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Archiv: Dezember 2015

Das Lesejahr 2015

Nachdem ich gerade meine Statistik für Dezember eingestellt habe, möchte ich noch auf das gesamte Lesejahr 2015 zurückblicken.

Insgesamt habe ich dann doch 52 Bücher gelesen, was statistisch gesehen eins pro Woche gewesen wäre. Tatsächlich hatte ich aber viele Wochen, in denen ich nicht eine Zeile in einem Buch gelesen habe. Die Unfähigkeit, zu lesen, ist an die PTBS gekoppelt (und je mehr ich über mich selbst und diese Krankheit lerne, desto stärker bezweifle ich, daß es Lebensbereiche gibt, auf die sie sich nicht auswirkt). Früher habe ich Bücher geradezu weggesaugt und konnte auch sehr schnell sinnerfassend lesen. Das kann ich heute nicht mehr. Dazu kommt, daß mir oft die Ruhe zum Lesen fehlt, denn ich lebe nunmal nicht allein und scheinbar bin ich für meine Familie vor allem dann ein wichtiger Ansprechpartner, wenn ich ein Buch vor mir habe…

Außerdem ist mir aufgefallen, daß ich dazu neige, Inhalte zu vergessen. Blöderweise passiert das nicht nur, wenn es mehrere Wochen oder gar Monate her ist, daß ich ein Buch gelesen habe – es passiert sogar während des Lesens bzw. wenige Zeilen/Seiten später. Theoretisch müßte ich mir zu jedem Buch, das ich lese, Notizen machen, damit ich auch im Nachhinein etwas davon habe, es gelesen zu haben. In meinem Studium sagte uns ein Professor, man müsse nicht alles wissen – es würde reichen, zu wissen, wo es steht. Aber da ich gern mein Gedächtnis trainieren und über bestimmte Dinge etwas lernen will, wäre es schon hilfreich, wenn ich mir auch mal etwas merken könnte…

Diese frustrierenden Erfahrungen, die mit dem Lesen verbunden sind, führen nicht gerade dazu, daß ich es als harmlos oder gar entspannend betrachten kann. Es konfrontiert mich ständig damit, daß ich nicht mehr so funktioniere, wie ich es von früher gewohnt bin bzw. wie ich mir das wünschen würde. Manchmal macht mir diese eingeschränkte Funktionsfähigkeit sogar Angst, weil ich befürchte, darin Anzeichen für schlimmere Schädigungen oder Krankheiten wie etwa Alzheimer zu erkennen. Leider sind die Zeiten, in denen Lesen reiner Genuß war, vorbei, und dieser Verlust macht mich immer wieder traurig.

Besuche beim Bücherschrank und in der Bibliothek sind für mich dennoch wichtig. Ich mag diese Orte, weil ich mit ihnen Erinnerungen an Zeiten verbinde, in denen Bücher für mich essentielle Nahrung waren und mir Trost und ja, auch so etwas wie Geborgenheit spendeten. Ich wünsche mir, durch beharrliches Lese-Training wieder mehr/schneller/besser lesen zu lernen. Ich glaube, daß ich diesen Parallelkosmos, den Bücher eröffnen, ganz dringend brauche.

Liam, 31.12.2015, 14:08 | Abgelegt unter: Book & Silverling | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Bücher im Dezember

Der Dezember war für mich kein guter Lesemonat, obwohl ich spannende Bücher aus der Bibliothek mitgenommen hatte. Insgesamt habe ich nur folgende Bücher gelesen, obwohl ich noch ein paar andere begonnen hatte:

  • Felix Scheinberger: Mut zum Skizzenbuch. Aus der Bibliothek. Für mich war das Buch das bisher Beste zu diesem Thema, weil der Autor sehr viele Zeichnungen zeigt, von denen ich annehme, daß ich sie auch hinkriegen kann – die perfekten Skizzen in anderen Büchern legen die Meßlatte schon sehr hoch an und entmutigen eher. Scheinberger gibt außerdem einige wirklich hilfreiche Tips, z.B. dazu wie man mit Leuten umgehen könnte, die beim Skizzieren zuschauen und es kommentieren. Ich fand das Buch so klasse, daß ich es mir, nachdem die Leihfrist abgelaufen war, gekauft habe.
  • Simon Buxton: The Shamanic Way of the Bee. Imkern und Beekeeping sind Themen, die mich schon sehr lange begleiten und tatsächlich überlege ich seit Jahren, ob ich es wohl schaffen würde, Bienen zu halten und zu versorgen. Das Buch nun hat diese Gedanken mal wieder angestoßen und vertieft. Der Autor beschreibt seinen Weg auf dem „Path of Pollen“, also den Weg des Bienenschamanen. Er erzählt von seinen Einweihungen und schildert die Techniken, die sein Lehrer Bridge ihn lehrt. Das Buch wurde oft negativ diskutiert, weil es nicht authentisch sei, also keine tatsächlichen Geschehnisse schildert – diesen Kritikpunkt verstehe ich nicht so ganz. Direkt am Anfang schilder Buxton seine Begegnung mit einem Gnom…da darf man sich wohl schon mal fragen, wie real das war. Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen.
Liam, 31.12.2015, 12:13 | Abgelegt unter: Book & Silverling | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

JahresRückblick 2015

An der Schwelle zum neuen Jahr möchte ich innehalten und zurückblicken. Wie war 2015?

Das gesamte Jahr 2014 hindurch hat mich ein Problem begleitet, von dem ich mir erhoffte, es in 2015 endlich zu bewältigen: Schlafstörungen. Leider habe ich das nicht geschafft, obwohl ich neue Wege gegangen und mir auch vielschichtige Hilfe geholt habe. Gegen Jahresende habe ich eingesehen, daß dieses Problem mich schon mein Leben lang mal stärker und mal schwächer begleitet und daß es einfach noch mehr Therapie und Auseinandersetzung mit den Traumata braucht, um es abzumildern. Ich mußte dieses Jahr auf die harte Tour lernen, wie sehr Körpererinnerungen mein Leben beeinflussen, und ich denke, ich habe den Grundstock dafür gelegt, zu begreifen, wie Körper, Erinnerung und das durch die PTBS strukturell geschädigte Gehirn zusammenhängen. Es ist eine Reise, die mich immer weiter in die Tiefe führt, in das Verständnis für mich selbst, aber auch in die Konfrontation mit den Traumata. Durch das größere Bewußtsein für diese Mechanismen konnte ich ein paar Dinge positiv für mich verändern, fühle mich aber immer noch komplett am Anfang. Dauermüde zu sein, ist nicht gerade förderlich für so ziemlich alles…

Im Februar konnte ich einen juristischen Akt erfolgreich abschließen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Das damit verbundene Hochgefühl hält bis heute an, und ich bin stolz auf mich, das alles gemeistert zu haben.

Im März habe ich begonnen, zu gärtnern. Die ersten Pflanzen wurden gekauft bzw. eingepflanzt und von da an habe ich bis in den Herbst hinein ernten können. Über meine ersten Erfahrungen mit meinem kleinen Garten habe ich hier schon mal ausführlicher geschrieben.

Im März/April fing auch die Foraging-Saison so richtig an, wie immer mit Bärlauch. Meinen Vorsatz, in 2015 soviel wie möglich wilde Nahrung zu sammeln, habe ich im Rahmen meiner Möglichkeiten erfüllt. Ich habe neue Pflanzen kennengelernt und wirklich viel selbstgemacht. Gerade heute habe ich übrigens meinen Quittenlikör abgeseiht, der überraschend stark geworden ist.

Mit dem April startete eine Reihe von heftigen Infekten, die mich bis in den Oktober hinein begleitete. Ich habe dieses Jahr insgesamt 15 Antibiosen gehabt, inclusive all der „fabelhaften“ Nebenwirkungen. Seit ich im Oktober den Rat eines neuen Arztes befolgt habe und nochmal eine richtige Hammer-Antibiose gemacht habe, bin ich aber beschwerdefrei. Endlich.

Im Mai war ich auf der Nadelwelt und habe dabei festgestellt, daß ich mich das Nähen derzeit nicht wirklich reizt. Dementsprechend ist dieses Jahr auch nur ein einziger Quilt fertig geworden, von dem ich hier nicht mal ein Bild gezeigt habe, wenn ich nicht irre.

Der Juni startete mit einem Hexenschuß, zu dem auch noch eine Entzündung im Fuß dazukam. Ich war also praktisch bewegungsunfähig, und das bei schlappen 38°C. Absolut übel. Als gegen Mitte Juni beides einigermaßen überwunden war, habe ich mit Krafttraining begonnen, das ich seither etwa alle zwei Tage mache. Über meine Fortschritte in dem Bereich freue ich mich wirklich sehr. Die Gewichte konnte ich mittlerweile vervierfachen und die Wiederholungen bei den Übungen ohne Hanteln etwa verdreifachen. Durch den erhöhten Muskeltonus fühle ich mich sicherer in meinem Körper und kann mich selbst besser spüren. Im Juni habe ich mir auch die Lightshow am Schloß Karlsruhe angeschaut, die dort zum 300. Stadtgeburtstag installiert worden war.

Die Monate Juli und August waren für mich dank diesem Wüstensommer ein einziger Alptraum. Ich habe es vermieden, nach draußen zu gehen, und selbst drinnen war es praktisch nicht auszuhalten. Dementsprechend waren diese Monate von relativem Stillstand gekennzeichnet, obwohl ich weiterhin Sport gemacht und auch zu malen versucht habe. Überhaupt ist das Malen für mich in diesem Jahr sehr wichtig geworden und ich habe es geschafft, mir selbst gegenüber großzügiger zu werden: ich habe mir jede Menge Aquarellfarben, Blankobücher, Pinsel, Stifte und anderes gegönnt.

Im September konnte ich eine Sache nach über zehn Jahren endlich abschließen. Ich habe einen wichtigen Brief geschrieben und ihn abgeschickt – damit endete eine Ära. Mitte September habe ich den zweiten Hexenschuß bekommen und bin mit ihm auch in den Urlaub gestartet. Der Urlaub war mein persönliches Highlight in 2015. England ♥ Ich habe das Gefühl, daß ich allmählich klarer sehe, was meinen Wunsch angeht, nach England zu ziehen, sobald meine familiäre Situation das erlaubt.

Im Oktober hatte ich einen intensiven Arzttermin, der mich stark getriggert, der mir aber in mancherlei Hinsicht auch geholfen hat. Die Nachwirkungen spürte ich bis in den November hinein. Da blieb wenig Raum für anderes. An der Live Well Spend Zero Challenge habe ich dennoch teilgenommen, habe aber festgestellt, daß ich vieles bereits ohnehin umsetze.

Im November habe ich damit begonnen, am Handy und am PC zu spielen. Ich mag den ergotherapeutischen Effekt, den ich darin spüre, aber dennoch spiele ich nur alle paar Tage mal eine halbe oder ganze Stunde. Ansonsten blieb der November recht konturlos.

Der Dezember war vor allem von absoluter Feiertagsunlust geprägt. Ich hätte mich am liebsten vor der Welt verkrochen. Trotzdem habe ich es geschafft, meinen Schlafbereich umzugestalten und zeitgleich jede Menge Kleidung auszusortieren bzw. bei eBay zu verkaufen.

[vorherrschende Themen] Schlafstörungen. PTBS. Therapie. Krankheiten und Malässen. Malen.

[Orte des Jahres] Bibliotheken und Bücherschränke. Mein Bett. Mein Garten. England.

[Lieblingsfilme] Bosch. Hand Of God. The Following.

[Lieblingsmusik] Wovenhand, immer noch.

[Lieblingsbücher] PTBS-Bücher. Bücher über Urban Sketching und Aquarelle.

[Lieblingsspeisen und -getränke] Ich glaube, ich habe 2015 richtig gut und vielfältig gegessen. Einzelne Sachen rauszupicken, fällt mir schwer. Lieblingsgetränk war wohl Cola, obwohl ich versuche, sie in Maßen zu trinken.

[leider nicht gemacht] Mehr gemalt. Mehr Ausflüge. Mehr Highlights.

[Wünsche für das kommende Jahr] Weniger Schlafstörungen. Meinem Leben mehr Tiefe geben. PTBS noch besser begreifen und Strategien finden, besser mit ihr leben zu können.

Alles in allem war 2015 nicht so übel wie 2014, aber sicher kein besonders gutes Jahr.

Liam, 30.12.2015, 14:14 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Brombeerlikör

Im Sommer haben mein Mann und ich Brombeeren gesammelt. Von der ersten Fuhre habe ich hier geschrieben. Ein paar Wochen später sind wir noch einmal losgezogen. In der Zwischenzeit waren noch jede Menge Beeren nachgereift – tatsächlich so unfaßbar viele, daß wir binnen weniger Minuten rund ein Kilo geerntet hatten.

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Diese Brombeeren habe ich zusammen mit Kandis in Wodka eingelegt und dann seit dem Sommer ausziehen lassen. Erst vor kurzem habe ich den Likör abgeseiht, der von dunkelroter Farbe ist. Ich weiß, das Bild ist nicht berühmt, aber der Likör….ein Gedicht! Süß und süffig, sehr fruchtig und mit einer ganz leichten Bitternote.

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Die beschwippsten Früchte bevorrate ich derzeit im Kühlschrank und verarbeite sie nach und nach in Süßspeisen. Zu Weihnachten hatte ich einen Trifle gemacht. Dazu habe ich sehr süße, saftige Birnen, Löffelbiskuit, eingelegten Ingwer, die Brombeeren, Custard (sowas wie dicke Vanillesauce) und Schokolade in Gläser geschichtet. So lecker! 🙂

Liam, 27.12.2015, 19:40 | Abgelegt unter: Foraging,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Wie in den letzten Wochen auch schon, war das Wetter wieder einmal richtig toll: recht mild und sonnig. Wir haben doch tatsächlich blühende Kirschbäume und Blausterne entdeckt…

[Gemacht] Das halbe Wochenende war ja nun noch Weihnachten, aber ich gestehe, daß ich davon (bzw. insgesamt von Weihnachten) nicht allzu viel mitbekommen habe. Das war auch ganz ok. Samstag haben wir also in aller Gemütlichkeit gespätstückt. Mein Mann und ich sind, während unser Sohn Diablo üben wollte, zum Rheinhafen gefahren, wo er photographiert hat und ich skizziert habe. Abends haben wir gemeinsam gekocht und auch noch einen Kuchen und ein Brot gebacken. Später haben wir Der Herr der Ringe geschaut, wie es sich mein Sohn gewünscht hat. Noch später habe ich gelesen und Hörbuch gehört. Am Sonntag sind wir nach dem Frühstück in den Schloßpark gefahren und sind dort spaziert. Im Anschluß waren wir in den Altrheinauen und haben da auch Kuchen gefuttert. Abends haben mein Mann und ich gekocht und unseren Haushaltsschrank ausgemistet. Nachher werden wir wohl noch einen Film schauen und Tee trinken.

[Crafts’n’Arts]  Urbansketching.

[Gesportelt] Im Moment mache ich eine kleine Feiertagspause.

[Gehört] Tom Rob Smith: Kolyma. Ich habe zwar schon das Buch gelesen, aber es ist nett, es nochmal vorgelesen zu bekommen 🙂

[Gelesen] Simon Buxton: The Shamanic Way of the Bee.

[Gesehen] Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee, Cola und ein Schlückchen Brombeerlikör.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Wochenplan: einen Burger, ein phantastisches Trifle mit Birne, Custard, eingelegten Brombeeren, Ingwer und Löffelbiskuit, geräucherte Forelle, Birnenkuchen, Einkornbrot, englische Chips und Mandarinen.

[Gedacht] Einmal im Jahr schnappe ich mir ein Buch, in dem 365 Fragen abgedruckt sind und schreibe meine Antworten darunter. Die Entwicklung zu verfolgen, ist superspannend 🙂

[Gekauft] Ich habe mir ein PC-Spiel gekauft (Omen des Sommers).

[Spirituelles] Ich überlege immer noch, wie ich mir einen kleinen Schrein für den Grünen Mann basteln könnte…

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich habe einen Termin, werde auswärts essen gehen und hoffentlich mehr Schlaf bekommen.

Liam, 27.12.2015, 19:00 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #52

Diesmal habe ich glatt vertrödelt, ihn pünktlich einzustellen, aber hier kommt er dennoch:

  • Freitag: Pasta mit Tomaten und Pilzen (vegan)
  • Samstag: vollkornige Tomatenquiche, dazu Salat (vegetarisch)
  • Sonntag: Kartoffelgratin mit Bohnen, Tomaten und Feta (vegetarisch)
  • Montag: gratinierter Blumenkohl, dazu Pommes und Salat (vegetarisch)
  • Dienstag: Pasta mit Sojahackbällchen „Stroganoff“ (vegetarisch)
  • Mittwoch: Gemüsesuppe mit Nudeln (vegan)

Für die Weihnachtstage und das kommende Wochenende habe ich ebenfalls schon geplant:

  • Donnerstag: Raclette (omnivor)
  • Freitag: Zombiebrain (ganzer gebackener Sellerie, dazu Rahmchampignonsauce und Rösti) (vegan)
  • Samstag: Vollkornpasta mit Tomaten, Mango und Oliven (vegan)
  • Sonntag: Chorizo-Carbonara (omnivor)
Liam, 22.12.2015, 13:16 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Wintersonnenwende

Wenn ich auf die letzten zehn Jahre hinsichtlich meiner Spiritualität zurückblicke, sehe ich eine bewegte Zeit. Ich habe mehrere Jahresläufe sehr bewußt durchwandert, was für mich das Feiern der Kreisfeste inkludierte. Ich habe mehrere Pilgerfahrten unternommen und mich dabei intensiv mit der Landschaft befaßt, in der ich gerade lebe. Ich habe mich darauf einlassen können, meine Spiritualität auch in Gruppen zu leben, durch gemeinsame Rituale und Feste, aber auch durch Diskussionen und Vorträge.

Was ist davon übrig?

Wenn ich ehrlich bin, fast nichts mehr. Seit die kPTBS so akut geworden ist, sind Kontakte, ist das Ausleben von Spiritualität für mich allgemein schwierig geworden. Ich fühle mich oft einfach nur gelähmt und eingefroren. Das Schlimmste aber ist, daß ich durch die PTBS meinen Glauben verloren habe. Merkwürdigerweise gab es nach den letzten Traumatisierungen eine Art spirituelles Hoch, in dessen Verlauf ich das Gefühl hatte, ich könnte die Traumata in meinen Lebenskontext einbinden. Und dann allmählich schlich sich das Gefühl von Sinnlosigkeit ein. Warum Jahreskreisfeste feiern? Warum schamanisch reisen? Warum Heilsteine oder Räucherwerk? Warum das alles?

Ich weiß nicht, woher das kam. Es brach über mich herein wie eine Krankheit, die ich seither auch nicht besiegen konnte. Mir erscheint das alles so sinnlos. Kümmert es Götter und Geister, was ich tue? Sind sie überhaupt da? Ich nehme an, das Gefühl, mir in entscheidenden Momenten immer nur selbst beizustehen, hilft mir nicht gerade, an irgendetwas zu glauben. Eine Zeitlang funktionierte Kundalini Yoga sehr gut, aber auch da gab es den Moment absoluter Stagnation und Isolation, den ich nicht durchschwimmen konnte. Ich habe einfach irgendwann aufgehört, die Erfahrungen der anderen zu teilen.

Nun könnte man sicherlich argumentieren, daß ich derzeit in anderem Rahmen erlebe, daß es Menschen gibt, deren Erfahrungen ich teile – und umgekehrt. Es sind Menschen, die ebenfalls mit PTBS zu kämpfen haben, und in deren Reihen ich mich anfangs nicht wie ein Alien, sondern sogar enorm verstanden fühlte. Doch auch das verändert sich und ich spüre, daß ich mich auch unter ebenfalls Traumatisierten wie ein Fremder zu fühlen beginne. Mir ist bewußt, daß es innerhalb der PTBS Graduierungen gibt. Trauma ist nicht unbedingt gleich Trauma. Faktoren wie Schwere, Tiefe und Komplexität der Traumata spielen da mit rein. Ich glaube, bisher habe ich mir immer etwas vorgemacht und gedacht, mein Fall sei gar nicht so schlimm. Aber im Austausch merke ich, daß er das sehr wohl ist. Es ist merkwürdig, wenn Menschen, von denen man dachte, daß sie auch schon krasse Sachen erlebt haben, beim Anhören meiner Geschichte merklich zusammenzucken und zurückschrecken. Ich glaube, den Umfang dessen, was mir passiert ist, erfasse ich erst jetzt allmählich. Das ist gut und schmerzhaft zur gleichen Zeit. Aber ich denke, erst, wenn ich das alles begreife und wirklich verstehe, kann ich es bearbeiten.

Ich denke, gerade für mich sollte die Wintersonnenwende, also der Punkt im Jahr, wo das Licht wendet und in die Welt zurückkehrt, besondere Bedeutung haben. Das Licht im Dunkeln sehen und so. Ich stelle jedoch gerade fest, daß mir das Licht nicht fehlt. Es genügt mir, daß es ein paar Stunden am Tag hell ist. Ich mag die Dunkelheit. Ich mag den Schutz, den sie bietet. Die Gelegenheit zur Selbstreflexion. Ich mag es, daß die ins Dunkel gesagten Worte nicht so wehtun.

Die Wintersonnenwende habe ich also nicht gefeiert. Genau wie alle anderen Kreisfeste seit einer Weile. Aber ich spüre hinein in die Dunkelheit und finde in ihr einen alten Freund. Ich wünschte – auch wie immer -, ich könnte die Rauhnächte in Klausur verbringen. Der weihnachtliche Trubel ist mir zuviel und ich bin denkbar schlecht darin, Ferien und Urlaub auszuhalten. Daraus wird natürlich nichts werden, so daß ich versuche, die Zeit, die ich für mich allein habe, zu nutzen. Die Feiertage gehen für mich mit einer Therapiepause einher, und das empfinde ich als schwierig. Gerade in den Momenten solch intensiven Beisammenseins mit der Familie wäre die Therapie eine Hilfe.

Liam, 22.12.2015, 12:04 | Abgelegt unter: PTBS,Spirit & Verse | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Das Wochenende verwöhnte uns mit herrlichem Sonnenschein und milden Temperaturen. Ich muß gestehen, daß ich den Winter bisher sehr genieße, nachdem der Sommer mich echt gekillt hat. Man kann im Hemd nach draußen und friert nicht ein, wenn man mal länger unterwegs ist

[Gemacht] Samstag waren wir nach dem Frühstück spazieren. In unserer Nähe gibt es einen netten Baggersee, an dem entlang man schön gehen kann. Ich habe mich außerdem noch an das Ufer gesetzt und die Gegend gemalt. Anschließend waren wir noch ein paar Besorgungen erledigen. Abends haben mein Mann und ich gemeinsam gekocht. Bei der Gelegenheit habe ich direkt den Brombeerlikör, den ich bereits im Sommer angesetzt hatte, abgefiltert. und später The Following Staffel 1 zuende geguckt. Vorm Schlafengehen mußte ich dann noch unbedingt etwas aquarellieren und habe dabei Hörbuch gehört. Sonntag waren wir nach dem Frühstück direkt wieder raus. Diesmal sind wir zu unserem Obstbauern gefahren und weil es so schön war, sind wir dann einen Umweg über Frankreich zurück nach Hause gefahren 🙂 Abends haben wir gemeinsam gekocht und Photos angeschaut.

[Crafts’n’Arts] Jede Menge gemalt.

[Gesportelt] Am Wochenende war Pause.

[Gehört] Frank Schätzing: Der Schwarm. ASP&Chamber. Torgeir Waldemar.

[Gelesen] Simon Buxton: The Shamanic Way of the Bee – Ancient Wisdom and Healing Practices of the Bee Master. Das Buch ist wunderbar. Ich hatte es ewig auf meiner Wunschliste, dann lag es ewig in meiner Lesekiste und jetzt endlich habe ich mich aufraffen können, es anzufangen.

[Gesehen] The Following.

[Getrunken] Wasser. Schwarzen Tee. Cola. Ein Schlückchen Brombeerlikör, der echt toll geworden ist.

[Gegessen] Abgesehen von den geplanten Sachen: selbstgemachtes Kartoffelbrot mit vegetarischen Frikadellen. Litchies. Mandarinen. Lebkuchen. Einen Burger (Wochenendstandard?). Doppelt gesalzenes Lakritz. Veganen Joghurt.

[Gedacht] Daß ich wie jedes Jahr das Gefühl habe, Weihnachten nicht aushalten zu können.

[Gekauft] 7,5 kg Obst.

[Spirituelles] Ich habe mir eine Orakelkarte aus dem Avalon-Oracle-Deck gezogen.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich habe drei wichtige Termine, bei denen ich hoffentlich einiges klären kann. Und wenn die rum sind, habe ich auch erstmal Ruhe bis nach Weihnachten.

Liam, 21.12.2015, 12:08 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Kleines Update

Es ist ein bißchen merkwürdig. In den letzten Wochen habe ich oft begonnen, Artikel zu schreiben, um sie dann wieder zu löschen. Ich denke, ich bin mir allgemein nicht so ganz sicher, worüber ich schreiben soll. Oder schreiben kann. Derzeit scheint PTBS wohl das größte Thema zu sein. Ich mache jetzt über ein Jahr lang Therapie und ich spüre, wie sich bestimmte Dinge allmählich regen, wie sie mir bewußt werden. Ich suche nach Wegen, an ihnen zu arbeiten, auch wenn ich den Gedanken, ich könnte jemals frei von PTBS sein, für unwahrscheinlich halte.

Über PTBS hätte ich also eine ganze Menge zu schreiben, nur wäre das sehr persönlich. Und im Grunde stellt sich genau diese Frage: wie persönlich soll mein Blog werden? Im Moment kann ich das nicht wirklich beantworten. Ich habe mich schon einmal im Internet sehr verletzlich gemacht, weil ich offen und ehrlich war, und das Gefühl, das daraus erwachsen ist, hat mir nicht gefallen. Andererseits bewundere ich alle, die es schaffen, ehrlich über so schwierige Dinge wie PTBS und Co. zu schreiben, ohne sich zu verstecken. Das ist eine Großtat und nicht selten haben genau diese großzügigen Menschen mir weitergeholfen. Hm.

Vielleicht erstmal nur ein kleines Update?

Derzeit ruht der Garten und ich gehe nicht Foragen, weil ich es einfach nicht schaffe. Ich bin heilfroh, wenn ich die Tage und Nächte „irgendwie“ herumbekomme und schaffe es nicht, mir irgendwelche Extras vorzunehmen. Selbst solche Dinge wie Foraging oder Malen bleiben auf der Strecke.

Ich habe in den letzten Wochen mein Schlafzimmer umgebaut. Es ist jetzt gemütlicher und übersichtlicher geworden und ich hoffe, das hilft mir, die dank PTBS durchaus üblen Nächte ein wenig positiver anzugehen.

Weihnachten und Sylvester stehen vor der Tür. Das ist nicht unproblematisch für mich, weil beides ungute Erinnerungen triggert, aber ich versuche mein Bestes, meinem Sohn dennoch schöne Feiertage zu bieten.

Und am Ende hätte ich da noch eine Frage: liest überhaupt irgendwer, der kein Bot ist, mein Blog?

Liam, 17.12.2015, 13:37 | Abgelegt unter: PTBS | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Vom Wetter am Samstag habe ich nicht allzu viel mitbekommen, aber Sonntag war es klar und sonnig bei 10°C.

[Gemacht] Samstag haben wir nach dem Frühstück in meinem Zimmer weitergemacht. Die Woche hatten wir den neuen Schrank aufgestellt und ich hatte begonnen, ihn einzuräumen. Die Gelegenheit habe ich direkt genutzt, jede Menge „Kram“ auszusortieren, von alten Kerzen, die ich nie benutzt habe, über Einmachgläser voller Stoffstreifen, aus denen ich „irgendwann mal“ einen Quilt machen wollte, bis hin zu Briefen und Geschenken von Leuten, die nicht mehr Teil eines Lebens sind. Samstag nun flog die alte Kommode raus und wir befestigten die neuen Vorhangstangen. Auch mußte ein Wandregal nochmal versetzt werden und die Lampen wurden angeschlossenen. Nach dem Abendessen haben wir einen Kinoabend mit unserem Sohn gemacht und er und ich haben dabei auch noch ein wenig skizziert 🙂 Sonntag nach dem Frühstück waren wir auf dem Weihnachtsmarkt. Dumme Idee. Ich hake das für dieses Jahr mal ab unter „been there, done that“. Im Anschluß habe ich in meinem Zimmer weiter auf- und ausgeräumt. Ich habe meinen großen Schrank im Atelier, der bisher komplett meinen Stoffen vorbehalten war, so umgeräumt, daß eine Hälfte für andere Artsupplies frei geworden ist. Dabei habe ich dann auch nochmal großzügig ausgemistet. Anschließend habe ich gekocht und nachher werden wir wohl noch ein bißchen The Following gucken.

[Crafts’n’Arts] Skizzen gemacht. Platz geschaffen.

[Gesportelt] Im Zimmer rumgeräumt.

[Gehört] Frank Schätzing: Der Schwarm. Wovenhand.

[Gelesen] Bessel Van der Kolk: Verkörperter Schrecken. Ich finde das Buch fabelhaft. Es ist zwar ein Fachbuch, aber so spannend und einfühlsam geschrieben, daß es sich einfach gut anfühlt, es zu lesen. Es erklärt mir vieles über meine kPTBS.

[Gesehen] Der Herr der Ringe: Die zwei Türme, extended. Ein paar Folgen von The Following.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und eine Cola.

[Gegessen] Abgesehen von den Sachen vom Plan: einen winterlichen Salat aus Feldsalat, Orange und Parmesan. Habanero-Chips. Marzipan-Baumstamm. Einen Burger.

[Gedacht] PTBS heißt auch (und vielleicht vor allem): das, was andere genießen, nicht genießen können. Überhaupt leidet die Genußfähigkeit so ziemlich.

[Gekauft] Am Freitagabend (gehört für mich auch schon zum Wochenende^^) habe ich eine Menge Artsupplies für das Life Book 2016 gekauft, von Malgründen und Pinseln über Graphitstiften und Tombow-Markern bis hin zu Acrylfarben und Papieren. Außerdem habe ich mir ein Buch gekauft, das oben erwähnte von Van Der Kolk.

[Spirituelles] Oh. Ja. Ich habe dieses Wochenende meine Altarkommode ausgeräumt und abgebaut. Das meiste, was darin war, wird erstmal im Keller landen, denn derzeit habe ich keine Verwendung für selbstgenähte Altardecken, Kerzenleuchter und sowas. Ein paar Dinge werde ich oben behalten. Derzeit überlege ich, wie ich mir einen kleinen Grüner-Mann-Schrein für die Wand basteln kann. Projektrahmen? Schmales Wandregal? Wie auch immer, da ist gerade einiges am Köcheln.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich habe Therapie und werde ansonsten versuchen, die letzte Woche vor den Ferien für mich zu nutzen. Viel Ruhe.

Liam, 13.12.2015, 17:43 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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