücher im Februar

Der Februar war für mich ein wirklich harter Monat, der mich mit vielen alten Problemen konfrontierte, auf die ich stark körperlich reagierte. Oft ging es mir so schlecht, daß ich nur vorm Rechner oder Fernseher den Tag irgendwie rumzukriegen versuchte. Da ich zum Lesen einen freien Geist brauche, ist die Liste entsprechend kurz:

  • Tom Rob Smith: Kolyma. Das ist sozusagen die Fortsetzung von „Kind 44“, welches ich im Januar gelesen habe. Leo Demidow wird von einer Frau, die er einst verhaftet hat, durch die Entführung seiner Adoptivtochter dazu gezwungen, ihren in Kolyma internierten Mann zu befreien. Die Männer im Gulag finden allerdings heraus, daß er ein ehemaliger MGB-Agent ist. Und dann stellt sich auch noch heraus, daß die Ehefrau ganz andere, undurchsichtige Ziele verfolgt… Mir hat das Buch gut gefallen, allerdings ist Rußland zwischen 1912 und 1953 auch ein Steckenpferdthema von mir. Wie glaubhaft die Geschichte und ihre Figuren sind, sei mal dahingestellt – spannend zu lesen war das Buch allemal und ich werde mir sicher auch den dritten Leo-Demidow-Roman kaufen.
  • Luise Reddemann / Cornelia Dehner-Rau: Trauma heilen. Das Buch versteht sich als praxisorientierter Ratgeber für traumatisierte Menschen. Die Autorinnen erklären, wie Traumatisierungen funktionieren und geben Patienten Strategien und Techniken an die Hand, mit denen die Integration eines Traumas gelingen kann. Mir hat gut gefallen, daß das Buch sehr positiv und optimistisch geschrieben ist und daß es viele praktische Übungen und Tips bereithält.
  • Simon Kernick: Erlöst mich. Bücherschrankfindung. Der Ex-Cop und Auftragskiller Dennis Milne wurde von einem zwielichtigen Geschäftsmann dafür engagiert, die Polizistin Tina Boyd zu erschießen. Diese ist nach Manila gereist, um das Oberhaupt eines Kinderpornorings zu stellen. Milne entschließt sich dazu, Tina nicht zu ermorden, und verbündet sich stattdessen mit ihr. Die Protagonisten Milne und Tina spielen in vielen Büchern Kernicks eine Rolle – für mich war das allerdings der erste Roman, den ich überhaupt von ihm gelesen habe. Rasend inszenierte Geschichte mit einem tragischen Ende. Hat mich super unterhalten. Wird aber wieder ausgesetzt.
  • Sylvia Schneider: Tees zum Wohlfühlen. In dem Buch gibt die Autorin einen Überblick über die Teekultur in China und Japan, in Indien, im Orient und schließlich in Europa. Es findet sich viel Wissenswertes über Heilkräuter und Gewürze inclusive vieler inspirierender Rezepte, die teilweise extra für dieses Buch von Koryphäen der Tibetischen und Japanischen Heilkunde erdacht wurden. Ein wundervolles Buch, kann ich nur empfehlen.
Liam, 28.02.2015, 20:34 | Abgelegt unter: Book & Silverling | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #10

Die kommende Woche ist leider mit Terminen gespickt und darum habe ich versucht, einige sehr schnelle Gerichte zu finden. An den Tagen ohne Termin darf es dann gern etwas länger dauern.

  • Freitag: Pasta mit Kokos-Spinat-Zitronen-Sauce (vegan)
  • Samstag: Bohneneintopf mit Chorizo (omnivor)
  • Sonntag: Dinkelpfannkuchen mit gemischtem Gemüse und Hollandaise (vegetarisch)
  • Montag: Disco Stew, dazu Salat (vegan)
  • Dienstag: Pastagratin mit Lauch (vegetarisch)
  • Mittwoch: Burgerabend (vegan)
  • Donnerstag: gerösteter Chicorée vom Blech mit Kartoffelpüree und Bratlingen (vegan)

Außerdem werde ich am Wochenende einen vollwertigen Apfel-Haselnuß-Schoko-Gewürzkuchen backen. Das Rezept begleitet meinen Mann und mich seit bestimmt 15 Jahren 🙂

Liam, 27.02.2015, 00:36 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Höhlenlöwe aus Speckstein

Ein Projekt, das ich mir für meine kreative Fastenzeit vorgenommen hatte, bestand darin, einen Höhlenlöwen aus Speckstein zu schnitzen. Inspiriert dazu hat mich eine kleine Skulptur aus Mammutstoßzahn, die ich letzten Herbst im Urgeschichte-Museum in Blaubeuren gesehen und photographiert habe. Seit meiner Kindheit bin ich von der Steinzeit fasziniert. Begonnen hat das, als ich zum ersten Mal bewußt von ihr gehört habe. Das muß etwa in der sechsten Klasse gewesen sein. Vorher wußte ich zwar, daß es sowas wie die Steinzeit gegeben hat, und ich kannte sogar den Neanderthaler, denn wir lebten damals in der Nähe von Mettmann, wo er gefunden wurde, und hatten das dortige Museum besucht. Aber im Geschichtsunterricht lernten wir etwas über die Lebensweise unserer Vorfahren und das hat wohl einen atavistischen Knopf bei mir gedrückt 🙂 Ich kann es nicht genau beschreiben, aber gerade auf steinzeitliche Kunst springe ich total an. Sie fühlt sich für mich so natürlich und „richtig“ an. Moderne Kunst empfinde ich meist wie das Bohren beim Zahnarzt, Streetart ist wie in einem Straßencafé auf dem Montmatre sitzen, während eine warme Brise geht. Und Steinzeitkunst ist wie warme Ofenglut und der Duft nach Kräutern und Erde. Ich kann sie in meinen Knochen spüren. Kein Wunder also, daß die ersten Dinge, die ich mit dem gerade für mich entdeckten Medium Speckstein mache, steinzeitlich inspiriert sind.

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Meinen Höhlenlöwen habe ich in insgesamt drei Sessions gefertigt. Bei der ersten habe ich den Stein begradigt und die grobe Form herausgearbeitet. Der rosa Speckstein, den ich diesmal verwendet habe, ließ sich um einiges leichter bearbeiten als der vom Mammut. Allerdings habe ich inzwischen auch „aufgerüstet“ und mir ein paar Werkzeuge wie eine feine Säge, mehrere Raspeln und unterschiedliche gekörnte Schleifpapiere besorgt. Das vereinfacht die Verarbeitung echt enorm.

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In der zweiten Sitzung habe ich den Höhlenlöwen fertiggestellt und ihn auch poliert. Dann lag er ein paar Tage auf meinem Nachttisch. Jedesmal, wenn ich ihn in die Hand nahm, dachte ich, er sähe irgendwie übergewichtig aus. Und als sei er noch nicht fertig. Heute Abend habe ich mir also ein Herz gefaßt und den wunderbar glatten Stein nochmal bearbeitet. Diesmal habe ich ihm auch Augen und die Ritzungen im Nackenbereich gemacht, die das steinzeitliche Vorbild ebenfalls hat. Außerdem habe ich versucht, seine Form etwas weicher und runder hinzubekommen und seine Beine etwas filigraner. Ich bin jetzt wirklich zufrieden mit meinem Höhlenlöwen – besser bekomme ich es bei meinem jetzigen Erfahrungsstand nicht hin.

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Ich bin jetzt richtig vom Specksteinvirus infiziert. Neulich Nacht hat es mich gepackt und ich habe um 2.30 Uhr morgens eine kleine Pfeilspitze aus einem Reststück gefertigt, die ich meinem Sohn geschenkt habe. Und heute war ich bei meinem liebsten Kunstmarkt und habe die Specksteinkörbe geplündert. Nun warten schwarzer, weißer und grüner Speckstein darauf, verarbeitet zu werden. Ich freue mich schon drauf 🙂

Liam, 26.02.2015, 22:55 | Abgelegt unter: Craft & Creation | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Non-Cis-Yoga

Ich muß jetzt mal festhalten, daß ich stolz auf mich bin. Ich habe es letzte Woche und diese Woche so far geschafft, mehr Yoga zu machen, als ich ursprünglich als mein Ziel definiert hatte. Außerdem habe ich ein paar Kriyas gemacht, die ich schon lange nicht mehr oder sogar noch nie gemacht habe und die durchaus fordernd waren. Meistens habe ich zum Aufwärmen 10 statt meiner bisher üblichen 5 Kilometer geradelt. Whoohoo! 🙂

Diese Woche haben mich ein paar Gedanken bezüglich Yoga und meiner persönlichen Yoga-Praxis umgetrieben, angestoßen u.a. von diesem Video hier, in dem Nisha Ahuja über Yoga und kulturelle Aneignung spricht. Sie sagt, daß das Bild, das wir im Westen von Yoga haben, von weißen, schlanken Cis-Menschen dominiert wird und daß dadurch ein verzerrtes Bild von der Realität von Yoga entsteht. Der Ursprung von Yoga wird hinter diesem Image unsichtbar und dieses Image trägt die Verantwortung dafür, daß Yoga vermarktbar geworden ist (Yogakleidung, Bücher und DVDs, sog. Yoga-Experten, hochpreisige Kurse, spezielle Musik und Accesoires etc.).

Bei mir persönlich rennt dieses Video offene Türen ein, denn ich bin – offensichtlich – weder schlank, noch fit, noch Cis. Gleichzeitig stellt mich das aber auch vor ein gewisses Wahrnehmungsproblem. Ich sehe natürlich, daß das Vorzeigebild des Yogapraktizierenden, dieses Klischeebild also nicht besonders viel mit mir zu tun hat. Allerdings ist das meine alle Bereiche betreffende Realität, die sich eben nicht nur auf den Yoga-Space beschränkt. Daher habe ich mir über die Jahre hinweg angewöhnt, schlanke, weiße Cis-Menschen als eine Art Platzhalter zu betrachten. Für die schlanke, weiße Cis-Frau auf dem Yoga-Magazin trifft das genauso zu wie für den schlanken, weißen Cis-Mann, der für Maultaschen auf dem Plakat neben der Bushaltestelle wirbt. Ich nehme diese Photos zwar wahr, aber ich halte sie nicht für wahr. Das macht für mich einen Unterschied. Es ist irgendwie so, als würde ich eher die Message dahinter herausfiltern, bei der Yoga-Zeitschrift etwa „die Person auf dem Cover ist glücklich mit ihrer Yoga-Praxis“ und bei der Maultaschenwerbung etwas Vergleichbares. Es ist schwer in Worte zu packen. Vielleicht kann ich es so formulieren: meine Bild von Realität, meine Lebenserfahrung und meine eigene Realitätsbubble haben mich mit dem Wissen ausgestattet, daß das, was sich mir zeigt, immer nur ein Aspekt ist. Oder ein Vorschlag. Möglicherweise bin ich auch zu bequem, um mich von jedem schlanken, weißen, fitten Cis-Menschen, der für irgendetwas stehen oder werben soll, angepisst zu fühlen.

Ich möchte auch noch dazuschreiben, daß ich finde, daß es einen großen Unterschied macht, wie man mit Kulturgütern anderer Länder umgeht – und das ganz unabhängig davon, ob diese Länder mal von Weißen kolonisiert wurden oder nicht. Will sagen: ich kann Dinge einfach nur benutzen und auslutschen, oder ich kann respektvoll und bewußt mit ihnen umgehen. Ich bezweifle aber einfach, daß Menschen, die wie Heuschrecken über etwas herfallen (ob nun über Kulturgüter anderer Länder, das Büffet im Restaurant oder natürliche Ressourcen ist ganz egal) und es „verbrennen“/aussaugen, imstande wären, sich überhaupt irgendeiner Sache respektvoll zu nähern. Mindfulness ist etwas, das sich meiner Meinung nach nicht auf Teilgebiete erstreckt. Ich habe für mich den Anspruch, mich allen Dingen respektvoll und achtsam zu nähern – es muß gar nicht immer zu 100% gelingen, denn wichtiger ist die Einstellung, die dem zugrunde liegt. Klar, irgendwo muß ein Anfang gemacht werden, und vielleicht ist das für irgendwen ja tatsächlich im Kontext von Yoga und kultureller Aneignung, aber alles in allem bezweifle ich, daß un-bewußte Menschen verstehen werden, worum es geht.

Manchmal denke ich, ich bin auch einfach zu unbedarft. Ich nehme mir, was funktioniert, und lasse den Rest weg. Ich nehme mir die Freiheit heraus, Dinge für meine Bedürfnisse anzupassen, sie umzuwandeln und weiterzuentwickeln. Ich halte das für ein Phänomen von Globalisierung. Um beim Yoga zu bleiben: viele Asanas kann ich nur in einer abgewandelten Form praktizieren, weil ich sie aufgrund meiner körperlichen Realität nicht wie im Original beschrieben hinbekomme. Meine Yoga-Richtung ist eng mit Sikhi verbunden, mit dem ich so gar nichts am Hut habe. Aufgrund dieser beiden Dinge funktioniert Kundalini Yoga für mich nicht weniger gut. Ich würde eher sagen, es funktioniert noch besser, weil ich es personalisiert habe. Ich bekomme einen echten Bezug dazu, weil ich einen Teil von mir hineingebe und nicht nur unreflektiert wiederhole, was mir vorgekaut wird. Ich bin extrem interessiert an anderen Menschen und Kulturen, an anderen Lebens-, Ernährungs- und Heilweisen und das hilft mir sicher, open-minded zu bleiben und zu reflektieren.

Möglicherweise stellt sich die Frage nach kultureller Aneignung im Kundalini Yoga auch nicht, weil es von Yogi Bhajan ganz bewußt in den Westen gebracht wurde. Das unterscheidet Kundalini Yoga von anderen Yoga-Richtungen. Ich selbst betrachte es als ein Geschenk, das Yogi Bhajan uns gemacht hat, und ich nehme dieses Geschenk freudig und mit Respekt an. Jedesmal, wenn ich Yoga praktiziere, und jedesmal, wenn ich in meinem Alltag ganz klar wahrnehme, welche Benefits mir Yoga schenkt, bin ich unglaublich dankbar. Yoga hat mein Leben um einiges bereichert und es in vielen Teilen verbessert.

Ich merke, daß es für mich ziemlich schwierig ist, über kulturelle Aneignung nachzudenken, weil ich mich selbst nicht als „Beutegreifer“ sehe, der andere Kulturen ausplündert. Im Dialog mit Menschen aus anderen Kulturkreisen ist mir auch nie das Gefühl gegeben worden, ich wäre übergriffig, weil ich mich für ihre Kultur interessiere – im Gegenteil. Oft wurde ich ermutigt, mich näher mit den Themen, die mich ansprachen, zu beschäftigen, und mir wurde gesagt, daß es schön ist, daß ich so offen und interessiert bin. Auch weil es die Menschen dazu bringt, selbst nochmal näher hinzugucken. Dazu fällt mir noch ein Beispiel aus dem Kundalini Yoga/Sikhi ein: neulich sah ich ein Video, in dem ein Sikh, der im Punjab geboren und aufgewachsen ist, diejenigen Amerikaner, die durch Yogi Bhajan zum Sikhi konvertierten, aufforderte, nach Indien zu kommen und über Sikhi zu sprechen. Er sagte, in Amerika würde die Sikh-Tradition prosperieren und durch die weißen Konvertierten weiterentwickelt werden, und er würde genau das in Indien vermissen. Das ist doch ein wunderbares Beispiel dafür, wie ein kultureller Dialog funktionieren kann.

Noch ein Video-Tip: Who owns Yoga?

Liam, 26.02.2015, 01:01 | Abgelegt unter: Yoga | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Ruchbrot

Bis Ende letzter Woche wußte ich nicht einmal, daß es Ruchbrot überhaupt gibt, und heute bin ich schon ein Fan von ihm 🙂 In unserem Supermarkt war Ruchmehl im Angebot – laut Packung eine Schweizer Spezialität.

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Als Ruchmehl wird Weizenmehl bezeichnet, für das Teile der äußeren Getreideschicht mitvermahlen werden – wenn man so will also ein dunkles Weißmehl (definitiv kein Vollkorn).

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Das Rezept für Ruchbrot ist denkbar einfach. 200 g Mehl werden mit 400 ml lauwarmem Wasser und 2 Päckchen Trockenhefe verknetet. Ich habe außerdem eine Messerspitze meines Brotgewürzes (bestehend aus Fenchel, Anis und Kümmel) dazugegeben. Dieser Vorteig darf 20 Minuten an einem warmen Ort gehen.

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Dann kommen die restlichen 800 g Mehl, weitere 200 ml Wasser und 1 EL Salz dazu. Alles wird gut verknetet und soll 2 Stunden an einem warmen Ort gehen.

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Nach der Wartezeit ist aus dem eher kompakten Teig ein großer Blobb geworden 🙂 Der Teig wird zu einem Laib geformt und mit etwas Mehl bestäubt, bevor er für eine Stunde bei 180°C in den Ofen kommt.

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Mein Mann und ich konnten nicht widerstehen und haben das frische, noch ofenwarme Brot direkt probiert. Sooo lecker! Und das Beste: das Brot ist wirklich mild und macht keinerlei Sodbrennen. Das backe ich bestimmt nochmal. Und jetzt bin ich inspiriert, mich mal anderen/vollwertigen Brotrezepten zu widmen. In den letzten Monaten haben wir nämlich eigentlich immer dasselbe Vollwert-Dinkelbrot mit Ölsaaten gemacht.

Liam, 23.02.2015, 13:53 | Abgelegt unter: Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Der Samstag war nur bis zum Mittag sonnig, danach eher trübe mit einer diesigen Sonne, die aussah wie ein verlaufenes Spiegelei. Der Sonntag war erst genauso, entschloß sich gegen Nachmittag aber doch nochmal zu etwas Sonne 🙂

[Gemacht] Mein Mann und ich haben ein Bett aufgebaut, das ich zur Probe ein paar Tage benutzen darf. Ich hoffe, daß es DAS Bett ist! Wir waren an zwei Bücherschränken und haben tatsächlich geschafft, mehr wegzubringen als mitzunehmen *phew!* Sonntag waren wir mit unserem Sohn im Reptilienzoo, wo wir alle Photos gemacht und eine Netzpython gestreichelt haben.

[Crafts’n’Arts] Leider nichts.

[Gesportelt] Geradelt. Und meinen Haushaltsteil fand ich körperlich sehr anstrengend.

[Gehört] Wovenhand. Der Herr der Ringe. Radio.

[Gelesen] Sylvia Schneider: Tees zum Wohlfühlen. Ich habe das Buch für ein paar Cent bei Amazon gekauft und bin absolut begeistert. Es ist unterhaltsam zu lesen, beinhaltet viel Wissenswertes auch zu eher unbekannten Kräutern und Heilpflanzen und bietet eine ganze Fülle von tollen Rezepten. Dazu noch wunderschöne, stimmungsvolle Photos. Bin überrascht, daß das Buch so unbekannt ist, und kann es nur wärmstens empfehlen.

[Gesehen] Ice Road Truckers: Deadliest Roads, eine Folge. Harry Potter und der Stein der Weisen.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und einen Orangenlikörcocktail.

[Gegessen] Außer Pizza und Curry: selbstgebackenes Brot mit Mozzarella und Tomaten. Einen Burger. Brötchen mit Frühstückskram.

[Gedacht] Wie sehr ich mir mehr Leichtigkeit wünsche, im Inneren und auch im Außen. In manchen Momenten fühle ich mich bleischwer und habe das Gefühl, das letzte Mal in meiner Kindheit wirklich unbeschwert gewesen zu sein…

[Gekauft] Unseren Wochenend-Großeinkauf.

[Spirituelles] Ich hatte einen Traum, von dem ich dachte, er sollte mich komisch berühren, was er aber nicht tat. Ich frage mich, was er bedeutet, oder ob er einfach nur irgendein Gedankenschrott ist.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich werde das Bett ausgiebig testen und daher vermutlich müder sein als die letzten Tage, aber das gehört wohl dazu (Urlaubsfeeling :)). Mein Auto muß in die Inspektion, also habe ich viel Zeit, mich daheim zu betätigen – hoffentlich kreativ.

Liam, 22.02.2015, 19:06 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Orangenlikör

Letzte Woche habe ich einen Orangenlikör mit dem restlichen Rum angesetzt, der noch vom Granatapfel-Rum übrig war. Das Rezept ist denkbar einfach:

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1 ungespritzte Orange heiß abspülen. Mit einem Sparschäler die Schale abnehmen und ggf. in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit 1 EL Rohrzucker in eine Flasche geben und mit 350 ml weißem Rum auffüllen.

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Eine Woche an einem dunklen Ort ziehen lassen, dabei hin und wieder schütteln. Nach einer Woche durch ein feines Sieb filtern. Der Orangenlikör sollte dunkel aufbewahrt werden.

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Obwohl er pur getrunken werden kann, schmeckt er besonders gut, wenn er mit frisch gepreßtem Orangensaft und Eiswürfeln aufgefüllt wird.

Liam, 21.02.2015, 12:28 | Abgelegt unter: Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Äußere Ordnung gegen inneres Chaos

Ich hatte schon mal geschrieben, daß ich gern bei Unfuck Your Habitat mitlese. Nach diesem Konzept räumt man 20 Minuten auf und macht dann 10 Minuten Pause. Das Aufsplitten der Arbeit in Häppchen, die zu bewältigen sind, gefällt mir sehr, allerdings mache ich selbst das nicht anhand einer zeitlichen, sondern einer aufgabenbasierten Teilung. Also anstatt 20 Minuten zu „unfucken“, nehme ich mir einen Job vor, der erledigt werden soll. Sobald ich damit fertig bin, gibt es eine Pause, bevor ich mir – falls einer ansteht – den nächsten Punkt vornehme. Naja, wenn ich ehrlich bin, muß ich zugeben, daß es immer einen nächsten Punkt gibt, daß ich aber nur sehr begrenzte Kraftressourcen zur Verfügung habe. Und damit ich nicht im Chaos versinke, schreibe ich mir gern To-Do-Listen. Die aktuelle Liste platziere ich an einem Ort, wo ich sie mehrmals täglich sehe, allerdings nicht so, daß sie mich zu nerven beginnt.

Mir hilft beim Abarbeiten meiner Listen, daß ich gut darin bin, mich selbst zu disziplinieren. Ich muß allerdings aufpassen, daß ich diese Fähigkeit nicht gegen mich richte, denn ich neige leider dazu, mir nicht nur Feuer unterm Hintern zu machen, sondern mich zu Sachen zu zwingen, auch über meine Leistungsfähigkeit hinaus. Und das bezahle ich meist am Folgetag mit einem erhöhten Schmerzpegel, der mich davon abhält, überhaupt etwas zu machen – also eine total sinnbefreite Aktion.

Eine Taktik, die sich im Alltag für mich gut bewährt hat, ist es, immer etwas in die Hand zu nehmen, wenn ich mich von einem Raum in den anderen bewege. Das heißt, sobald ich von meinem Platz im Wohnzimmer aufstehe, greife ich mir z.B. die Zeitungen, die ins Altpapier sollen und mache einen Umweg zum Altpapierkorb, bevor ich an mein eigentliches Ziel gehe, sagen wir, die Küche. In der Küche mache ich mir dann meinen Tee und nehme auf dem Rückweg zum Wohnzimmer die Geschirrtücher für den Wäschekorb mit. Das ist jetzt kein neues oder besonders kreatives Konzept, aber es funktioniert gegen das kleine Alltags-Chaos.

Ich habe keinen Putzplan, sondern putze, wenn es nötig wird. Und manchmal drücke ich auch beide Augen zu, wenn ich partout keine Lust habe. Ich bin aber stolz auf mich, daß ich es in den letzten Jahren geschafft habe, mir anzugewöhnen, Staub und Clutter nicht mehr zu ignorieren, sondern regelmäßig zu putzen und die Dinge zu richten. Es gibt Arbeiten im Haushalt, die ich gern erledige,wie zum Beispiel das Bad putzen. Auch mein Mann hat Arbeiten, die er lieber mag als andere. Wir haben es uns so aufgeteilt, daß jeder von uns das macht, was er am liebsten macht bzw. was er am besten kann, und den Rest machen wir gemeinsam. Auch unser Sohn übernimmt schon kleine Arbeiten wie etwa das Fegen vorm Ofen oder das Reinigen der Katzenklos – das ist eine große Hilfe!

In Zeiten wie jetzt gerade, wo ich mit innerem Chaos zu kämpfen habe, hilft mir die äußere Ordnung, mich zu fokussieren und nicht verloren zu gehen. Zuviel Besitz und vor allem zuviel Gerümpel, das sichtbar einen Raum bevölkert, machen mich kribbelig. Ich bin immer derjenige, der ausmistet und Sachen weggibt (dafür bin ich schon berühmt-berüchtigt…). Was für mich gar nicht funktioniert, ist Deko. Ich rede mich immer damit raus, daß wir Katzen haben und die die Deko als Spielzeug verwenden würden. Das ist zwar schon passiert, aber wenn ich nicht gerade Filzfigürchen und Kastanien hinlegen würde, würde ich Deko hinstellen können. Ich finde Deko bei anderen Leuten auch immer nett und gemütlich, aber ich selbst schaffe das nicht wirklich. Vielleicht bin ich auch zu praktisch veranlagt. Auf dem Tischchen neben meinem Sofa habe ich nur Dinge stehen, die ich im Zugriff brauche, aber keine Blumen, keine Basteleien und nicht mal ein Deckchen. So ungefähr handhabe ich Wohnen: es muß praktisch sein.

Was mir in unserem Heim noch fehlt, ist Stauraum. Gerade in Wohnzimmer und Küche haben wir davon eigentlich zu wenig. Zumindest das Platzproblem in der Küche läßt sich aber lösen, wenn wir im Herbst unsere neue Küche kaufen, und darauf freue ich mich schon sehr. Geschlossene Schränke finde ich soviel übersichtlicher und aufgeräumter als lose Körbe.

Eine gewisse Haushaltsroutine zu haben, hilft mir auch gegen das innere Chaos. Wie ich schon weiter oben schrieb, habe ich keinen Putzplan, aber ich habe grob im Kopf, wann ich das letzte Mal welchen Raum geputzt habe und wann er wieder dran ist. Bei der Umsetzung bin ich nicht verkniffen, aber ich gucke, daß es nicht zu lange liegen bleibt, auch aus der Erfahrung heraus, daß Unordnung Unordnung anzieht. Letztlich gibt mir eine gewisse äußere Ordnung das Gefühl, mein Leben und mich selbst unter Kontrolle zu haben. Das ist ein tragfähiger Rahmen, auf dem ich aufbauen kann.

Liam, 21.02.2015, 11:22 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Gewürzmilchvarianten

Ich vertrage keine Laktose und reagiere leider selbst auf sog. laktosefreie Milchprodukte, sofern deren Kohlenhydratanteil nicht wirklich bei 0 Gramm liegt. Da ich allgemein versuche, meinen Konsum tierischer Produkte einzuschränken, und da es gut mit meiner Laktoseintoleranz vereinbar ist, verwende ich in meiner Küche ausschließlich Pflanzenmilchdrinks und -sahne. Im Laufe der Zeit habe ich eine ganze Reihe davon durchprobiert und habe inzwischen diejenigen Produkte gefunden, die mir am besten schmecken. Interessanterweise ist selbstgemachte Pflanzenmilch nicht dabei, obwohl ich ja sonst einen Faible dafür habe, Sachen selbstzumachen. Wie auch immer, wenn in den folgenden Rezepten von Milch die Rede ist, meine ich stets Pflanzenmilch 🙂

Nachdem ich mich eine Weile vollwertig im Sinne von Dr. Bruker ernährt habe, betrachte ich ein Glas Milch inzwischen als Mahlzeit, nicht als Getränk. Bruker hatte, soweit ich mich erinnere, allerdings gar keine Pflanzenmilchprodukte in seiner Ernährungsform vorgesehen und seine Angaben bezogen sich demnach auf Kuhmilch. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, daß auch ein Glas Pflanzenmilch, vor allem wenn sie noch aromatisiert und gesüßt wurde, mich recht stark sättigt, weswegen ich sie nicht allzu oft zu mir nehme (vielleicht ein paarmal im Jahr?) – in der Regel ziehe ich ein Stück Brot doch vor. Meine Gewürzmilchrezepte habe ich also über einen längeren Zeitraum gesammelt und möchte sie jetzt mal zusammengefaßt posten.

Schlummermilch I

1 Tasse Milch mit 1 TL Bockshornkleesamen in einem Topf erhitzen und kurz köcheln lassen. Durch ein feines Sieb in eine Tasse geben und nach Belieben mit Agavendicksaft oder Honig süßen. Honig an sich wirkt übrigens auch beruhigend.

Schlummermilch II

1 Tasse Milch mit 1 EL blaue Mohnsamen vermischen und ein paar Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Dann die Mischung in einem Topf erhitzen und kurz köcheln lassen. Die Milch durch ein Sieb in eine Tasse gießen und nach Belieben süßen. Schmeckt auch sehr lecker, wenn noch eine im Mörser angestoßene Kardamomkapsel mitgekocht wird.

Schlummermilch III

1 Tasse Milch in einem Topf aufkochen, in eine Tasse füllen und die Blütenblätter von 4-6 Mohnblumen in einem Tee-Ei hineinhängen. Einige Minuten ziehen lassen, dann abseihen und nach Belieben süßen.

Chili-Kakao

1 Tasse Milch mit 1 gehackten Ancho-Chili in einem Topf erhitzen. 1/2 Riegel Schokolade (Kakaogehalt mindestens 70, besser noch 85%) dazureiben. Kurz köcheln lassen und die Milch durch ein Sieb in eine Tasse geben. Nach Belieben süßen und mit einer Prise Cayennepfeffer bestreut servieren.

Yogiteevariante

2 Kardamomkapseln (grün), 3 Gewürznelken, ein 4 cm langes Stück Zimtrinde und 2 schwarze Pfefferkörner im Mörser anstoßen und zusammen mit 250 ml Wasser und einem Scheibchen frischen Ingwer aufkochen. 5 Minuten köcheln lassen, dann 150 ml Milch dazugeben und kurz mitköcheln lassen. Durch ein Sieb in eine Tasse geben und nach Belieben süßen. Wer mag, kann auch etwas Schwarztee mitköcheln.

Walnußmilch

1 Tasse Milch zusammen mit 1 kleinen Handvoll junger Walnußkerne in einem Topf aufkochen, kurz ziehen lassen und dann durch ein Sieb in eine Tasse geben. Nach Belieben süßen. Am besten schmeckt diese Nußmilch mit ganz jungen Walnüssen, die gerade erst geerntet wurden und schön süß sind. Man kann auch andere junge / süße Nüsse, Mandeln und sogar Bucheckern verwenden.

Goldene Milch

150 ml Wasser mit 3 TL Kurkumapulver in einem Topf 8-10 Minuten köcheln lassen, bis eine dicke Paste entstanden ist. Von dieser Paste wird 1/2 bis 1 TL voll mit 1 Tasse Milch in einem Topf erhitzt, kurz köcheln gelassen und dann in eine Tasse gefüllt. Ein paar Tropfen Mandelöl dazu und nach Belieben süßen. Kurkuma ist sehr gut für die vom Yoga beanspruchten Gelenke.

Zimt-Pflaumen-Milch

2-3 Dörrpflaumen in 1 Tasse Milch einlegen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag die Milch zusammen mit den Pflaumen und 1 Msp. Zimtpulver aufkochen, kurz köcheln lassen, pürieren und dann in eine Tasse füllen. Nach Belieben süßen.

Liam, 20.02.2015, 00:44 | Abgelegt unter: Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #9

In der kommenden Woche haben wir bislang nur einen einzigen Termin – das ist echt selten. Also haben mein Mann und ich ein paar aufwendigere Gerichte eingeplant.

  • Freitag: Pasta mit Erbsen-Pesto-Sauce, dazu Salat (vegan)
  • Samstag: Pizza, dazu Rucolasalat (vegetarisch)
  • Sonntag: Mais-Kokos-Curry, dazu Reis (vegan)
  • Montag: Kartoffelgulaschsuppe mit Paprika (vegan)
  • Dienstag: Reissuppe (vegan)
  • Mittwoch: Curry mit roten Linsen und Blattspinat, dazu Reis (vegan)
  • Donnerstag: Pasta mit Tomaten, Oliven und Kapern, dazu Salat (vegan)

Ohne es zu beabsichtigen, ist die dem Aschermittwoch folgende Woche nun doch recht vegan geworden 🙂

Liam, 18.02.2015, 18:46 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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