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Archiv: Februar 2016

WochenendRückblick

[Wetter] Sonntag war es warm und sonnig bei strahlend blauem Himmel. Sonntag war es eher grau und grisselig, aber ich mußte nicht raus 🙂

[Gemacht] Samstag waren mein Mann und ich nach dem Frühstück im Gartenmarkt und haben damit offiziell die neue Gartensaison eröffnet. Unser Sohn war auf einem Geburtstag eingeladen, darum konnten wir den Nachmittag zwischen Pflanzschalen und Couch vertrödeln. Ich habe ein paar längst abgelaufene Kürbis- und Zucchinisamen ausgebracht. Mal gucken, ob aus denen etwas wird. Abends waren wir anläßlich unseres 21. Jahrestages essen und später gab es Tee und einen Film. Am Sonntag sind Mann und Kind nach dem gemeinsamen Frühstück zum Schlittschuhlaufen aufgebrochen, so daß ich in aller Ruhe Muffins backen und Radieschen pflanzen konnte. Später habe ich gelesen und noch Mehl für ein Brot gemahlen, das wir abends angesetzt haben (Dinkel-Kamut-Brot). Nachmittags habe ich Sport gemacht und abends gekocht. Gleich schauen wir noch Dexter.

[Crafts’n’Arts] Nicht geschafft.

[Gesportelt] Eine Einheit Kraft und Ausdauer.

[Gehört] Wovenhand. Drei Fragezeichen.

[Gelesen] Zeug über Tee.

[Gesehen] Dexter.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee, Cream Of Ireland (das war ein aromatisierter Schwarztee) und Cola.

[Gegessen] Außer den Plansachen: nicht so süße Buchweizen-Weizen-Himbeer-Sojajoghurt-Muffins. Ein Thali (besonders erwähnenswert: Pilze in Ingwerrahm und Kartoffelkringel mit Fencheldip). Ein paar Chips. Geröstete Kürbiskerne mit Curry. Mozzarella-Chorizo-Brötchen.

[Gedacht] Daß manche Dinge einfach nur nervtötend zäh sind.

[Gekauft] Eine neue Anzuchtschale und Anzuchterde (nachdem ich sie gekauft hatte, lese ich als erstes bei Alys Fowler: „Kaufen Sie keine Anzuchterde, das lohnt sich nicht“. Argh.). Außerdem habe ich vier Chilipflanzen im Internet bestellt, die im April kommen werden. Und wo ich gerade im Chililaden unterwegs war, habe ich auch noch Habanero-Kirsch-Lutscher, Habanero-Erdnüsse und schokolierte Erdnüssse mit Jolokia bestellt.

[Spirituelles] Mir ist ein Grüner-Mann-Chant eingefallen und den habe ich gerade oft im Kopf.

[Ausblick auf die nächste Woche] Wenn alles gut geht, wird das eine ruhige Woche. Ich muß nur zur Therapie.

Liam, 28.02.2016, 18:17 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

Bücher im Februar

Im Februar habe ich folgende Bücher gelesen:

  1. Henning Schmidt-Semisch und Friedrich Schorb (Hg.): Kreuzzug gegen Fette. Sozialwissenschaftliche Aspekte des gesellschaftlichen Umgangs mit Übergewicht und Adipositas. Aus der Bibliothek. Das Buch habe ich zufällig gefunden und wollte einfach mal reinlesen, doch es hat mich ehrlich gefesselt. Es enthält eine Reihe von Aufsätzen, die die „Adipositashysterie“ analysieren: ihre Ursprunge, ihre Ausprägungen, ihre Profiteure und auch ihre sozialen Komponenten. Sehr empfehlenswert und mal ganz abseits vom fit-schlank-Körperkult, der sich in den Massenmedien selbst feiert.
  2. Umberto Eco: Nachschrift zum Namen der Rose. Bücherschrankfund. Der Name der Rose ist eins meiner Lieblingsbücher, schon seit Urzeiten. Da wollte ich natürlich wissen, was Eco noch angemerkt hat. In dem kleinen Bändchen geht es u.a. um den Entstehungsprozeß des Romans, um allgemeine Betrachtungen zu Moderne und Postmoderne und um die Frage, inwiefern der Roman ein Krimi ist. Sehr interessant, wird aber wieder ausgesetzt.
  3. Felix Scheinberger: Wasserfarbe für Gestalter. Aus der Bibliothek. Nachdem mir sein Buch „Mut zum Skizzenbuch“ so gut gefallen hat, mußte ich natürlich auch dieses Buch lesen. Ich bin nicht enttäuscht worden. In den letzten Jahren habe ich viele Bücher zum Thema Aquarellmalerei gelesen, aber dies hier war das Unterhaltsamste und das, welches mich aufgrund seines locker-flockigen Ansatzes am meisten begeistert hat. Netter Gimmick: jedes Cover wird vom Autor individuell mit Aquarellfarbe gestaltet.
  4. Hellmut Lützner: Wie neugeboren durch Fasten. Bücherschrankfindung. Ich habe es mitgenommen und gelesen, weil es gerade in die Zeit hineinpaßt. War ganz interessant und hat mir ein paar Denkanstöße mitgegeben, wird aber wieder ausgesetzt.
Liam, 27.02.2016, 11:32 | Abgelegt unter: Book & Silverling | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Negativität fasten: ich habe einen Körper

In den letzten zwei Wochen bin ich damit sehr zufrieden, wie mein Fastenprojekt läuft. Negative Gedanken über mich selbst kommen seltener auf, was ich insgesamt jedoch der Arbeit in der Therapie und nicht allein der Fastenzeit zurechne. Wichtiger noch finde ich, daß, selbst wenn negative Gedanken entstehen, ich diese leichter wieder ziehen lassen kann als zuvor. Das ist für mich eine Entlastung und ich hoffe, daß ich diesen gedanklichen Flow, diese Nichtanhaftung, noch weiter einüben und vertiefen kann bzw. daß ich für Phasen, in denen es wieder mehr selbstkritische Gedanken geben wird, etwas Gelassenheit mitnehmen kann.

Negativität zu fasten ist auch verbunden damit, den Blick für das Gute zu schärfen bzw. das Schöne ins Leben einzuladen. Für mich aufgrund der PTBS nicht unbedingt einfach. Im Augenblick ist „Selflove“ chic und sowohl im Netz als auch in den Printmedien (Fernsehen schaue ich nicht) wird man damit regelrecht überfrachtet. Ich verstehe das meiste, das mit dieser Selflove-Welle schwappt, nicht oder nur bedingt. Warum eine „Buddha Bowl“ mich anders als ein Müsli mit Obst drin erfreuen soll (als Symbol für die Eigenliebe), ist mir nicht verständlich, aber ich akzeptiere, daß es zwischen mir und nicht-traumatisierten Menschen immer diese Verständnisbarriere gab und geben wird. Das heißt auch, daß mir vieles, was für andere Wellness oder Selbstfürsorge ist, suspekt erscheint bzw. daß es mich triggern kann. Ein Dankbarkeitstagebuch z.B. könnte dazu führen, daß ich mich als ein Versager fühle, weil ich nicht in der Lage bin, jeden Tag Dinge aufzuzählen, für die ich abseits vom bloßen Überleben dankbar bin. Also führe ich so ein Tagebuch erst gar nicht. Jede Form von Druck ist für mich kontraproduktiv, und gerade diesem Selflove- und Wellbeing-Druck möchte ich mich nicht aussetzen.

Für viele PTBS-Patienten ist der eigene Körper Schlachtfeld der Traumatisierungen. Das erklärt, warum Dinge, die nicht-Traumatisierte als Wohltat empfinden (wie eine Massage oder einen Besuch beim Friseur), triggern und dadurch negative Empfindungen auslösen können. Erst wenn bestimmte Inhalte aus dem Alarmgedächtnis ins Langzeitgedächtnis überführt wurden, können Traumatisierte beginnen, sich damit auseinanderzusetzen, was sie mögen, was sie brauchen und letztlich, wer sie eigentlich sind. Oft wird die Arbeit an der PTBS in drei Phasen eingeteilt: Stabilisierung, Konfrontation und Integration. Diese drei Phasen vermischen sich, verschwinden, kommen wieder. Eine klare Abgrenzung funktioniert nur in der Theorie, nicht in der Praxis, nicht im Leben mit PTBS. Im Moment befinde ich mich in einer Integrationsphase. Das heißt, ich arbeite daran, Dinge zu akzeptieren und sie in meinen Lebenskontext sinnvoll einzusortieren. Dazu gehört auch die Akzeptanz dafür, daß ich einen Körper habe, der wiederum Bedürfnisse, Erinnerungen und Emotionen hat. Im Augenblick will mein Körper ganz viel Aufmerksamkeit. Ich verspüre Impulse, die ich bislang nicht kannte. Ohne mich zuvor stabilisiert zu haben, würde ich das nicht aushalten.

In der letzten Woche habe ich mich überwunden und bin in ein Geschäft für große Männer gegangen. Bisher habe ich das tunlichst vermieden, denn ich wollte nicht wahrgenommen und schon gar nicht beraten werden. Ich hatte mir im Vorfeld einige Websites, Bücher und Videos mit Styling-Ideen für große Männer angeschaut – auch das war neu und es kam aus dem Nichts. Ich habe festgestellt, daß vieles, was ich ohnehin gern trage wie z.B. Krawatten, dunkle Farben und schlichte, klassische Formen allgemein für große Männer empfohlen werden, und war auf der Suche nach etwas, das dazu paßt und in dem ich mich vor allem wohlfühle. Mir selbst etwas zu gönnen, das im Grunde purer Luxus und nicht absolut notwendig ist, ist sehr schwer für mich. Ich bin ein Experte darin, Dinge zu vereinfachen und lebe inzwischen in einem recht minimalistischem Haushalt, und so eine Shoppingtour ist das absolute Gegenteil von dem, was ich normalerweise mache. Im Anschluß war ich total k.o., aber auch stolz darauf, es geschafft zu haben. Das Schöne und Gute ausprobiert zu haben, auch wenn es mich Überwindung gekostet hat und ich es nicht in jedem Moment genießen konnte, weil ich aufgeregt gewesen bin.

Ich denke gerade sehr viel darüber nach, was es heißt, nicht nur Verantwortung für meine mentale, sondern auch für meine körperliche Gesundheit zu übernehmen. Einem wird viel zu oft der Eindruck vermittelt, daß andere Instanzen wie Ärzte, Zeitschriften, Coaches o.ä. mehr darüber wüßten, was für den eigenen Körper gut ist als man selber. Ich nehme an, all das, was mir in Hinblick auf Übergewicht, Fat-Shaming und Male Body Positivity durch den Kopf geht, wäre nochmal einen eigenen Artikel wert.

Liam, 26.02.2016, 23:42 | Abgelegt unter: PTBS,Spirit & Verse | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #60

Für die kommende Woche habe ich Folgendes geplant:

  • Freitag: Rahmporree mit Rösti und Rührei (vegetarisch)
  • Samstag: auswärts essen (vegan)
  • Sonntag: Chinasuppe mit Grünzeug und Nudeln (vegan)
  • Montag: Gemüsecurry mit Tofu, dazu Reis (vegan)
  • Dienstag: Kichererbsenpfanne mit Paprika und Chorizo, dazu Couscous (omnivor)
  • Mittwoch: Deep Dish Pizza (omnivor)
  • Donnerstag: Pastatopf mit Paprika und Zucchini (omnivor)

Am Wochenende würde ich gern ein neues Brotrezept (Dinkel-Kamut-Brot) ausprobieren und vollwertige Muffins mit Beeren backen.

Liam, 26.02.2016, 12:08 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Grau und regnerisch.

[Gemacht] Samstag war unser Haushaltstag. Nach dem Frühstück haben Mann, Sohn und ich geputzt und gewienert, was das Zeug hielt. Anschließend haben mein Mann und ich Bücher zum Bücherschrank und Altkleider zum Container gefahren. Abends haben wir gemeinsam gekocht und danach eine Doku geschaut. Später habe ich dann noch gelesen und ein Hörbuch angeschmissen. Sonntag habe ich nach dem Frühstück Bratlinge als Snack für die Woche gemacht, gelesen und am Rechner getüdelt. Nachmittags habe ich Sport gemacht und geruht, und abends habe ich gekocht und mit meinem Sohn die Küche gemacht. Nachher werden wir wohl wieder einen Film schauen und ich möchte noch lesen.

[Crafts’n’Arts] Nope.

[Gesportelt] Ich bin ziemlich viel geradelt, ungefähr doppelt soviel wie sonst. Außerdem habe ich Core-Training gemacht. Mit Gewichten brauche ich momentan nicht mal einen Versuch starten, da mir ungefähr alle Sehnen wehtun.

[Gehört] Glenn Meade: Operation Romanow. Wovenhand. EBM-Workout-Zeug.

[Gelesen] U.a. Hellmut Lützner: Wie neugeboren durch Fasten. Habe ich im Bücherschrank gefunden und ich dachte, ich lese mal rein.

[Gesehen] Agent 47. War ein Remake und überflüssig. Immer ostwärts – eine Dokumentation über eine Reise von Berlin nach Wladiwostok. Sowas schaue ich echt gern.

[Getrunken] Wasser, schwarzen und weißen Tee sowie ein bißchen Cola.

[Gegessen] Neben den geplanten Sachen: Ciabattabrötchen mit Mozzarella und Tomaten. Chips. Einen phantastischen Salat mit Blattgrün, Rohkost und Tomatendressing. Hafer-Möhren-Bratlinge. Lakritze.

[Gedacht] „Au!“.

[Gekauft] Ein Kindergeburtstagsgeschenk.

[Spirituelles] Ahm. Nope.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich habe jede Menge Termine, die sich alle an zwei Tagen knubbeln.

Liam, 21.02.2016, 17:54 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

Speiseplan #59

Die kommende Woche wird wenig experimentell: es gibt lauter erprobte Gerichte und kein einziges Neues 🙂

  • Donnerstag: auswärts essen (es gab Pizza und Salat, omnivor)
  • Freitag: Curry von roten Linsen und Blattspinat, dazu Basmati (vegan)
  • Samstag: Radieschensuppe, dazu Ciabatta (vegan)
  • Sonntag: Staudenselleriegratin mit Schweizer Rösti und Salat (vegetarisch)
  • Montag: Pasta mit Tomaten, Mango und Oliven (vegan)
  • Dienstag: Lauchquiche, dazu Karottenrohkost (vegetarisch)
  • Mittwoch: Bohnengratin mit Feta, dazu Rösti (vegetarisch)
  • Donnerstag: Chorizo Carbonara, dazu Salat (omnivor)
Liam, 17.02.2016, 23:24 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Ideen für das Gartenjahr 2016 & einen Hain anlegen

Der Winter war kurz und warm. Jetzt im Februar orientiere ich mich schon wieder ein wenig nach draußen und überlege, was ich dieses Jahr im Garten tun möchte. Rückblickend habe ich festgestellt, daß die Sorge um meinen Garten mich im letzten Jahr stark gefordert hat. Mir ist bewußt, daß das vor allem mit der PTBS, aber auch mit dem ausgesprochen heißen und langen Sommer zusammenhängt. Geschrieben habe ich darüber schon einmal hier. Ich habe noch nie zuvor so richtig gegärtnert und bringe mir alles selbst bei, durch das Lesen von Büchern, durch Videos und vor allem durch Trial & Error. Mit etwas Abstand betrachtet, zählen die Verluste von Pflanzen immer noch zu den dunkelsten meiner Gärtnerstunden, aber ohne diese Verluste hätte ich nichts gelernt. In der kommenden Saison möchte ich also einiges anders machen. Konkret:

  • sollte ich wieder Kohl anbauen, bekommt dieser sofort einen Schutz aus ausrangierten Fliegengittern
  • bei Blattläusen, weißen Fliegen und Schnecken bin ich von Anfang an unnachsichtig – sie werden restlos gekillt
  • ich werde weniger Pflanzen gemeinsam in einen Topf setzen
  • Minzen werden immer in einen Topf für sich allein gesetzt
  • ich werde manche Gemüse früher ernten
  • ich möchte Arbeitsabläufe optimieren, um meine Kraftressourcen zu schonen

Ich habe mir aus meinem letzten Englandurlaub Saatgut mitgebracht. Es ist soviel, daß ich damit wahrscheinlich einen ganzen Acker bewirtschaften könnte, doch das wäre Arbeit, die ich nicht leisten kann. Also werde ich Richtung Ende Februar einige wenige Samen von verschiedenen Gemüsen in Zuchtschalen ansetzen und schauen, was überhaupt kommt. Sollte es zuviel werden, so daß ich von der Topfkapazität her an meine Grenzen stoße, wird es eben Mikrogemüse geben. Alys Fowler empfiehlt die Anzucht von Mikrogemüse in ihren Büchern ausdrücklich, gerade für Gärtner mit beschränkten Ressourcen wie Raum, Zeit und Kraft.

Ich werde mein Gemüse weiterhin in Töpfen und Kübeln anbauen, nahe beim Haus. Im letzten Sommer hat mein Mann in wochenlanger Arbeit den größten Teil unseres Freilandgartens umgegraben, Brombeeren und Hopfen ausgerissen und die ganze Scholle urbar gemacht. Jetzt im Frühjahr wird er eine Wurzelsperre verlegen, damit Hopfen und Brombeeren sich nicht wieder durchzwängen – die sind nämlich praktisch unkaputtbar, erdrosseln aber im Gegenzug so ziemlich alles. Dieser Gartenteil soll ein Hain werden. Sobald die Wurzelsperre verlegt ist, werden wir junge Sträucher anpflanzen, z.B. Schlehe, Hasel und Heckenrose. Mein Traum wäre, auf Dauer aus ihnen eine solide Hecke zu bauen, nach englischem Vorbild. Leider ist die Kunst des Heckenbaus in Deutschland ziemlich unbekannt, und da wir mit kleinen Stecklingen anfangen, ist es fraglich, ob die Sträucher in der Zeit, die wir noch hier leben, überhaupt so groß werden, daß man sie entsprechend spalten, umlegen und wieder wachsen lassen kann. Bereits vorhanden sind eine alte Walnuß, ein ebenso alter Quittenbaum, ein Birnbaum und eine Fliederhecke.

Ziel ist, Wildobst direkt vor der Haustür zu haben, denn obwohl ich in einer landschaftlich reichen Gegend lebe, sind manche Wildobstsorten hier eher spärlich vertreten. Die lebendige Hecke soll aber nicht nur uns mit Nahrung versorgen, sondern auch Kleintiere und Insekten, insbesondere Bienen. Wie ich schon erwähnte, reizt es mich sehr, selbst zu imkern, und in einem Hain mit sonnigen und schattigen Stellen hätten die Bienen einen guten Standort. Selbst wenn ich nicht unter die Imker gehen sollte, würde so ein Hain jede Menge Bienennahrung bieten, auch für die ganzen Wildbienenarten, die in den großen landwirtschaftlichen Monokulturen immer weniger Nahrung und Nistplätze finden. Herzstück des Hains soll außerdem noch eine wilde Blumenwiese werden, die wir idealerweise nur einmal jährlich, nämlich im Spätherbst, mit der Sense kürzen müssen. Augenmerk soll hier vor allem auf den Bedürfnissen der Bienen liegen: also keine Lavendelmonokulturen, sondern am besten alte, regionale Blumensorten, sog. „Unkräuter“ etc.

Insgesamt scheint das Gartenjahr 2016 ziemlich interessant zu werden. Ich freue mich schon darauf, wieder in der Erde zu wühlen.

Liam, 15.02.2016, 23:52 | Abgelegt unter: Der Garten,Fruit & Root | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Ziemlich grau mit gelegentlichem Regen.

[Gemacht] Den Samstag habe ich daheim verbracht. Nach dem Frühstück haben mein Mann und ich einen Walnußzopf gebacken, ich habe gelesen und Sport gemacht. Abends haben wir gemeinsam gekocht und im Anschluß Dexter geschaut. Am Sonntag haben wir nach dem Frühstück einen Apfel-Gewürz-Kuchen gemacht und sind dann ein bißchen rausgefahren. Im Nachbarort haben sie einen neuen Bücherschrank aufgestellt, den wir zum ersten Mal besucht haben, und anschließend ging es weiter bis nach Mühlacker zur Burgruine Löffelstelz. Abends haben wir gemeinsam gekocht und nachher werden wir wieder Dexter gucken und ich werde sehr viel später noch lesen.

[Crafts’n’Arts] Im Moment geht leider gar nichts, weil ich total blockiert bin.

[Gesportelt] Ziemlich viel geradelt und eine Einheit Krafttraining. Ich denke, ich werde bestimmte Übungen doch noch mit dem kleineren Gewicht machen müssen, denn meine Sehnen, gerade in der Rotatorenmanschette, haben sich gemeldet.

[Gehört] SOKO Friedhof. Wovenhand. T-Bone Burnett. Elbow. Fuzzy Lights. EBM Zeug. Diorama. Soman. Stellamara.

[Gelesen] Felix Scheinberger: Wasserfarbe für Gestalter.

[Gesehen] Dexter.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und Cola.

[Gegessen] Einen superleckeren Salat mit Feldsalat, Fenchel, Chicoree, Orangen und Tahin-Dressing. Walnußzopf. Einen Chickenburger. Apfelkuchen. Krabbenchips.

[Gedacht] Daß es da wohl eine Kluft gibt, die ich nicht überspringen kann.

[Gekauft] Ich habe eine kleine Shoppingtour in den USA gemacht.

[Spirituelles] Ich habe mir die Karten gelegt und Steine besucht.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich muß in zwei Bibliotheken und habe auch sonst jede Menge Termine.

Liam, 14.02.2016, 17:48 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Negativität fasten: Ernährung und Selbstakzeptanz

Die Fastenzeit ist jetzt noch nicht besonders alt, aber in den letzten paar Tagen habe ich eine für mich interessante Entdeckung im Kontext mit meiner Ernährung gemacht, doch im Grunde kann ich das auf jeden Bereich meines Lebens ummünzen.

Meine Ernährung ist ein Thema, seit ich die Grundschule besucht habe. Ich will das jetzt nicht auswalzen, aber das Gefühl, frei zu sein, zu essen, was und wann ich möchte, kenne ich eigentlich nur aus meiner frühen Kindheit. Ich war keine 10 Jahre alt, als es anfing, daß ständig bewertet wurde, was ich wann wovon in welcher Menge aß. Ich habe das nicht kritiklos hingenommen, aber dennoch verinnerlicht, weil das eine sehr häufig benutzte „Autobahn“ in meinem Gehirn war. Dazu kommt, daß mit Essen mehrere Traumatisierungen verbunden sind, die nicht dafür gesorgt haben, daß die Nahrungsaufnahme etwas Natürliches, Entspanntes blieb (oder wieder wurde).

In den letzten 25 Jahren habe ich hinsichtlich meiner Ernährung eine ganze Menge ausprobiert, jeweils in längeren Phasen. Zum Beispiel Ovo-Lakto-Vegetarismus, Vollwert-Ovo-Lakto-Vegetarismus nach Bruker, Vollwert-Veganismus, Vollwert-Omnivorismus mit geringem Fleischanteil, omnivore Paleo-Ernährung und dann gab es auch eine fast zwei Jahre dauernde Phase, in der ich zwei Mahlzeiten täglich durch Shakes ersetzt habe. Das Einzige, das ich nie über einen längeren Zeitraum durchgehalten habe, war Rohkost pur. Ich bin also schon recht weit rumgekommen, was Ernährungsweisen angeht.

Neben der weitgefächerten praktischen Seite von Ernährung habe ich mich, teils zwangsweise, auch viel mit Ernährungstheorie auseinandergesetzt, vorrangig also mit der Frage, was denn nun eine optimale Ernährung für den Homo sapiens urbanus sei. Wer das selbst ein bißchen verfolgt (und im Grunde kommt man da ja gar nicht drumrum, weil das Thema in den Medien dauerpräsent ist), weiß, daß es schon jede denkbare Theorie darüber gab, was wir in welcher Menge essen sollten und was nicht. Will man sich an die sog. Ernährungsexperten halten, kann man im Grunde alles essen – oder eben auch nicht, je nachdem, was gerade chic ist. Im Moment sind Kohlenhydrate die Bösen, wobei die meisten „Experten“ es versäumen, darauf hinzuweisen, daß weißer Auszugszucker, Honig und Datteln genau wie Weißmehl und Vollkornmehl allesamt als Kohlenhydrate gelten, sicher aber nicht den gleichen Nährwert besitzen. Wenn man nur will, kann man sich mit der ganzen Ernährungstheorie das Leben so richtig madig machen, bloß um am Ende festzustellen, daß niemand weiß, was tatsächlich die optimale Ernährung für uns moderne Menschen ist – und ob man das überhaupt für alle Menschen gleich definieren kann.

Diese Woche habe ich, nachdem ich mich mal wieder intensiver mit Ernährung befaßt hatte, entdeckt, daß ich im Grunde nur zwei echte Aussagen über mein persönliches Erleben unterschiedlicher Ernährungsgewohnheiten treffen kann. Erstens: ich muß das, bei dem mein Körper eine Unverträglichkeit signalisiert, weglassen. Und zweitens: für mein Wohlbefinden und vor allem auch für mein Gewicht ist es absolut irrelevant, ob ich mich vegan, vegetarisch oder omnivor ernähre – das inkludiert sogar einen recht hohen Anteil von Fast Food -, solange die Basis meiner Ernährung volles Getreide sowie Gemüse und Obst sind.

Nach über 25 Jahren relativ irrlichtener Reisen durch Ernährungstheorien und -praktiken war diese simple Zusammenfassung für mich verblüffend. Oder entlarvend. Aber auf jeden Fall erleichternd. Ich habe mir so lange so intensiv über die optimale Ernährung den Kopf zerbrochen, daß ich gar nicht gesehen habe, daß ich sie schon längst gefunden hatte.

Übertragen auf das Fasten negativer Gedanken ist mir aufgefallen, daß ich dieses Verhalten in vielen Bereichen meines Lebens an den Tag lege. Obwohl bestimmte Sachen für mich schon lange funktionieren, stelle ich sie immer wieder in Frage, mitunter weil sie gemessen an dem, was mir als „normal“ oder „richtig“ vorgespiegelt wird, anders sind. Und in vielen Bereichen meines Lebens wird von mir irgendwie erwartet, daß ich mich mit Dingen auseinandersetze, weil diese jetzt gerade „chic“, „richtig“ oder „angesagt“ sind (Stichworte Plastikfreiheit, Müllvermeidung, Lebensmittelrettung, Flüchtlinge, Queerness, Upcycling, Social Media etc.), selbst wenn sie mich überhaupt nicht interessieren.

Mein Fazit also zum Ende der ersten Fastenwoche: ich will darauf achten, mich weniger (und am besten gar nicht mehr) zu zerfleischen, weil ich bestimmte gesellschaftlich kolportierte Verhaltensweisen nicht verstehe, nicht umsetzen kann/will oder weil sie mir schlicht gleichgültig sind. Verbunden damit erkenne ich an, daß ich an PTBS erkrankt bin und nicht so funktioniere, denke oder fühle wie nichttraumatisierte Menschen. Das, was für mich normal und gut ist, muß es nicht für andere sein – und umgekehrt. Ich will mehr auf mich selbst achten und weniger oft die Maßstäbe anderer an mich selbst anlegen.

Liam, 14.02.2016, 13:14 | Abgelegt unter: PTBS,Spirit & Verse | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

Speiseplan #58

Ich glaube, diese Woche wird erstmal die Letzte sein, in der ich vor allem Vorräte aufbrauche.

  • Freitag: Gemüsesuppe, dazu Brötchen (vegan)
  • Samstag: vollwertige Grünkohl-Maronen-Pizza, dazu Salat (vegetarisch)
  • Sonntag: Risotto mit Champignons und Chorizo (omnivor)
  • Montag: Riesenbohnengratin mit Rösti (vegan)
  • Dienstag: Rahmgemüse, Kartoffelbrei und Spiegelei (vegetarisch)
  • Mittwoch: Pasta mit Spinat, Kokosmilch und Limette, dazu Salat (vegan)

Außerdem werde ich dieses Wochenende einen vollwertigen Walnußzopf und einen Gewürzkuchen mit Äpfeln backen.

Liam, 12.02.2016, 13:06 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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