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Archiv: Dienstag, 10. Februar 2015

Bücher im Januar

Ich habe den guten Vorsatz, mal ein ganzes Jahr lang festzuhalten, welche Bücher ich lese. Allerdings lese ich Bücher, die mir nicht gefallen, oft nicht zuende, weil mir meine Zeit dafür zu schade ist. Im Januar lagen auf meinem Stapel:

  • Andrew Miller: Friedhof der Unschuldigen. Bücherschrankfund. Der Ingenieur Jean-Baptiste Baratte erhält 1785 von höchster Stelle den Auftrag, den Friedhof der Unschuldigen, der mitten in Paris gelegen ist, samt seiner Kirche zu entfernen, da der Gottesacker überquillt und mit seinen Ausdünstungen die Menschen krank macht. Die Geschichte ist wundervoll und es ist ein Genuß, sie zu lesen, auch dank der hervorragenden Übersetzung. Dieses Buch werde ich behalten.
  • Sunzi: die Kunst des Krieges. Bücherschrankfund. Dieser Klassiker stand schon lange auf meiner Lese-Liste, allerdings hat sich beim Lesen tatsächlich eingestellt, was ich erwartet hatte, nämlich ein fieses Bauchgrummeln. Ich bin zwar streitbar, aber im tiefsten Herzen doch ein Pazifist und Sonnenblumenanschmachter. Wird wieder ausgesetzt.
  • Tom Rob Smith: Kind 44. Bücherschrankfund. Das Buch spielt im Jahr 1953 in Rußland. Die Bevölkerung leidet unter dem Terrorregime Stalins, das die Existenz von Straftaten leugnet, weil diese in einer egalitären Gesellschaft ja nicht vorkommen dürfen. Dennoch findet der MGB-Agent Leo heraus, daß im weiteren Umkreis um Moskau bestialische Morde an Kindern verübt werden. Zusammen mit seiner Frau Raisa macht er sich auf die Suche nach dem Mörder und wird dabei mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Das Buch ist großartig. Der beste Thriller, den ich seit langem gelesen habe. Smith schildert das Alltagsleben im stalinistischen Rußland eindringlich und erzeugt damit eine beklemmende Spannung, die sich durch das ganze Buch hält. Leos Entwicklung ist mMn authentisch erzählt. Alles in allem keine leichte Kost, aber sehr lohnend.
  • Annie Proulx: Brokeback Mountain. Den Film kennen wahrscheinlich einige, das Buch scheint mir eher unbekannt. Außerdem ist sein Titel etwas irreführend, denn tatsächlich ist Brokeback Mountain nur eine von insgesamt elf Kurzgeschichten, die das Leben in Proulx‘ Wahlheimat Wyoming beleuchten. Das Buch ist großartig, weil es der Autorin gelingt, die karge, schroffe Schönheit und die endlose Weite Wyomings einzufangen, wo ein Menschenschlag lebt, der von der Landschaft geprägt wurde. Ich habe das Buch vorzugsweise nach 23 Uhr gelesen, nur mit einer kleinen Leselampe an, während der Januarsturm ums Haus tobte. Awesome!
  • Ellis Peters: Hexenflug. Der junge Lehrer Tom ist verliebt in Annet, die Tochter seiner Vermieter. Eines Abends beobachtet er, wie das Mädchen den Hollowmount, einen sagenumwitterten Hügel in Wales, besteigt. Erst fünf Tage später kommt Annet zurück und behauptet steif und fest, nur kurz spazieren gewesen zu sein. Lügt sie? Und was verbindet sie mit einem Mord in Birmingham? Das Buch spielt in den 1960ern und entsprechend darf man keine allzu freigeistigen Handlungen und Entwicklungen erwarten, aber unterm Strich ein netter Schmöker.
Liam, 10.02.2015, 15:39 | Abgelegt unter: Book & Silverling | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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