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Archiv: Montag, 25. Mai 2015

WochenendRückblick

[Wetter] Es war eher grau und ein bißchen regnerisch, aber ich habe das Wetter wirklich genossen. Schön frischer Wind und nicht so warm.

[Gemacht] Samstag waren mein Mann und ich in der Stadt, ein paar Einkäufe erledigen. Angesichts der Einkaufspanik zu Pfingsten war das irgendwie keine wirklich gute Idee, aber immerhin haben wir bekommen, was wir gesucht haben. Wir haben später noch einen Quilt geheftet (allein ist das nicht zu schaffen) und einen Film geguckt. Sonntag waren mein Mann und ich ein bißchen in den Hügeln unterwegs, später ist er mit unserem Sohn auf einen Mittelaltermarkt gefahren, während ich Hörbuch gehört und rumgekrutschelt habe. Abends haben wir gegrillt – das erste Mal seit Ewigkeiten omnivor. Nach dem Essen haben wir spontan entschlossen, zusammen mit unserem Sohn einen Film zu gucken. Sonntag waren mein Mann und ich spontan im nördlichen Schwarzwald unterwegs, wo wir auf einen kleinen Kunsthandwerkermarkt stießen, den wir uns angeguckt haben. Saßen später in einem Biergarten und haben viel geredet.

[Crafts’n’Arts] Ich habe das Quilttop für meinen Lonestar-Quilt fertigbekommen, wir haben es geheftet und ich habe angefangen, es zu quilten. Ich war ein wenig zu optimistisch bei der Auswahl des Quiltings, denn es ist relativ fein und eng, so daß ich für diesen 2×2 Meter großen Quilt vermutlich eine Ewigkeit brauchen werde… Außerdem habe ich das erste Mal ein neues Volumenvlies verwendet, mit dem ich nicht so zufrieden bin. Es läßt sich nur sehr schwer mit Stoffkleber fixieren, wodurch sich ständig die einzelnen Layer voneinander trennen.

[Gesportelt] Geradelt und einige Yogaübungen für den Oberkörper.

[Gehört] Jussi Adler-Olsen: Erbarmen. Das ist nach langem mal wieder ein richtig spannendes Hörbuch, das ich nur schwer ausschalten kann. Gehört habe ich außerdem Deine Lakaien, Floodland, Wovenhand und einen uralten Gothic-Sampler.

[Gelesen] Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte – die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule. Ein schönes Buch mit einigen wirklich originellen Rezepten.

[Gesehen] Armored, den ich sehr spannend fand. Und den zweiten Teil von Der Herr der Ringe I, extended version.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und Cola.

[Gegessen] Die Sachen vom Wochenplan, außerdem einen Burger. Pommes. Beim Grillabend: gegrillte Tomaten, Gemüsepäckchen mit Feta, Nudelsalat mit Spinat und getrockneten Tomaten, gegrillte Hühnerbrust, Brot und Banane mit Sojasahne und Schokosplittern. Superlecker. Erdbeeren. Honig-Knuspermüsli mit Sojajoghurt. Blaubeeren. Salat aus eigenem Anbau.

[Gedacht] Wie hilfreich ich so vieles finde, das es bei YouTube gibt. Dafür bin ich echt dankbar.

[Gekauft] Ein bißchen Kleidung für den Sohn. Ein paar Neuanschaffungen für den Garten und die Terrasse, u.a. eine kleine Venusfliegenfalle, die auch schon kräftig unsere Mücken dezimiert.

[Spirituelles] Ich glaube, ich verstehe meine Träume jetzt etwas besser.

[Ausblick auf die nächste Woche] Eine kurze Woche dank Feiertag. Ich möchte eigentlich nur jede Menge lesen und quilten.

Liam, 25.05.2015, 17:17 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Viva Emptiness

Die letzten anderthalb Jahre waren für mich extrem belastend. Mir ist klar, daß ich aufgrund meiner komplexen PTBS schon vorgeschädigt bin und daher auf Streß, Veränderungen und andere destabilisierende Faktoren anders reagiere als nicht-traumatisierte Menschen, aber ich habe das Gefühl, daß die Dinge, mit denen ich fertig werden mußte, auch psychisch gesunde Menschen belastet hätten. Wenn mir diese schwere Zeit etwas gezeigt hat, dann daß ich mich auf mich selbst verlassen kann und mir selbst sehr effizient beistehen und helfen kann. Was mir die Zeit aber auch gezeigt hat, ist leider, daß ich ziemlich allein dastehe.

Der erste Schlag war, daß sich Menschen, die ich für meine Freunde gehalten habe, in einer Phase, in der ich akut Beistand und Bestärkung gebraucht hätte, abgewandt haben. Die meisten ganz feige, ohne mit mir darüber zu sprechen. Sie haben sich einfach nicht mehr gemeldet. Es gab aber auch Menschen, die mir erklärt haben, daß sie die Prozesse, durch die ich gehe, nicht mittragen wollen. Das war mutig und ehrlich, aber angesichts der Dinge, die ich für diese Menschen getan habe, armselig.

Ich habe mich vor kurzem aus einem Projekt zurückgezogen, das ich fast sieben Jahre sehr enthusiastisch gepflegt habe. Ich bin sang- und klanglos verschwunden und habe die Tür hinter mir zugezogen. Es war vielleicht nicht ganz fair, doch ich sah keinen anderen Weg mehr, weil ich in diesem Projekt immer sprachloser wurde, weil die Dinge, die ich getan und gesagt habe, stark negativ bewertet wurden. Vielleicht war es auch einfach naiv von mir, offen zu sein, wo mir eigentlich klar ist, daß nicht jeder Mensch für Traumatisierte sensibel genug ist. Da prallen einfach zwei grundlegend andere Weltsichten aufeinander, und darum wird der Dialog schwierig. Oder sogar unmöglich. Es ist gut, daß ich dieses Projekt verlassen habe. Gleichzeitig jedoch verspüre ich so etwas wie Verwirrung und Enttäuschung über die ausbleibenden Reaktion auf meinen Abschied. Ein einziger Mensch hat mich gefragt, warum ich gegangen bin. Einer. Was ist mit all den anderen, die mich die Jahre über begleitet haben, die gern angenommen haben, was ich gegeben habe? Daß da nicht einmal eine Nachfrage kommt („alles ok mit Dir?“), finde ich schon sehr verletzend. Ganz besonders von den paar Individuen, mit denen ich näher zu tun hatte.

In der Folge fühle ich mich jetzt gerade bestürzend frei. Vor allem frei von Bindungen und Verbindlichkeiten. Es ist außer meinem Partner niemand geblieben – ist das nicht verrückt? So allein stand ich noch nie in meinem Leben da und es fühlt sich komisch an. Verunsichernd, aber auch verlockend. Ich habe gedacht, daß es mich verängstigen würde, doch dem ist nicht so. Ich fühle eher Verbitterung und Verletzung angesichts dieses breiten Spektrums menschlichen Versagens.

Darüber, wie sich diese vollständige Leere entwickeln könnte, mag ich noch gar nicht nachdenken. Die kPTBS macht es mir in sozialen Belangen ohnehin schwer genug und angesichts dieser Enttäuschung habe ich gerade keinerlei Offenheit für neue Kontakte. Das ist ok, ich kann diese Leere aushalten, ich kann sie sogar genießen. Vielleicht ist sie die Abwesenheit von Druck, die ich gerade so dringend brauche. Jedenfalls sehe ich auf einmal viele Perspektiven für die Zukunft, die mir bisher eher vage und nicht so wahrscheinlich vorkamen, zum Beispiel ein Leben im Ausland. Hier bindet mich nichts mehr.

Liam, 25.05.2015, 10:53 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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