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Archiv: August 2015

WochenendRückblick

[Wetter] Endlich kühl, regnerisch und herbstlich. Ich habe das in vollen Zügen genossen.

[Gemacht] Samstag waren mein Mann und ich in meinem Lieblingskunstmarkt und im Anschluß an einem Bücherschrank und Falafel essen. Wir haben viel geredet und es uns einfach gut gehen lassen. Abends habe ich die Abkühlung dafür genutzt, ausgiebig kreative Sachen zu machen. Sonntag habe ich erstmal einen Stapel Bügelwäsche erledigt, denn in der Sommerhitze bleibt das Bügeleisen aus 🙂 Nachmittags waren mein Mann und ich nochmal am Bücherschrank, weil ich einige Bücher aussortiert hatte, und später in den Rheinauen foragen. Im Anschluß habe ich dann meine Schätze verarbeitet und Abendessen gekocht.

[Crafts’n’Arts] Ich hatte bei meinem letzten großen Quilt ziemliche Probleme mit der Stichführung. Dauernd hat es Haken und Ösen gegeben und insgesamt ist das Quilting wirklich schlecht geworden. Nun habe ich mir einen „Probelappen“ gemacht und mal geschaut, woran es lag. Vermutlich war das einfach eine Frage des Fußteils. Meine alte Nähmaschine reagiert da wohl etwas anfällig. Außerdem habe ich mir ein Aquarelltagebuch gefaltet. Ein Tutorial dafür habe ich z.B. hier gefunden. Das wollte natürlich auch direkt eingeweiht werden 🙂

[Gesportelt] Weiterhin jeden zweiten Tag zwei Stunden Krafttraining. Das macht sich inzwischen schon ordentlich bemerkbar. Zum Beispiel hat sich das Fassungsvermögen meines Magens verringert – wie spannend.

[Gehört] Soko Friedhof. Wovenhand. Drei Fragezeichen Kids (das ist nun echt nix für mich).

[Gelesen] Alys Fowler: The Thrifty Forager.

[Gesehen] Ein bißchen Baywatch.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und Cola.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Wochenplan: Rührei mit Toast. Falafel. Vollkornbrötchen mit Avocado-Aufstrich.

[Gedacht] Wie bescheuert ich sein muß, offenen Auges in eine Situation reinzurennen, die im Grunde nur ausgelagerte Selbstverletzung ist.

[Gekauft] Ein Aquarell-Tagebuch, ein bißchen Farbe, einen Flachpinsel, einen Skizzenstift und einen Bogen handgeschöpftes Aquarellpapier.

[Spirituelles] Kommunion mit dem Land.

[Ausblick auf die nächste Woche] Mein Mann hat noch immer Urlaub und wir werden an einem Tag ins Museum gehen. Ansonsten habe ich einen wichtigen Arzttermin und möchte das kühlere Wetter dafür nutzen, meinen letzten Quilt zu binden.

Liam, 16.08.2015, 17:43 | Abgelegt unter: Allgemein,Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Traubenkirschen

Je länger ich mich mit Pflanzen beschäftige, desto feinfühliger scheine ich für ihre Botschaften zu werden. Dieser Satz ist übrigens überhaupt nicht esoterisch gemeint 🙂 Es ist nur so, daß ich immer wieder feststelle, wie sehr Pflanzen mit uns Menschen schwingen und in Resonanz treten wollen, wenn wir sie lassen.

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diese Aufnahme entstand zwei Wochen nach der ersten Kontaktaufnahme: jetzt sind schon viele Kirschen reif (dunkelrot)

Um das mal zu konkretisieren, habe ich mir das Beispiel von den Traubenkirschen herausgepickt. Bis vor ein paar Wochen hatte ich keine Ahnung davon, daß es Traubenkirschen gibt. Als wir dann neulich foragen waren, fielen mir einige Bäume auf, an denen in Trauben kleine Früchte hingen, deren Farben von grün bis knallrot reichten.

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sonnenverwöhnte Traubenkirschen: prall, saftig und dunkelrot bis fast schon schwarz

Ohne zu wissen, was das für Bäume waren, ließ ich mich auf das ein, was an inneren Bildern nach oben kam, während ich die Pflanzen betrachtete. Das war durchgängig positiv. Ich hatte den Eindruck eines nährenden, den Menschen zugewandten Wesens. Ich besah mir den Wuchs, die Blätter, die Borke und die Früchte. Ich war mir so sicher, daß der Baum bzw. seine Blätter und Früchte eßbar sind, daß ich eine Frucht in den Mund nahm, auf sie biß und den Kern wieder ausspuckte. Das Fruchtfleisch war sehr sauer und zog mir alles zusammen.

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meine Ausbeute: 2 kg Traubenkischen

Das ist definitiv kein Vorgehen, zu dem ich ermutigen möchte! Wenn man nicht weiß, was man vor sich hat, tut man gut daran, es beim Foragen auszulassen, vor allem wenn man unerfahren ist. Ich jedenfalls war mir meiner Sache sicher, hatte aber Probleme, die Pflanze in einem meiner Bestimmungsbücher zu finden. Und wieder trat sie mit mir in Kontakt. Aus dem Nichts kam mir plötzlich der Name „Traubenkirsche“ in den Sinn und als ich danach suchte, fand ich den Baum sofort. Natürlich kann man damit argumentieren, daß ich den Begriff schon mal irgendwo gehört und abgespeichert hatte, aber genau solche Begegnungen habe ich derart oft mit Pflanzen, daß ich längst nicht mehr an einen Zufall glaube.

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die ‚Flotte Lotte‘ richtet’s

Zwei Wochen später kam ich an den Platz zurück. In der Zwischenzeit waren etwa 50% der Traubenkirschen herangereift und schmeckten nun gar nicht mehr sauer, sondern ausnehmend süß mit einer leichten Bitternote. Im Grunde wie die Kirschen, die ich noch aus meiner Kindheit kenne. In kürzester Zeit sammelte ich rund 2 kg zusammen – wie immer beim Foragen darauf achtend, daß genug für Vögel und andere Tiere zurückbleibt. Beim Sammeln wurde ich dann auch von ein paar Staren begleitet, die in den Kronen der Bäume reife Kirschen fraßen.

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die Essenz der Traubenkirsche

Wieder daheim habe ich die Traubenkirschen mit etwas Wasser aufgekocht, bis das Fruchtfleisch von den Kernen fiel. Die Früchte wurden durch die Flotte Lotte passiert, um Kerne und Stiele auszusondern. Das gewonnene Fruchtmark wurde abgewogen und mit derselben Menge Zucker sowie dem Saft von drei Zitronen aufgekocht.

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2 kg Traubenkirschen verkochen zu etwa 4 bis 5 großen Gläsern Marmelade

Anders als beim Arbeiten mit Gelierzucker muß man bei der klassischen Marmelade-Herstellung etwa alle 30 Sekunden eine Gelierprobe machen, damit man den perfekten Zeitpunkt nicht versäumt.

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Forager’s delight

Das Ergebnis ist eine fein-süße Marmelade mit ganz zarter Bitternote. Sowas kann man jedenfalls in keinem Laden kaufen 🙂

Liam, 14.08.2015, 12:38 | Abgelegt unter: Foraging,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #34

In der kommenden Woche soll es schön schnell gehen, daher habe ich versucht, Gerichte zu finden, die in unter einer halben Stunde auf dem Tisch stehen. Nur am Wochenende darf es länger dauern.

  • Freitag: Kohlrabi-Frühlingszwiebel-Lasagne (vegetarisch)
  • Samstag: Pilzkuchen mit Tomaten, Äpfeln und Thymian (vegetarisch)
  • Sonntag: Kürbiscurry mit Reis (vegan)
  • Montag: Quer-durch-den-Garten-Suppe (vegan)
  • Dienstag: Blumenkohlsuppe mit Speck und Parmesan (omnivor)
  • Mittwoch: auswärts essen (omnivor)
  • Donnerstag: Pasta mit Tomaten und Knoblauch (vegan)
Liam, 13.08.2015, 16:19 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Der Garten am 10. August 2015

Wie Alys Fowler ganz richtig schreibt: im späten Sommer gibt es im Garten nicht mehr allzu viel zu tun. Vieles wird nun reif und kann geerntet werden.

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Wir schmeißen öfter mal unseren Speiseplan um, weil gerade so viele Tomaten reif werden 🙂 Die Borretsch-Schößlinge sind groß geworden und sollen bald in einen eigenen Kasten umziehen. Vielleicht muß ich auch welche verschenken, immerhin wird Borretsch ja bis zu 50 cm hoch und recht breit…

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Die Mini-Auberginen erweisen sich als echte Bereicherung. Sie sind sehr robust (Blattläuse sind gar nicht an ihnen interessiert) und die Früchte sind mild im Geschmack, dabei nicht so styroporartig wie die großen aus dem Supermarkt…

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Da ich schon so lange kein Bild mehr von Tripmadam und Oregano gezeigt habe, hole ich das jetzt nach. Ich hatte gedacht, daß das Oregano sich allmählich den Platz erobern würde, den früher der Salbei hatte, aber irgendwie hat es dazu keine Lust 🙂

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Vor allem der Wirsing hat jetzt einen ordentlichen Schuß gemacht. Die beiden jüngst angepflanzten Salate schauen noch etwas skeptisch drein.

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Die Perspektive dieses Photos ist ein bißchen komisch, aber man erkennt, daß Blumenkohl, Mangold und Grünkohl prima wachsen. Allerdings waren diese Woche auch mal wieder die Kohlweißlinge da…

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Ganz besonders habe ich mich über die erste Habanero-Ernte gefreut. Die scharfen Schoten enthalten keinerlei Kerne (was wohl bedeutet, daß man sie sich nicht selbst anpflanzen lassen kann…), sind aber sehr aromatisch und wirklich scharf. Yum!

Liam, 10.08.2015, 14:18 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Foraging in der Stadt

Ich selbst wohne seit ein paar Jahren auf dem Land, nachdem ich den Großteil meines Lebens in der Großstadt gelebt habe (rund 350.000 Einwohner). Es war eine bewußte Entscheidung, die Stadt hinter mir zu lassen. Vielleicht klingt es komisch, aber auch hier spielte die PTBS eine Rolle. In der Stadt war es leichter, in der Masse unterzugehen (das war positiv), aber es war auch viel lauter und es waren viel mehr Menschen um mich herum (das war negativ). Den typischen (oder klischeehaften) Aspekten des Landlebens habe ich mich allerdings nie hingegeben. Ich habe keinen Kontakt zu meinen Nachbarn, ich bin in keinem Verein, gehe in keine Kirche und versuche auch ansonsten, ein unberührtes Leben zu führen, weil es mir das sehr viel einfacher macht. Was mir aber fehlt und weiterhin vertraut ist, ist der „Spirit“ der Stadt. Ich bekomme sehr guten Zugang zu den Stadtgöttern oder Stadtdämonen oder wie immer man sie nennen will. Die Spirits auf dem Land sind ganz anders. Ich würde sagen, verschlossener, mürrischer, schrulliger. Sie sind vermutlich „baumischer“, wie Tolkien gesagt hätte. Es braucht länger, um Kontakt zu machen, aber wenn der Kontakt hergestellt ist, ist er bereichernd und reicht sehr tief. Hier auf dem Land kann ich die Wurzeln besser spüren, dafür ist die Stadt chaotischer – eine Energie, in der für mich immer auch Kreativität liegt.

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auch schon in der Stadt gefunden: (unreife) Zitronen

Stadt und Land bieten unterschiedliche Nahrungsquellen. Ich würde das nicht werten oder das eine dem anderen vorziehen, ich persönlich empfinde es sogar als Bereicherung, mobil zu sein, um die Vorteile beider Lebensräume zum Foraging zu nutzen. Viele Leuten scheuen davor zurück, wilde Nahrung in der Stadt zu suchen, weil sie befürchten, sie sei dreckig (Autoabgase, Hundewege etc.). Natürlich muß man in der Stadt schauen, von wo man Nahrung sammelt, aber das muß man doch auf dem Land genauso. Wir haben hier auch Bundesstraßen und Hundewege, obendrein Flugplätze, stark gespritzte Felder und ausgedehnte Industriegebiete. Wenn man einen Ort öfter besucht, am besten noch an unterschiedlichen Wochentagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten, wird man mit ihm vertraut. Dann weiß man, ob er von vielen Hunden benutzt wird, ob es viel Verkehr gibt oder ob man hier unbedenkliche Nahrung sammeln kann. Ich habe zudem das Gefühl, daß sich der Ort an einen erinnert und, wenn er spürt, daß man ihm Wertschätzung entgegenbringt, irgendwann beginnt, mit einem zu kommunizieren.

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Mangold in einem Zierbeet

In der Stadt sammle ich gern in den entlegeneren Gebieten, zum Beispiel in Parks, an Bachläufen, in Hinterhöfen, auf großen, brachliegenden Grundstücken und ähnlichem. Wie auf dem Land gilt hier: im Zweifelsfall den Besitzer fragen, ob er Foraging gestattet. Die meisten Menschen reagieren positiv auf freundliche Anfragen, mögen es aber überhaupt nicht, wenn man ungefragt ihr Land betritt. Selbst wenn sie die dort wildwachsenden Schätze niemals selbst ernten würden, reagieren sie eifersüchtig darauf, wenn sie ihnen einfach weggenommen werden. Indem man den Dialog sucht, kann man möglicherweise obendrein Interesse für das, was vor der eigenen Haustür wächst, wecken. Und wenn man weiß, was man vor sich hat, steigt die Wertschätzung dafür.

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Noch ein Zierbeet. Hier könnte man Mangold, unterschiedliche Salbeisorten und Hibiscusblüten für Tee ernten.

Die frühen Jäger- und Sammlerkulturen waren ja vor allem deswegen keine Schriftkulturen, weil sie vom großzügigen Austausch von Wissen lebten, also eine starke mündliche Tradition hatten. Ich finde, mit diesem Geist kann man sich verbinden, wenn man anderen davon erzählt, was man da sammelt, wozu es gut ist und wie man es zubereitet.

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wächst mitten in der Stadt und ist sehr genügsam: wilde Rauke (Rucola), die ihresgleichen sucht

Im Gespräch mit den wenigen Menschen, die mich beim Sammeln ansprechen (interessanterweise sind das fast ausschließlich Frauen aus Ländern wie Kroatien, Rumänien, Polen etc., die das Sammeln wilder Kost noch aus ihrer Kindheit kennen), ist mir klar geworden, daß es große Ängste bezüglich der Giftigkeit von Pflanzen gibt. Ich denke, da hilft es dann besonders, wenn man erzählt, woran man die Pflanze erkennt, wann sie erntereif ist und wie man sie ggf. verarbeitet, falls man sie nicht roh essen kann. Im Zweifelsfall demonstriere ich einfach, daß man keine Angst haben muß, indem ich sie mir in den Mund stecke, während mein Gegenüber mir dabei zuguckt. Das nimmt die Furcht. Naja. Oder man wird für verrückt gehalten 😉

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nicht giftig, obwohl signalrot: die Kornellkirsche

Gerade in der Stadt ist es wichtig, beim Sammeln genug von der Pflanze für andere übrig zu lassen. Vögel und andere Tiere sind in der Stadt mehr noch als auf dem Land auf die vorhandenen Ressourcen angewiesen. Würde man z.B. alle reifen Früchte eines Baumes abernten, könnte es sein, daß sich deswegen eine Tierart nicht vernünftig ernähren kann. Wichtig ist auch, daß man die Kerne und Samen von Pflanzen ausspuckt und ihnen die Möglichkeit gibt, sich an einem anderen Standort anzupflanzen. Die Devise lautet: foragen, nicht plündern!

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neben Katzenhaaren haben sich hier Samenkapseln mit feinen Widerhaken in meiner Hose festgehalten. Ich habe sie ein ganzes Stück weit mitgetragen und dann abgelegt

Für mich hat Foraging neben dem schieren Nutzen der Sammlung von Nahrung auch immer einen spirituellen Aspekt. Ich gehe ein enge Beziehung mit dem Land und mit den Pflanzen ein. Pflanzen erzeugen Resonanz. Sie schwingen in uns weiter, ob wir sie nun ansehen, sie berühren oder gar durch den Mund in uns aufnehmen. Alles, was ich esse, wird zu einem Teil von mir, und ich werde zu einem Teil von ihm.

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ok, so einen Ausblick gibt es nur auf dem Land… 😉

Ich hoffe, ich habe Euch Lust gemacht, selbst einmal zu schauen, was in Eurer Umgebung wächst – die Stadt lebt 🙂

Liam, 09.08.2015, 19:00 | Abgelegt unter: Foraging,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Zu heiß, zu schwül. Ich bin das Gejammer über das Wetter wirklich satt, aber das Wetter auch…

[Gemacht] Samstag habe ich vor allem gelesen, war dann aber auch nochmal zwei Stündchen beim Notarzt. Abends haben wir gegrillt, mit Holz gearbeitet bzw. geschnitzt und später waren mein Mann und ich noch bei einem Bücherschrank. Sonntag waren wir nach dem Frühstück auf dem Alten Flugplatz in Karlsruhe und haben ausgiebig geforaged und uns einen kapitalen Sonnenbrand geholt.

[Crafts’n’Arts] Mein Mann buddelt sich gerade durch unser Grundstück und hat dabei einige junge Bäume gefällt. Mit deren frischem Holz läßt es sich phantastisch schnitzen. Ich habe außerdem aquarelliert und mir einige Aquarell-Tutorials auf YouTube angeguckt.

[Gesportelt] Freitag und Sonntag jeweils eine Einheit Krafttraining. Mit einem Tag Pause zwischen zwei Einheiten fahre ich echt gut.

[Gehört] Chris Carter: Der Totenkünstler. Ich muß gestehen, daß ich es schwierig fand, dieses Hörbuch mit neutralem Geist anzuhören, weil ich mich von Anfang an gefragt habe, warum die beiden erfahrenen Detectives nicht auf die simple Lösung ihres Rätsels kommen… Aber insgesamt war das Buch genauso spannend wie alle anderen Romane von Carter.

[Gelesen] Phillip Gwynne: Outback. Das Buch habe ich an einem Streifen gelesen, weil es mich so begeistert hat. Eigentlich ist es ein typischer coming-of-age-Roman, aber wirklich liebenswert, schrullig, lustig und sehr poetisch.

[Gesehen] Zumindest keinen Film.

[Getrunken] Jede Menge Wasser. Eine Cola. Dann wieder Wasser.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Wochenplan: Grillhähnchen, gegrillte Tomaten, Nudelsalat. Ein veganes Eis. Pfirsiche aus der Region. Wildkräuter. Einen Burger. Brombeeren und Traubenkirschen vom Busch/Baum.

[Gedacht] Wie unangebracht ich es finde, wenn Leute verallgemeinern und behaupten, weil man in Deutschland geboren und aufgewachsen sei, wisse man nicht, was Hunger, Verfolgung oder Gewalt wäre. Fühlt sich jedesmal total dämlich an. Als würde es an mir selbst liegen, bestimmte Erfahrungen gemacht zu haben, weil ich zu doof war, zu schnallen, daß ich sie gar nicht machen muß, weil ich ja soviel Glück hatte, hier geboren zu sein. Dislike! Und daß es mich inzwischen sehr nervt, dauernd von den phantastischen Leistungen und Fähigkeiten von Frauen zu hören, als wären Männer unfähige Idioten, die sowas wie eine innere Kraftquelle nicht mal besitzen. Örks.

[Gekauft] Nichts.

[Spirituelles] Ich habe nach langer Zeit mal wieder die Karten befragt und was sie mir zu sagen hatten, war prägnant und sehr zutreffend. Ich habe dem Klang von ausgehöhlten Hölzern in der Nacht gelauscht. Habe mit den Stadtgeistern geredet und ein Gedicht geschrieben, das in Worte zu kleiden versucht, was eigentlich unsagbar ist.

[Ausblick auf die nächste Woche] Falls das Wetter so hochsommerlich bleibt, werde ich versuchen, nicht allzu viel zu machen. Habe einen fixen Termin und möchte meine Foraging-Beute verarbeiten, aber ansonsten habe ich nichts geplant.

Liam, 09.08.2015, 18:08 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Traumatisierungen fressen Seele

Ich hatte diese Woche eine Begegnung, die mich ziemlich stark verwirrt hat. Zum einen war es für mich absolut ungewöhnlich, daß ich überhaupt einen Menschen an mich herangelassen habe. Wir hatten lange, intensive Gespräche, die mich nicht angestrengt oder ermüdet haben – das ist sonst selten bis nie der Fall. Zum anderen habe ich mich getraut, diesen Menschen dann auch noch zu treffen. Persönlichen Treffen gehe ich ansonsten aus dem Weg. Und zuletzt mußte ich feststellen, daß es äußerst kompliziert ist, bestimmte Dinge zu erklären, ohne konkret zu werden. Und wenn ich konkret geworden wäre, hätte ich mich wie ein Freak gefühlt. Unterm Strich würde ich sagen, daß alle diese Wahrnehmungen mit den Traumatisierungen zu tun haben.

Traumata verändern die Hirnstruktur. Sie beeinflussen, welche „Wege“/Synapsen oft benutzt werden und welche verkümmern. Traumatische Ereignisse bleiben bei Menschen mit PTBS im „Alarmgedächtnis“, den sog. Amygdalae, gespeichert und werden nicht in das Langzeitgedächtnis überführt. Das hat zur Folge, daß Menschen mit PTBS bei Triggerreizen genauso reagieren, als würden sie sich noch immer mitten in der traumatisierenden Situation befinden (Flashbacks). Dadurch werden Situationen, die gar nichts mit den Traumatisierungen zu tun haben, als gefährlich und belastend bewertet. So reagieren beispielsweise viele Soldaten gestreßt auf Feuerwerk, weil der akustische Reiz sie an Gefechtssituationen erinnert. So ein Trigger kann im Grunde alles sein: Gerüche, Geräusche, Bilder, Gedanken, Worte etc. Das macht den Alltag unberechenbar, denn man weiß ja nie, wo so ein Trigger lauert. Man erwartet ständig eine Bedrohung der eigenen Sicherheit, des Körpers und der Seele.

Traumatisierungen lassen eigene Grenzen verschwimmen, bis zur Unkenntlichkeit. Eigene Grenzen kann ich nur wahren, wenn ich sie kenne und wahrnehme – ist das nicht der Fall, können sie schnell überrannt werden, weil ich mir der Grenzüberschreitungen im ersten Moment (der manchmal Jahre dauern kann) nicht bewußt bin.

Traumatisierungen machen es schwer, zu wissen, wer man ist, was man mag, was man will. Ich stelle an mir selbst fest, daß ich zu vielen Dingen einfach keine Meinung habe. Es kann schon unmöglich sein, mich für ein Eis oder ein Getränk zu entscheiden. Ungleich schwerer sind kompliziertere Entscheidungen mit weitreichenderen Folgen. Traumatisierung heißt auch: ich kenne mich nicht. Ich weiß nicht, was ich will. Oder wer ich bin. Oder wie ich bin.

Traumatisierung heißt für mich auch, ich kann nicht darüber reden. Mein Blog ist ein Versuch, es zu tun, aber ich kann immer nur allgemein bleiben. Andeuten. Verschleiern. Es klar auszusprechen, würde zuviel Kraft und Mut kosten. Es würde die Dinge zu wahr machen.

Weil ich traumatisiert bin, nehmen Menschen mich als Freak wahr. Als abwesend, desinteressiert, komisch, nicht sociable, anders, verstörend, seltsam, introvertiert, verstummt, scheu, ängstlich, dauergestreßt, besorgt, auf der Hut. Und noch anderes.

Das Traurige ist eigentlich, daß ich mir inzwischen gar kein nicht durch ein Trauma verkorkstes Leben mehr vorstellen kann. Das liegt außerhalb meiner imaginativen Fähigkeiten. Ich kenne es nicht. Es muß schön sein, nehme ich an, relativ unkompliziert und beschwerdefrei. Ich habe nicht einmal mehr Sehnsucht danach. Ich möchte bloß als der erkannt werden, der ich bin. Vielleicht gelingt das in der Begegnung, die ich oben angesprochen habe. Das würde ich mir sehr wünschen, aber ich wage nicht, darauf zu hoffen.

Cracked beyond repair.

Liam, 07.08.2015, 23:17 | Abgelegt unter: PTBS | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #33

Zum Ende dieser Woche hin soll es nochmal richtig heiß werden. Ich hoffe, da haben wir uns für schnelle, leichte Gerichte entschieden.

  • Freitag: Gnocchi mit Fenchel-Tomaten-Sauce und Chorizo (omnivor)
  • Samstag: Grillen (omnivor)
  • Sonntag: Chorizo-Carbonara (omnivor)
  • Montag: Pasta mit Tomaten-Auberginen-Sauce, dazu Salat (vegan)
  • Dienstag: Zwiebelkuchen, dazu Salat (omnivor)
  • Mittwoch: Laksa mit gemischtem Gemüse (vegan)
  • Donnerstag: Grünkern-Zucchini-Lasagne (vegetarisch)
Liam, 05.08.2015, 21:07 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Samstag war es eher wolkig und ganz angenehm, der Sonntag packte mal wieder die Hitzekeule aus.

[Gemacht] Ich bin irgendwie total grumpy in den Samstag gestartet – hatte schlecht geschlafen und war müde und knittrig. Den Tag habe ich halbwegs verschlumpert, bis ich mich dann nachmittags dazu motivieren konnte, Sport zu machen. Abends haben wie gegrillt und später war ich mit meinem Mann bei zwei Bücherschränken und ein bißchen unterwegs. Die Nacht auf Sonntag war leider kein Stück besser oder länger als die nacht zuvor. Nach dem Frühstück sind wir nach Rastatt zum Schloß Favorite gefahren. Kaum auf dem Parkplatz angekommen, ging Migräne los, so daß wir erstmal eine Weile im Auto sitzen blieben, bevor wir den Schloßpark erkunden konnten. Wieder daheim, habe ich mich ins Bett gehauen. Merkwürdiges Wochenende.

[Crafts’n’Arts] Habe eine Skizze angefertigt, die ich noch colorieren möchte.

[Gesportelt] Eine Einheit radeln und Kraftsport. Ich mache momentan nur alle zwei Tage mein Split-Training, um meinen Muskeln genug Gelegenheit zur Regeneration zu bieten. An den kraftsportfreien Tagen würde ich eigentlich gern Yoga machen, kann mich dazu aber derzeit nur sehr selten aufraffen. Ist gerade nicht mein Cup of Tea.

[Gehört] Chris Carter: der Totenkünstler. Carter ist einer meiner Lieblingsthrillerautoren, auch wenn das, was er schreibt, nicht realistisch ist. Habe außerdem Diorama und Wovenhand gehört.

[Gelesen] Alys Fowler: The Thrifty Forager.

[Gesehen] Fantastic Movie. Das war mal wieder so ein „Verarschungsfilm“ und entsprechend…ähm…dämlich war er.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und zum Grillen eine Cola.

[Gegessen] Beim Grillen: Nudelsalat mit Paprika und Feta, Grillhähnchen, gegrillte Tomaten und Tofurky-Würstchen. Diese sind ja gerade in den USA als die besten veganen Grillwürste überhaupt bekannt und ich muß sagen, daß sie wirklich gut schmecken. Sofern man keine omnivore Alternative hat. Und abgesehen von den Sachen vom Speiseplan habe ich noch gegessen: ein Eibrot, einen Burger samt Pommes (das war bestimmt cholesterin- und fettfrei…), Honigmelone und ein bißchen Schokolade. Unterm Strich nicht mein gesündestes Wochenende, aber es war sooo lecker 🙂

[Gedacht] Ich habe mich gefagt, ob ich mutig genug bin, zu tun, was ich tun möchte…

[Gekauft] Ein Geschenk für meinen Sohn als Dankeschön für sein tolles Zeugnis. Dazu schreibe ich vielleicht nochmal separat was.

[Spirituelles] Habe über ein Ritual nachgedacht, das ich dann doch nicht gemacht habe.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich habe einen Termin, bei dem ich mir gerade überlege, ob ich ihn verschiebe, weil er mich dermaßen streßt. Die erste Urlaubswoche steht an und wer weiß, vielleicht machen wir einen schönen Ausflug.

Liam, 03.08.2015, 12:51 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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