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Archiv: Samstag, 12. September 2015

WochenendRückblick

[Wetter] Samstag bin ich bei strahlendem Sonnenschein erwacht, nachmittags bezog es sich und abends hat es drei Tropfen geregnet. Der Sonntag war eigentlich ganz schön: sonnig und nicht zu heiß.

[Gemacht] Am Samstag waren mein Mann und ich nach dem Frühstück kurz noch ein paar Besorgungen machen, dann am Bücherschrank. Nachmittags habe ich mich ausgeruht und später gekocht und den Garten versorgt. Zum Abschluß des Tages gab es einen Film und lesen. Sonntag startete mit einem sehr späten Frühstück, nach dem wir ein paar Dinge zu besprechen hatten. Nachmittags habe ich Sport gemacht und aquarelliert. Nach dem Abendessen waren mein Mann und ich Bücher zur Bibliothek und zum Bücherschrank bringen.

[Crafts’n’Arts] Aquarelliert, wonnevoll.

[Gesportelt] Kraftsport und Ausdauer. Mein Ellenbogen meldet sich derzeit – eine alte Verletzung. Versuche also, das Gewicht wieder zu reduzieren und sehr vorsichtig zu sein. Das nervt zwar, aber besser als nix.

[Gehört] T Bone Burnett, vorrangig.

[Gelesen] Magdalena Beljan: Rosige Zeiten? – Eine Geschichte der Subjektivierung männlicher Homosexualität in den 1970er und 1980er Jahren der BRD. Das Buch ist eigentlich eine Dissertation und entsprechend universitär ist der Stil. Es gibt eine ellenlange Präambel, die erstmal sämtliche Begrifflichkeiten durchnudelt. Bin also noch nicht im Kern der Sache angekommen.

[Gesehen] A Face In The Crowd. An sich klingt die Story nicht übel: eine Frau überlebt den Angriff eines Serienkillers, hat danach aber Gesichtsblindheit. De facto hat mich der Film genervt. Zum einen weil er mir wie eine Parodie auf einen Thriller vorkam und ich das alles unfaßbar doof und lustig fand (nicht so meine Mit-Gucker) und zum anderen weil ich selbst Probleme damit habe, Menschen wiederzuerkennen (yay, PTBS!), und durch ständig wechselnde Schauspieler für dieselben Figuren total verwirrt wurde. Absolut überflüssiger Streifen.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und eine Cola.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Plan: fantastische Hühnchenbrust-Sandwiches. Maracujas. Einen wunderbaren herbstlichen Salat mit Feldsalat, rotem Chicorée, Walnüssen und Feigen.

[Gedacht] Kriegt man von Sit-Ups Sodbrennen? Maaaaann….

[Gekauft] Drogerie-Kram.

[Spirituelles] Ein paar wilde Täume. Ein Gespräch mit einem inneren Führer.

[Ausblick auf die nächste Woche] Zahnarzt, oh Graus. Ich weiß, daß er bohren muß, und die ganze Situation wird einfach nur triggern und entsetzlich sein.

Liam, 12.09.2015, 17:25 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Aquarellmalerei: ein Update

In diesem Sommer habe ich viel Zeit vorm Rechner verbracht. Mehr Zeit, als ich gedacht und mir gewünscht hätte, weil mich ein Hexenschuß, diverse Infekte und letztlich auch die unerträgliche Hitze von anderen Dingen abgehalten haben. Ich habe dann versucht, die Zeit, die ich eigentlich als mehr oder weniger verschwendet betrachtet habe, für mich zu nutzen, und ich glaube, das ist mir auch geglückt. Ich habe nämlich wirklich Stunden und Stunden Video-Tutorials zu verschiedenen Aquarelltechniken bei YouTube geschaut und dabei eine Menge Inspiration und Know How mitnehmen können.

Mir ist außerdem bewußt geworden, was ich an meinen bisherigen Aquarellen unstimmig fand: das Papierweiß fehlte. Und in meiner Palette fehlten mir warme Gelb- und Erdtöne, außerdem ein freundlicheres Blau. Diese Woche war ich also noch einmal im Kunstmarkt meines Vertrauens und habe nachgerüstet. Wo ich schon mal da war, habe ich mir auch ein Türkis mitgenommen, das ich mir wahrscheinlich einfach hätte mischen können, aber als ich vor den Farben stand, fragte ich mich, warum ich zu mir selbst immer so geizig bin. Meinem Sohn bringe ich vom Einkaufen regelmäßig etwas Süßes oder eine kleine Überraschung mit, aber bei einem Näpfchen Farbe für mich kneife ich? Also habe ich es eingepackt (was ein merkwürdiges Gefühl war…ich scheine zu denken, für mich selbst dürfe ich nur das Nötigste kaufen).

Mitgenommen habe ich außerdem noch zwei Pinsel. Ich habe bisher meist mit Rundpinseln aus Rotmarderhaar gemalt, hatte aber bei einigen Aquarellisten sog. Kalligraphie-Pinsel gesehen. Diese bestehen aus Eichhörnchenhaaren (Feh) und fassen mehr Wasser und Farbe als die Rotmarder-Pinsel, wodurch sie die nass-in-nass-Technik begünstigen. Man kann sie aber auch sehr gut für die nass-auf-trocken- und die trocken-auf-trocken-Technik nehmen, vorausgesetzt, man drückt sie aus (und trocknet sie auch noch an einem Tuch ab).

Auch hinsichtlich der Maltechnik habe ich in diesem Sommer viel gelernt. Bisher habe ich eher realistische Landschaftsmalerei betrieben, angeregt von Terry Harrison (naturalistisch, relativ trockenes Malen). Jetzt jedoch gehe ich einen Schritt ins Abstrakte und verwende eher ungewöhnlichere Farben wie etwa Violett für den Himmel etc. Obendrein male ich jetzt nasser und in mehr Lasuren (Schichten). Die Ergebnisse sind dadurch oft überraschend und frisch und es macht sehr viel mehr Freude, so experimentell zu arbeiten.

Ich zeige eigentlich keine Photos von meinen Arbeiten hier auf dem Blog, mal abgesehen davon, daß ich den Header aquarelliert habe. Warum? Malen ist für mich, anders als sämtliche anderen kreativen Techniken, die ich betreibe, Ausdruck eines inneren Prozesses. Malen erscheint mir viel persönlicher als alles andere und da ich ein sehr introvertierter Mensch bin, kommt es mir falsch vor, meine Bilder zu präsentieren, einfach weil ich das Gefühl hätte, das wäre ein unangemessener Seelenstrip. Beim Malen habe ich auch die größten Hemmungen. Andere kreative Techniken probiere ich einfach mal aus, tüddel ein bißchen herum, habe Spaß. Aber weil Malen von „ganz tief unten“ kommt, ist es mir Ängsten besetzt, die ich bei anderen Techniken nicht verspüre. Malen ist Privatsache 😀

Liam, 12.09.2015, 11:42 | Abgelegt unter: Craft & Creation | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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