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Archiv: Sonntag, 14. Februar 2016

WochenendRückblick

[Wetter] Ziemlich grau mit gelegentlichem Regen.

[Gemacht] Den Samstag habe ich daheim verbracht. Nach dem Frühstück haben mein Mann und ich einen Walnußzopf gebacken, ich habe gelesen und Sport gemacht. Abends haben wir gemeinsam gekocht und im Anschluß Dexter geschaut. Am Sonntag haben wir nach dem Frühstück einen Apfel-Gewürz-Kuchen gemacht und sind dann ein bißchen rausgefahren. Im Nachbarort haben sie einen neuen Bücherschrank aufgestellt, den wir zum ersten Mal besucht haben, und anschließend ging es weiter bis nach Mühlacker zur Burgruine Löffelstelz. Abends haben wir gemeinsam gekocht und nachher werden wir wieder Dexter gucken und ich werde sehr viel später noch lesen.

[Crafts’n’Arts] Im Moment geht leider gar nichts, weil ich total blockiert bin.

[Gesportelt] Ziemlich viel geradelt und eine Einheit Krafttraining. Ich denke, ich werde bestimmte Übungen doch noch mit dem kleineren Gewicht machen müssen, denn meine Sehnen, gerade in der Rotatorenmanschette, haben sich gemeldet.

[Gehört] SOKO Friedhof. Wovenhand. T-Bone Burnett. Elbow. Fuzzy Lights. EBM Zeug. Diorama. Soman. Stellamara.

[Gelesen] Felix Scheinberger: Wasserfarbe für Gestalter.

[Gesehen] Dexter.

[Getrunken] Wasser, schwarzen Tee und Cola.

[Gegessen] Einen superleckeren Salat mit Feldsalat, Fenchel, Chicoree, Orangen und Tahin-Dressing. Walnußzopf. Einen Chickenburger. Apfelkuchen. Krabbenchips.

[Gedacht] Daß es da wohl eine Kluft gibt, die ich nicht überspringen kann.

[Gekauft] Ich habe eine kleine Shoppingtour in den USA gemacht.

[Spirituelles] Ich habe mir die Karten gelegt und Steine besucht.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich muß in zwei Bibliotheken und habe auch sonst jede Menge Termine.

Liam, 14.02.2016, 17:48 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Negativität fasten: Ernährung und Selbstakzeptanz

Die Fastenzeit ist jetzt noch nicht besonders alt, aber in den letzten paar Tagen habe ich eine für mich interessante Entdeckung im Kontext mit meiner Ernährung gemacht, doch im Grunde kann ich das auf jeden Bereich meines Lebens ummünzen.

Meine Ernährung ist ein Thema, seit ich die Grundschule besucht habe. Ich will das jetzt nicht auswalzen, aber das Gefühl, frei zu sein, zu essen, was und wann ich möchte, kenne ich eigentlich nur aus meiner frühen Kindheit. Ich war keine 10 Jahre alt, als es anfing, daß ständig bewertet wurde, was ich wann wovon in welcher Menge aß. Ich habe das nicht kritiklos hingenommen, aber dennoch verinnerlicht, weil das eine sehr häufig benutzte „Autobahn“ in meinem Gehirn war. Dazu kommt, daß mit Essen mehrere Traumatisierungen verbunden sind, die nicht dafür gesorgt haben, daß die Nahrungsaufnahme etwas Natürliches, Entspanntes blieb (oder wieder wurde).

In den letzten 25 Jahren habe ich hinsichtlich meiner Ernährung eine ganze Menge ausprobiert, jeweils in längeren Phasen. Zum Beispiel Ovo-Lakto-Vegetarismus, Vollwert-Ovo-Lakto-Vegetarismus nach Bruker, Vollwert-Veganismus, Vollwert-Omnivorismus mit geringem Fleischanteil, omnivore Paleo-Ernährung und dann gab es auch eine fast zwei Jahre dauernde Phase, in der ich zwei Mahlzeiten täglich durch Shakes ersetzt habe. Das Einzige, das ich nie über einen längeren Zeitraum durchgehalten habe, war Rohkost pur. Ich bin also schon recht weit rumgekommen, was Ernährungsweisen angeht.

Neben der weitgefächerten praktischen Seite von Ernährung habe ich mich, teils zwangsweise, auch viel mit Ernährungstheorie auseinandergesetzt, vorrangig also mit der Frage, was denn nun eine optimale Ernährung für den Homo sapiens urbanus sei. Wer das selbst ein bißchen verfolgt (und im Grunde kommt man da ja gar nicht drumrum, weil das Thema in den Medien dauerpräsent ist), weiß, daß es schon jede denkbare Theorie darüber gab, was wir in welcher Menge essen sollten und was nicht. Will man sich an die sog. Ernährungsexperten halten, kann man im Grunde alles essen – oder eben auch nicht, je nachdem, was gerade chic ist. Im Moment sind Kohlenhydrate die Bösen, wobei die meisten „Experten“ es versäumen, darauf hinzuweisen, daß weißer Auszugszucker, Honig und Datteln genau wie Weißmehl und Vollkornmehl allesamt als Kohlenhydrate gelten, sicher aber nicht den gleichen Nährwert besitzen. Wenn man nur will, kann man sich mit der ganzen Ernährungstheorie das Leben so richtig madig machen, bloß um am Ende festzustellen, daß niemand weiß, was tatsächlich die optimale Ernährung für uns moderne Menschen ist – und ob man das überhaupt für alle Menschen gleich definieren kann.

Diese Woche habe ich, nachdem ich mich mal wieder intensiver mit Ernährung befaßt hatte, entdeckt, daß ich im Grunde nur zwei echte Aussagen über mein persönliches Erleben unterschiedlicher Ernährungsgewohnheiten treffen kann. Erstens: ich muß das, bei dem mein Körper eine Unverträglichkeit signalisiert, weglassen. Und zweitens: für mein Wohlbefinden und vor allem auch für mein Gewicht ist es absolut irrelevant, ob ich mich vegan, vegetarisch oder omnivor ernähre – das inkludiert sogar einen recht hohen Anteil von Fast Food -, solange die Basis meiner Ernährung volles Getreide sowie Gemüse und Obst sind.

Nach über 25 Jahren relativ irrlichtener Reisen durch Ernährungstheorien und -praktiken war diese simple Zusammenfassung für mich verblüffend. Oder entlarvend. Aber auf jeden Fall erleichternd. Ich habe mir so lange so intensiv über die optimale Ernährung den Kopf zerbrochen, daß ich gar nicht gesehen habe, daß ich sie schon längst gefunden hatte.

Übertragen auf das Fasten negativer Gedanken ist mir aufgefallen, daß ich dieses Verhalten in vielen Bereichen meines Lebens an den Tag lege. Obwohl bestimmte Sachen für mich schon lange funktionieren, stelle ich sie immer wieder in Frage, mitunter weil sie gemessen an dem, was mir als „normal“ oder „richtig“ vorgespiegelt wird, anders sind. Und in vielen Bereichen meines Lebens wird von mir irgendwie erwartet, daß ich mich mit Dingen auseinandersetze, weil diese jetzt gerade „chic“, „richtig“ oder „angesagt“ sind (Stichworte Plastikfreiheit, Müllvermeidung, Lebensmittelrettung, Flüchtlinge, Queerness, Upcycling, Social Media etc.), selbst wenn sie mich überhaupt nicht interessieren.

Mein Fazit also zum Ende der ersten Fastenwoche: ich will darauf achten, mich weniger (und am besten gar nicht mehr) zu zerfleischen, weil ich bestimmte gesellschaftlich kolportierte Verhaltensweisen nicht verstehe, nicht umsetzen kann/will oder weil sie mir schlicht gleichgültig sind. Verbunden damit erkenne ich an, daß ich an PTBS erkrankt bin und nicht so funktioniere, denke oder fühle wie nichttraumatisierte Menschen. Das, was für mich normal und gut ist, muß es nicht für andere sein – und umgekehrt. Ich will mehr auf mich selbst achten und weniger oft die Maßstäbe anderer an mich selbst anlegen.

Liam, 14.02.2016, 13:14 | Abgelegt unter: PTBS,Spirit & Verse | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar
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