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Archiv: Juli 2015

Der Garten am 20.7.2015

Diese Woche ist im Garten eine ganze Menge los!

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Die Mini-Aubergine, die ich anstelle des komplett von Blattläusen ausgesaugten Borretschs eingepflanzt habe, trägt das erste Mal Blüten. Ich fand sie so hübsch, daß ich sie direkt auch aquarelliert habe.

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Mangold und Blumenkohl wachsen super. Ich denke, diese Woche werde ich das erste Mal ein paar Blätter Mangold ernten können. Wenn man genau hinguckt, erkennt man, daß sich zwischen die beiden großen Gemüsenpflanzen junge Pflänzchen mit runden Keimblättern selbst ausgesät haben…

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…nämlich Borretsch! Der wuchs im Kasten direkt über dem großen Kübel und hat nach für Nachwuchs gesorgt 🙂 Die jungen Borretschpflänzchen werde ich diese Woche pikieren, auf der Terrasse hegen und sobald sie groß genug sind, in einen eigenen Bottich setzen.

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Neben dem Broccoli, der ein totaler Schädlingsmagnet ist, habe ich diese Woche einen jungen Wirsing gesetzt. Die charakteristische Struktur der Blätter ist bereits erkennbar.

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Der Grunkohl prosperiert, aber ich möchte mit der ersten Ernte noch immer warten.

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Und last but not least werden die ersten Tomaten rot. Noch sind sie nicht erntebereit, da ich sie an der Pflanze belasse, bis sie sich ganz leicht von hren Stielen lösen lassen, aber ich freue mich schon jetzt auf das erste Brot mit Tomate, Knoblauch und Basilikum…

Liam, 20.07.2015, 21:43 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Samstag war es heiß und schwül. Ich muß sagen, diesen Sommer finde ich echt brutal, und habe den Eindruck, daß ich außer den nötigsten Sachen nichts auf die Kette kriege. Dafür war der Sonntag wunderbar windig, aber dennoch total warm und feucht.

[Gemacht] Den Samstag habe ich auf dem Sofa verbracht, nach einer miesen, heißen Nacht. Habe viel gelesen, zwischendurch einen Salat gemacht, dann am PC gedaddelt. Abends haben wir gegrillt und sehr viel später sind mein Mann und ich nach Sonnenuntergang an einem Bücherschrank gewesen. Sonntag waren wir nach dem Frühstück zum Foragen unterwegs und ich habe die Mischung aus Sonne und viel Wind sehr genossen. Später habe ich Sport gemacht und war abends nochmal zum Kräutersammeln los, bevor wir einen Film geguckt haben.

[Crafts’n’Arts] Leider gar nichts.

[Gesportelt] Zwei Einheiten Radeln und Kraftsport.

[Gehört] Vor allem „Maize“ von Wovenhand. Kein Lied paßt besser in diese Zeit der Hitze und der Ernte.

[Gelesen] Boris von Smercek: R_Evolution. War mal eine Bücherschrankfindung und unterhält mich ganz prima.

[Gesehen] Ein paar Folgen Baywatch.

[Getrunken] Jede Menge Wasser, eine stromfreie Caipirinha und etwas Cola.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Wochenplan: einen Fischburger. Brot mit Bruschetta. Ein veganes Schokoeis.

[Gedacht] Denke gerade intensiv über Role Models nach, in meinem Leben.

[Gekauft] Ein Parfum.

[Spirituelles] Da gab es einiges dieses Wochenende. Meditative Momente am Rand eines Kornmeeres. Ein für mich unendlich Kostbares Geschenk, das ich beim Sammeln von Rainfarn finden durfte. Das Gefühl von Verbundenheit.

[Ausblick auf die nächste Woche] Einer der schlimmsten Termine des Jahres steht an: Zahnarzt! Ansonsten hoffe ich, daß es nicht so fies heiß und schwül ist, damit ich mal wieder ein bißchen im Haushalt geschafft kriege.

Liam, 19.07.2015, 19:14 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

MännerRäume

Eine diskussionsreiche Woche liegt hinter mir. In einer gemischten Gruppe kam seitens einiger Männer der Wunsch auf, sich einen Raum nur für uns erschaffen zu dürfen, in dem wir unter uns sind. Wir alle hatten das Gefühl, daß es in so einem Raum möglicherweise leichter wäre, uns auszutauschen, gerade über die Dinge, die wir als kompliziert erleben: Beziehungen, den Umgang mit psychischen Problemen, das männliche Selbstbild vs. das Bild vom Mann in unserer Gesellschaft, Patriarchatskritik, männliche Spiritualität, Initiation, das eigene Verhältnis zum Vater und anderes mehr.

Nachdem wir dieses Bedürfnis formuliert haben, haben wir sehr gemischte Reaktionen seitens der beteiligten Frauen erhalten. Die einen haben uns ringoros unterstützt, sich sogar für uns gereut, da es nämlich bereits zwei reine FrauenRäume gibt, die auch genutzt werden. Die anderen haben uns mit Vorwürfen überschüttet, die allesamt emotionale Wurzeln hatten. Beispielsweise wurde gesagt, wir hätten alle einen Ödipuskomplex, würden Frauen für „zu dumm“ zum Diskutieren halten, würden einen Keil in die Gemeinschaft treiben und so weiter.

Obwohl mich diese irrationalen Vorwürfe stark verletzt haben, habe ich mich viele Tage lang bemüht, weiterhin offen und verständnisvoll zu argumentieren. Ich habe mir die Bedenken hinsichtlich einer reinen Männergruppe angehört und versucht, zu begreifen, warum eine reine Frauengruppe ok ist, eine reine Männergruppe jedoch nicht. Heute ist mir dann nach mehreren Tagen immer erhitzterer Diskussion der Kragen geplatzt, nämlich als deutlich wurde, daß die lauteste Gegnerin dieser Männergruppe einfach nur provozieren will. Ich fühle mich nicht besonders gut damit, am Ende doch emotional geworden zu sein, kann aber nachvollziehen, warum ich Klartext gesprochen habe. Es macht mit wütend, wenn es keine echten Argumente gibt, sondern nur dumme Stereotypen heruntergeleiert werden. Und es macht mich mehr als wütend, wenn es als wichtig und richtig betrachtet wird, daß Frauen Räume haben, wo sie sich untereinander austauschen können (was natürlich richtig und wichtig ist!), während Männer dieses Recht abgesprochen werden soll. Als mir dann sowohl Männer als auch Frauen beisprangen, hat mich das ehrlich gesagt erleichtert, denn ich kam mir schon wie ein Troll vor.

Im Moment denke ich, angeregt von dieser unsäglichen Debatte, darüber nach, wo es in meinem Leben MännerRäume gibt und was sie von FrauenRäumen unterscheidet. Der eklatanteste Unterschied besteht meiner Meinung nach in der schieren Existenz des Bewußtseins dafür, wie wichtig FrauenRäume sind, wohingegen MännerRäume in der Regel nicht mal als Möglichkeit in Betracht gezogen oder sogar marginalisiert werden („beim Fußball kannst Du Dich ja austoben“ und dgl. mehr).

Ich empfinde eine tiefe Sehnsucht nach einem geschützten Raum, wo Männer zusammenkommen und sich austauschen. In der o.g. Gruppe haben wir uns diesen Raum nun erstritten (ja, so fühlt sich das leider tatsächlich an), und im Moment klingt der Streit in diesem leeren Raum noch nach. Keiner traut sich recht, alle sind ängstlich und wissen nicht, wo beginnen. Das finde ich unfaßbar schade. Jedenfalls überlege ich, wo in meinem Leben ich sonst noch einen MännerRaum erfahre bzw. wo ich ihn vielleicht etablieren könnte.

Liam, 18.07.2015, 23:34 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #30

In der letzten Woche war bei uns irgendwie der Wurm drin: an einem Tag hatte ich überhaupt keine Lust, etwas zu essen, an einem anderen Tag waren die gerade gekauften Bohnen schimmelig, so daß wir umschwenken und zum Wok gehen mußten. Ehrlich gesagt werfen mich solche „Kleinigkeiten“ ganz schön aus der Bahn – ein Grund mehr, mit frischem Elan in die neue Woche zu starten 🙂

  • Donnerstag: Linsencurry mit jungem Spinat, dazu Brot (vegan)
  • Freitag: Grünkernlasagne, dazu einen fancy Salat (vegetarisch)
  • Samstag: Grillen (omnivor)
  • Sonntag: Kartoffelgemüse mit Minze und Erbsen, dazu gegrilltes Huhn (omnivor)
  • Montag: gerösteter Blumenkohl, dazu Ofenpommes und Veggiewürstchen (vegan)
  • Dienstag: Chorizo-Carbonara, dazu Karottenrohkost (omnivor)
  • Mittwoch: Asia-Suppe mit Zucchini, Karotten und Radieschen (vegan)
  • Donnerstag: Ofenpommes, Baked Beans, Veggie-Würstchen, dazu ein fancy Salat (vegetarisch)
Liam, 15.07.2015, 19:19 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Den Aquarellkasten einrichten

Ich habe vor über 15 Jahren meinen ersten Aquarellkasten geschenkt bekommen – und den habe ich immer noch! 🙂 Es ist ein kleiner Kasten mit zwölf Farben, von denen ich die meisten gar nicht brauche. Dann habe ich mir vor vielleicht zehn oder zwölf Jahren einen Kasten mit 24 Farben gekauft, im Laufe der Zeit aber festgestellt, daß ich auch hier die meisten Farben nicht benutze. Nun war es also endlich an der Zeit, mir einen customized Kasten zusammenzustellen 🙂 Einen Leerkasten und die dazugehörigen Näpfchen habe ich im Kunstmarkt gekauft, außerdem ein paar neue Farben von Schmincke, die ich bisher nicht kannte, weil ich die letzten Jahre ausschließlich mit Van Gogh gemalt habe.

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Da ich meist Landschaften oder Pflanze male, brauche ich vor allem ein gutes Sortiment an Grün- und Brauntönen. Über die Jahre hinweg habe ich einige Farben dieser Abstufungen angesammelt. Mit manchen bin ich mehr, mit anderen weniger zufrieden, und so nutzte ich die Gelegenheit, gleich mal diejenigen auszusortieren, die nicht länger meinen Anforderungen entsprechen. Mein Sohn aquarelliert auch und bei ihm haben die Tuben und Näpfchen ein gutes neues Zuhause gefunden. Im zweiten Arbeitsschritt habe ich mir Farbmuster der übrigen Grün- und Brauntöne erstellt. Das war mir deswegen wichtig, weil die Einschätzung einer Farbe doch ziemlich von ihrer tatsächlichen Farbqualität abweichen kann.

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Nachdem ich eine Auswahl getroffen hatte, bei der natürlich auch die grundlegenden Farben wie Gelb, Ultramarin etc. nicht fehlen durften, habe ich noch einmal eine Farbmusterkarte erstellt, um die Farben entsprechend ihrer Wertigkeit in den Kasten zu räumen.

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Zuletzt habe ich die Näpfe einsortiert und mir eine Farbmusterkarte von den Näpfen erstellt, die zeigt, an welcher Position sie sich im Kasten befinden. Das ist deswegen hilfreich, weil ich mir den Kasten komplett neu aufgebaut habe und noch keine Beziehung zu ihm aufgebaut habe: ich weiß kurz gesagt noch nicht 100% genau und intuitiv, wo die Farbe liegt, die ich suche. Beim Aquarellieren muß es manchmal sehr schnell gehen, und auf diese Weise ist sichergestellt, daß ich mich nicht verhaue und das Bild ruiniere. Außerdem sehen getrocknete Farben, die obendrein so kompakt in einem Näpfchen aufbewahrt werden, gern einfach mal „dunkel“ und undefiniert aus, wie man auf dem Bild gut erkennen kann. Außerdem habe ich mir den Farbnamen und den Hersteller vermerkt, denn im Laufe der Zeit vergißt man sowas gern mal.

Das Einzige, mit dem ich gerade noch nicht zufrieden bin, ist das Rot. Es ist ein Permanent Rot Dunkel, das mir jedoch zu „tomatig“ ist. Ich denke, ich werde wenigstens noch ein Rot hinzunehmen, das mehr ins Purpurne geht.

Tja, und so sauber wird der Kasten nie wieder aussehen 🙂

Liam, 14.07.2015, 13:16 | Abgelegt unter: Craft & Creation | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Samstag war es ausgesprochen schön, sehr sonnig und warm, aber mit leichtem Wind. Der Sonntag war durchwachsen, abends richtig grau mit Regen. Sehr schöne Luft.

[Gemacht] Freitagnachmittag kam mein Mann überraschend früh nach Hause, also haben wir uns das Kind geschnappt und ein Versprechen eingelöst: eine Runde Fast Food. Danach waren wir beim Kunstmarkt, wo wir uns mit neuen Aquarellfarben eingedeckt haben. Samstag waren mein Mann und ich nach dem üblichen Haushaltskram bei einem Bücherschrank, weil mein Sohn und ich x Kinderbücher aussortiert hatten. Danach waren wir an einem meiner Lieblingsorte und haben geforaged: wilden Thymian, Johanniskraut, Beifuß und anderes mehr. Abends haben wir im Hof gegrillt, Him- und Brombeeren gepflückt und lange geratscht. Für Sonntag war ein Ausflug geplant, aber noch vorm Frühstück bekam ich Migräne, so daß ich bis nachmittag liegen blieb. Danach habe ich den Garten versorgt und dabei gleich die restlichen Kohlrabi geerntet. Nach dem Essen waren wir ein Eis essen und ein bißchen unterwegs.

[Crafts’n’Arts] Ich habe mir zwei neue Aquarellkästen eingerichtet. Dazu schreibe ich vielleicht mal ein ganzes Posting.

[Gesportelt] Geradelt und Yoga. Ich habe mich leider beim Krafttraining etwas übernommen und muß da erstmal die Bremse reinhauen.

[Gehört] Die drei Fragezeichen. Wovenhand. Deine Lakaien. XPQ-21.

[Gelesen] Ich habe ein paar Seiten in einem Buch aus dem Bücherschrank gelesen, aber nicht wirklich viel. Mal gucken, ob ich das Buch überhaupt weiterlese.

[Gesehen] Ein paar Folgen Baywatch. Ich muß gestehen, daß ich die Serie sehr viel dümmer fand, als ich sie Anfang der 90er im TV gesehen habe. Mittlerweile hat sich meine Perspektive geändert und ich finde viele Dialoge überraschend gut. Und Sonne und Strand ist ja sowieso toll.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee, Cola und eine stromfreie Caipirinha.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Speiseplan: einen Burger. Beim Grillen: Hähnchenbrust, einen phantastischen veganen Reissalat mit Ananas, gegrillte Banane mit Schokolade, gegrillte Tomaten und Brot mit Dips. Einen bitter-süßen Salat mit Birne, der war wirklich toll. Ein veganes Schokoeis.

[Gedacht] Dieses Wochenende habe ich viel darüber nachgedacht, daß ich wirklich massive Probleme der Vereinahmung von Gay- und Transthemen von Cis-Menschen habe. Ich empfinde das selten als Solidaritätsbekundung, sondern vielmehr als Anmaßung. Einen Homo- oder Transsexuellen zu kennen, erscheint mir in manchen Kreisen (vor allem in der „neuen Awareness-Bewegung“) einfach chic und so eine Art Statussymbol, um sich als besonders tolerant zu profilieren. Ja, das geht mir auf den Keks.

[Gekauft] Jede Menge Aquarellfarben und Zubehör.

[Spirituelles] Ich hatte eine außergewöhnliche Begegnung – sogar schon die dritte ihrer Art. Im Moment weiß ich nocht gar nicht, ob ich darüber offen bloggen will, oder ob ich das für mich behalte, damit es nicht seinen Zauber verliert…

[Ausblick auf die nächste Woche] In der kommenden Woche haben wir Sperrmüll. Wir haben unfaßbar viel Zeug entrümpelt und ich freue mich darauf, es loszuwerden. Ich habe außerdem zwei Termine und hoffe, daß ich zum Gartenmarkt komme, damit ich den Ex-Kohlrabikasten neu bestücken kann.

Liam, 12.07.2015, 19:11 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Der Garten am 9.7.2015/Garten und Trauma

Diese Woche mußte ich leider meine beiden großen, blühenden Salatpflanzen aus dem Kasten reißen, denn sie nahmen zum Teil dem wachsenden Blumenkohl den Platz weg und wurde zum anderen Teil vom starken Wind umgeknickt. Demnach werde ich leider keine Salatsamen ernten können, aber immerhin weiß ich jetzt, wie er blüht (nämlich klein und gelb).

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In dem Beet haben nun Blumenkohl und Mangold das Sagen, doch angeregt durch die Lektüre von Alys Fowlers Buch überlege ich gerade, zu deren Füßen etwas anzupflanzen, das den Boden bedeckt. Mal sehen.

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Die Habanero-Chilis werden größer ♥

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Und genau das tun auch die Tomaten. Da ich die beiden Pflanzen optismistisch wie ich war in einen Kübel gesetzt und dann versäumt habe, frühzeitig auszugeizen, bilden sie einen ziemlichen Busch und ich muß ständig kontrollieren, ob die Früchte genug Platz zum wachsen haben. Habe aber in einem Tutorial gehört, daß man keinesfalls Blätter entfernt, also abwarten und Tee trinken 🙂

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Der Grünkohl wächst sehr schnell. Alys Fowler empfiehlt, ihn wie Salat von außen nach innen zu ernten, damit man länger was von ihm hat, aber ich denke, ich gebe ihm erst noch ein paar Wochen, bevor ich ihn koste.

In ihrem Buch, das ich übrigens ganz fabelhaft finde, hat mich ein kurzer Abschnitt bis ins Mark getroffen. Darin schreibt sie sinngemäß, daß man, da die meisten Pflanzen ja ohnehin nur eine Saison lang leben, im folgenden Jahr Fehler, die man gemacht hat, nicht wiederholen muß, sondern etwas Neues ausprobieren kann, selbst wenn man auf diesem Erkenntnisweg nun ein paar Pflanzen verloren hat, ob nun an Schädlinge oder andere Widrigkeiten. Mir ist bei der Lektüre dieses Abschnitts bewußt geworden, daß ich das bei weitem nicht so locker sehen kann. Natürlich, das Gartenprojekt sollte eigentlich ein entspannendes Fun-Projekt sein, bei dem hin und wieder etwas Eßbares abfällt. Mein Ziel war, ein paar Pflanzen besser kennenzulernen, und gemäß Hugh Fearnley-Whittingstall wenigstens einen kleinen Bruchteil dessen, was ich zum Leben brauche, selbst anzubauen. Gehofft hatte ich, daß das eine befriedigende Freizeitbeschäftigung wird, der ich auch mit meinen eingeschränkten Mitteln nachgehen kann. Tatsächlich hat mein kleiner Kübel-Garten schon eine Menge abgeworfen: wir hatten mehrere Male Mahlzeiten mit Kohlrabi, unzählige Salate und warme Speisen mit Salat, wir konnten jede Menge Kräuter ernten und wenn auch nur 60% der Tomaten reifen, ist das mehr als reichlich.

Aber dennoch quälen mich ständig Gedanken, deren Wurzeln in den Traumatisierungen liegen, die ich erlitten habe. Ich habe die Befürchtung, daß meine Pflanzen mich hassen, daß ich mich nicht anständig um sie kümmere, sei es nun aus Unwissenheit oder weil ich sie an Schädlinge verloren habe wie die beiden Kapuzinerkressen. Ich fühle mich gerade angesichts von Schädlingen macht- und hilflos, zupfe dann jedes einzelne Schmetterlingsei und jede einzelne Blattlaus von meinen Pflanzen, im Bemühen, sie zu hegen und zu pflegen. Ich fühle mich grundsätzlich stark besorgt in Hinblick auf meinen Garten, denn ich habe nicht alles unter Kontrolle, was in ihm passiert – und die Kontrolle zu haben (zumindest scheinbar, denn wie wir alle wissen, ist absolute Kontrolle eine Illusion), ist für mich essentiell wichtig, weil mir das das Gefühl vermittelt, daß ich zumindest irgendwo in dieser Welt einen „sicheren“ Platz habe. Traumatisierungen crashen ja meist absolut unkontrolliert in das Leben hinein und alles, was dann ungeplant und spontan passiert, ohne daß man Einfluß darauf nehmen kann, ist für viele Menschen mit komplexer posttraumatischer Belastungsstörung (kPTBS) schwer zu ertragen. Manchmal habe ich den Gedanken, daß es einfacher wäre, wenn ich alle Pflanzen herausreißen würde – das wäre dann eine kontrollierte Zerstörung und nicht dieser Kampf mit inneren Zweifeln und äußeren Umständen. One part of PTSD is fucking things up regularly.

Ein weiterer belastender Aspekt ist die ständig im Hinterkopf existierende Frage, wie der Garten von anderen wahrgenommen und bewertet wird. Manchmal ist es so schlimm, daß ich mich nicht vor die Tür traue, um die Pflanzen zu wässern. Es ist mit äußerster Willensanstrengung verbunden, mich dazu zu überwinden und mich auf den Garten und nicht „die Leute“ (wer immer das sein mag) zu fokussieren. Dabei kann ich noch nicht einmal erklären, was genau mich so streßt, denn eigentlich wäre es doch schön, von anderen Gärtnern noch etwas dazuzulernen und Tips zu bekommen oder andere Greenhorns zu inspirieren, selbst etwas anzubauen.

Ich will damit sagen, daß mein Garten für mich weit mehr als ein nur ein paar eßbare Pflanzen ist. Ich habe es nicht erwartet, aber er bringt meine kPTBS ziemlich auf den Punkt.

Liam, 09.07.2015, 22:13 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #29

In dieser Woche müssen mal wieder einige Vorräte reduziert werden, also habe ich geschaut, was ich aus den vorhandenen Sachen basteln kann, um etwas mehr Platz in den Schränken zu bekommen 🙂

  • Freitag: Gemüsesuppe mit Spätzle (vegetarisch)
  • Samstag: Grillen (omnivor)
  • Sonntag: Pasta mit Pesto und Bohnen, dazu fruchtiger Chicoréesalat (vegetarisch)
  • Montag: Kohlrabi mit Salzkartoffeln und Bratlingen (vegan) [habe nicht mitgegessen]
  • Dienstag: Dinkel-Buchweizen-Pfannkuchen mit Gemüse und Hollandaise (vegetarisch)
  • Mittwoch: Spaghetti mit breiten Bohnen und Tomaten (vegan) ausgefallen, weil Bohnen schimmelig: Asia Wok
Liam, 08.07.2015, 23:38 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Was wurde eigentlich aus den Salzzitronen?

Im Februar haben mein Mann und ich Marokkanische Salzzitronen angesetzt und ich wollte mal berichten, wie sie geworden sind. Leider habe ich es versäumt, Bilder zu machen. Sorry.

Im laufe der Zeit wurde die anfänglich feste Schale der Früchte wachsig und durchsichtig (auch die weiße Schale). Das Fruchtfleisch wurde heller und glasig. Das Wasser hat sich von hell zu dunkel verfärbt, ist aber klar geblieben.

Nach zwei Monaten haben wir zum ersten Mal Salzzitrone für ein Curry verwendet. Dazu habe ich eine halbe Zitrone zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Kräutern im Blender püriert, diese Mischung in etwas Öl angebraten und auf dieser Basis meine Sauce mit Tomatenpüree und Kokosmilch sowie einigen Gewürzen aufgebaut. Das war so köstlich, daß ich das in den nachfolgenden Monaten noch einige Male gemacht habe. Die Schale der Zitronen, die nicht besonders dünn war, hat der Sauce Tiefe und Ausdruck verliehen – wirklich fabelhaft.

Zum Grillen haben wir hin und wieder etwas Salzzitrone dünn aufgeschnitten und einfach so als Beilage gereicht. Schön erfrischend und laut meinem Mann besonders lecker zu Fleisch.

Auch in Salaten schmeckt Salzzitrone hervorragend, besonders wenn es sich um erfrischende, saftige Salate wie Chicorée oder um knackiges Gemüse handelt (Broccoli sei hier besonders hervorgehoben).

Alle orientalischen Speisen bekommen durch Salzzitrone einen besonderen Pfiff. Selbst ganz simple Gerichte wie eine Paprika-Kichererbsen-Pfanne kann mit etwas Salzzitrone und Harissa ganz neu definiert werden.

Extrem wichtig ist das sterile Entnehmen der Zitronen – das mußten wir leider selbst erfahren. Obwohl wir immer frisch gereinigtes Besteck verwendet haben, scheint doch einmal eine winzige Verunreinigung in das Glas gekommen zu sein. In der Folge ist es geschimmelt, so daß wir am Ende doch zwei oder drei Zitronen wegwerfen mußten. Demnächst möchte ich noch einmal Salzzitronen ansetzen, doch diesmal werde ich jede Zitrone einzeln in ein Einmachglas einlegen und somit einer Verunreinigung bei der Entnahme vorbeugen.

Liam, 08.07.2015, 18:57 | Abgelegt unter: Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Dieses Wochenende war ein Killer: 42°C und keine Abkühlung in Sicht.

[Gemacht] Unterm Ventilator gelegen. Vorm Ventilator gesessen. Kalt geduscht. Samstag waren mein Mann und ich nach Mitternacht mal ein bißchen raus und haben die frische Nachtluft genossen. Ansonsten war dieses Wochenende verdammt wenig mit uns los.

[Crafts’n’Arts] Ich habe auf der Terrasse gesessen und aquarelliert, das war richtig schön.

[Gesportelt] Geradelt und Krafttraining.

[Gehört] Wovenhand. Mercan Dede. Håkan Nesser: Kim Nowack badet nie im See von Genezareth.

[Gelesen] Kaffe Fassett: Quilt Romance (wobei das eher Augenfutter und Inspiration als Lektüre ist). Alys Fowler: Alys‘ Küchengarten.

[Gesehen] John Wick. Was für ein Hammerfilm 🙂 Abserviert.

[Getrunken] Wasser, selbstgemachte Kräuterlimo und ein bißchen Cola.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Speiseplan: Bohnen in Tomatensauce. Wassermelone. Einen phantastischen Chicoréesalat. Veganes Mandelmilcheis. Englisches Minzkonfekt.

[Gedacht] Daß das Gejammer über die Hitze schlimmer ist als die Hitze selbst.

[Gekauft] Nichts.

[Spirituelles] Ich habe mich mit dem Sommerkönig beschäftigt.

[Ausblick auf die nächste Woche] Keine großen Pläne.

Liam, 05.07.2015, 18:38 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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