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Archiv: September 2015

WochenendRückblick

[Wetter] Es war grau und kühl. Ehrlich gesagt fand ich das phantastisch 😀

[Gemacht] Samstag waren mein Mann und ich nach dem ausgedehnten Frühstück in den Pfälzer Bergen unterwegs, sind Autofähre gefahren und haben viel geredet und die Landschaft geguckt. Danach habe ich den Garten versorgt, Sport gemacht und gemeinsam mit meinem Mann gekocht. Abends haben wir einen Film geschaut und ich habe gelesen. Sonntag habe ich nach dem Frühstück begonnen, die Schulsachen meines Sohns durchzugucken. Noch eine Woche Ferien, dann fängt die Schule nämlich wieder an. Wir haben eine große Runde gehaushaltet und sind dann rausgefahren, um dabei viel zu besprechen. Abends haben wir gemeinsam gekocht, Basilikumsamen geerntet und den Garten versorgt.

[Crafts’n’Arts] Skizziert und coloriert.

[Gesportelt] Am Wochenende eine Einheit Ausdauer und Kraft. Diesmal zickte mein Ellenbogen – mal gucken.

[Gehört] Paulo Coelho: Auf dem Jakobsweg. Wovenhand. Soko Friedhof.

[Gelesen] Terry Harrison: Einfache Landschaften aquarellieren.

[Gesehen] True Detective, zuende. Hat mir saugut gefallen.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und etwas Cola.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Wochenplan: viel Obst. Zuviel Fast Food.

[Gedacht] Mir werden ein paar Zusammenhänge klar, an denen ich seit 22 Jahren herumrätsele.

[Gekauft] Nichts.

[Spirituelles] Wut! Warum das spirituell ist, erschließt sich vielleicht nicht jedem…

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich habe jeden Tag einen Termin und fühle mich angesichts dessen schon jetzt völlig erschöpft…

Liam, 06.09.2015, 18:14 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #37

In dieser Woche probiere ich endlich mal wieder ein paar neue Rezepte aus – wenn es so richtig heiß ist, habe ich dazu weniger Lust.

  • Freitag: Pasta mit Mangold und Rucola (vegan)
  • Samstag: Pastete mit Kürbis und Spinat (vegetarisch)
  • Sonntag: Pilz-Speck-Sauce mit Grillhähnchen und Reis (omnivor)
  • Montag: Pastagratin mit Paprika, Petersilie und Mozzarella (vegetarisch)
  • Dienstag: Laksa (vegan)
  • Mittwoch: gerösteter Blumenkohl, Salzkartoffeln, Sojawürstel und Salat (vegan)
  • Donnerstag: Erbsen, Kartoffelpüree und Fischstäbchen (omnivor)
Liam, 06.09.2015, 18:11 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Bücher im August

Ich glaube, im August ist mir klar geworden, daß Lesen für mich deswegen nicht mehr so problemlos funktioniert, weil es erfordern würde, daß ich mich a) konzentrieren kann (was nicht immer geht) und daß ich mich b) zumindest bei Romanen, aber im Grunde auch bei Sachbüchern auf andere Menschen einlassen kann (das geht noch weniger oft). Gelesen habe ich aber trotzdem folgendes:

  • Alys Fowler: The Thrifty Forager. Ich liebe, wie Fowlers Bücher aufgemacht sind. Ich liebe die Photographien von Simon Wheeler (der übrigens auch für die Kochbücher von Hugh Fearnley-Whittingstall photographiert hat). Ich liebe ihre down-to-earth-Tips. Ganz wundervolles Buch mit vielen Inspirationen und Ideen. Hach.
  • Phillip Gwynne: Outback. Hugh soll eigentlich in einer Woche zu einem wichtigen Vorspielen, denn die Laufbahn als professioneller Cellist scheint ihm sicher. Doch dann ruft Poppy, sein Opa, von dem er bis vor kurzem nicht einmal wußte, an und bittet Hugh, ihn zum Uluru zu fahren. Die Reise verändert Hugh und bringt ihn Poppy und sich selbst ein ganzes Stück näher. Das Buch ist fabelhaft. Poetisch, zum Schreien komisch, traurig und irgendwie auch spirituell. Ganz klare Lese-Empfehlung.
  • Rebecca Gablé: Hiobs Brüder. Bücherschrankfindung. Rebecca Gablé habe ich von ihrem ersten Buch an gelesen und geliebt, nur gab es zwischendrin 10, 12 Jahre, in denen ich keine Freude an historischen Romanen hatte. Mit diesem Buch allerdings hat Gablé sich wieder einmal selbst übertroffen. Es erzählt die Geschichte von Losian, der sein Gedächtnis verloren hat und zusammen mit anderen Ausgestoßenen von Mönchen auf einer Insel wie in einem Gefängnis gehalten wird – bis ein Sturm ihnen die Flucht ermöglicht. Nach und nach kann Losian die Bruchstücke zusammensetzen und befindet sich plötzlich mittendrin im Krieg um den Thron von England. Wie alle Bücher von Gablé sehr zu empfehlen, sofern man auf historische Romane steht 😉
Liam, 06.09.2015, 10:50 | Abgelegt unter: Book & Silverling | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Schamanismus und Deprivation

Nachdem ich „Alone in the wild“ (Season 1) mit Ed Wardle gesehen habe, frage ich mich, ob der Ursprung des Schamanismus nicht auch die Erfahrung der Einsamkeit und die Hinwendung zu einem Gegenüber gewesen sein könnte. Also, die Erfahrung, als Mensch allein in der Natur zu sein, und das Bedürfnis, sich mit einem Gegenüber auszutauschen. Wardle z.B. findet, als er sich bereits in einem eher instabilen psychischen und physischen Zustand befindet, einen moosüberwucherten Elchschädel, den er Bruce nennt und dem er einen Platz an seinem Feuer anbietet. Er interagiert mit Bruce, redet mit ihm etc. Es hat mich an den Film „Cast Away“ mit Tom Hanks erinnert, der sich aus einem Volleyball sein Gegenüber „Wilson“ erschafft.

Schamanismus macht für mich u.a. aus, alles als beseelt wahrzunehmen, und ich frage mich, ob soziale Deprivation (vielleicht in Kombination mit Umständen, die die psychischen Vorgänge verändern wie etwa Hunger) die Bereitsschaft verändert, alles als beseelt wahrzunehmen, aus dem Bedürfnis heraus, ein Gegenüber zu erfahren und in Resonanz zu gehen.

Liam, 04.09.2015, 13:28 | Abgelegt unter: Spirit & Verse | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

PTBS in Filmen

Mir fällt in der letzten Zeit auf, daß Charaktere in Spielfilmen und/oder Serien immer öfter als an PTBS leidend dargestellt werden. Aktuelles Beispiel aus meinem DVD-Player ist die Serie „True Detective“, Staffel 1. Der von Matthew McConaughey dargestellte Polizist Rustin Cohle sagt in Episode 2 selbst von sich, daß er u.a. an posttraumatischer Belastungsstörung leide.

Ich nehme dieses vermehrte Auftauchen von PTBS in Filmen und Serien mit gemischten Gefühlen wahr (was irgendwie eine witzige Formulierung ist, weil ein Symptom meiner PTBS gerade ist, daß ich keinen Zugang zu meinen Gefühlen habe, haha!). Einerseits habe ich die Hoffnung, daß damit ein Bewußtwerdungsprozeß innerhalb der Gesellschaft unterstützt wird. Viele Menschen mit PTBS leiden unter sozialer Isolation und dem Gefühl, nicht verstanden zu werden und ich glaube, vielen wäre damit geholfen, wenn die breite Masse eine ungefähre Ahnung und dann vielleicht auch ein gewisses Verständnis für Traumatisierte hätte. Andererseits befürchte ich, daß PTBS durch die Charaktere, die vorgeblich an ihr leiden, als „cool“ betrachtet wird. Mir würde nicht ganz einleuchten, warum man PTBS für cool oder erstrebenswert halten sollte. PTBS zu haben, ist nicht cool oder interessant. Ich selbst tendiere dazu, sie als seelische Behinderung zu sehen (danke an B. für diese Sichtweise!).

Ich merke allerdings durchaus, daß ich als von PTBS Betroffener mich durchaus mit den Figuren, die als an PTBS leidend dargestellt werden, identifiziere, weil mir ihre Verhaltensweisen und ihre Art, die Welt/die Menschen/Handlungen zu bewerten, verständlicher ist als alles, was Figuren tun/sagen/denken, die als mehr oder weniger geistig/seelisch gesund dargestellt werden. Um mal ein Beispiel aus der Serie True Detective zu geben: als Rustin von seinem Kollegen Martin Hart gefragt wird, wie er das Abendessen fand, zu dem Harts Frau Rustin eingeladen hatte, antwortet dieser „es war nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte“. Mir war völlig klar, daß Rustin das als Kompliment meint, denn es ist die Art von Kompliment, die ich auch mache bzw. machen würde, wenn ich nicht gelernt hätte, daß nicht-traumatisierte Menschen sowas als sehr rüde auffassen. Die Figur Martin reagiert gekränkt und entsetzt – eine Reaktion, die ich nur deswegen objektiv (nicht jedoch emotional) nachvollziehen kann, weil ich durch Beobachtung gelernt habe, daß nicht-traumatisierte Leute eben so emotional reagieren: ihren fehlt das Verständnis dafür, daß soziale Interaktion für Traumatisierte erstmal eine Menge Streß bedeutet und daß man dann froh ist, wenn es nicht so stressig war wie befürchtet.

Ich frage mich immer, warum Drehbuchautoren und Regisseure Traumatisierte so erschreckend gut darstellen können…

Liam, 02.09.2015, 21:47 | Abgelegt unter: PTBS | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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