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Archiv: März 2016

Speiseplan #66

Wieder eine kurze Woche 🙂

  • Freitag: Kartoffel-Tomaten-Gratin, dazu Bratfisch (omnivor)
  • Samstag: Zucchinigratin mit Haselnüssen, dazu Rösti (vegetarisch)
  • Sonntag: Staudenselleriegratin nach HFW, dazu Rösti und Bärlauchrahm (vegetarisch)
  • Montag: Fenchel-Bohnen-Suppe (vegan)
  • Dienstag: Risotto „Hoppel Poppel“ mit Lauch, Paprika und Chorizo (omnivor)
  • Mittwoch: Pasta mit Tomaten, Mango und Oliven (vegan)
Liam, 31.03.2016, 20:22 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Negativität fasten: Abschlußbetrachtung

Da die Fastenzeit nun vorbei ist, ist es Zeit, ein Resümee zu ziehen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit, wie gut es doch geklappt hat, mir Negativität mir selbst gegenüber bewußt zu machen und dann auch wegzulassen. Einzig der Konflikt, von dem ich in meinem letzten Fastenzeit-Artikel geschrieben hatte, hat mich auf eine harte Probe gestellt…nur um sich dann als ganz harmlos zu entpuppen. Ich hoffe, ich kann daraus die Lehre ziehen, daß nicht alles, was für mich nach Problem riecht, auch eins ist. Da ist meine Wahrnehmung noch sehr von der PTBS geprägt.

Schwieriger zu identifizieren und zu händeln sind negative Glaubenssätze, die ich mir über Jahre hinweg angeeignet habe und die eher wie ein Hintergrundrauschen mitlaufen. Manchmal sehe ich mich als einen Baum, der immer im Gegenwind stand und dem sehr früh ein paar Triebe, die mal Äste hätten werden können, gekappt wurden. Klar macht sich das am Wuchs bemerkbar. Das, was ich an diesen negativen Glaubenssätzen besonders gemein finde, ist, daß sie mir vorgaukeln, daß alle mich zwangsweise so sehen müssen, wie ich mich selbst sehe. Wenn ich mit anderen Kontakt habe, schaue ich also im Grunde nur wieder in den Spiegel, der genau das zurückwirft, was ich zu sehen erwarte, weil er gar nicht anders kann. Und weil das alles auf einer stark verinnerlichten, unbewußten Schiene läuft, komme ich nicht gut an dieses Zeug heran.

Mein Fazit lautet also: weitermachen!

Liam, 31.03.2016, 11:50 | Abgelegt unter: Spirit & Verse | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #65

…für eine sehr kurze Woche, die auch schon wieder fast rum ist 🙂

  • Dienstag: Curry mit grüner Paprika und Sojahackbällchen, dazu Basmati (vegetarisch)
  • Mittwoch: Zwiebelkuchen, dazu einen gemischten Salat (omnivor)
  • Donnerstag: Chorizo Carbonara (omnivor)
Liam, 30.03.2016, 22:05 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Bücher im März

Der März war offenbar ein guter Monat zum Lesen – habe soviel am Stück gelesen wie schon lange nicht mehr.

  1. Jula Böge: Ich bin (k)ein Mann. Als Transgender glücklich leben. Aus der Bibliothek. Habe ich mir auf Empfehlung eines crossdressenden Freundes ausgeliehen. Im ersten Teil des Buches werden die Grundlagen erörtert, dann folgen praktische Tips (Umgang mit anderen Menschen, Styling, Selbstorganisation etc.) und zuletzt erzählt Böge von mehreren Gelegenheiten, in denen sie ihre Weiblichkeit gelebt hat, indem sie als Frau ausging bzw. über mehrere Tage gelebt hat. Ich bin ehrlich, ich hätte das Buch nicht gelesen, wenn mein Freund mich nicht darauf aufmerksam gemacht hätte. So jedoch war es für mich ein erhellender Einblick in so vieles, was er mir erzählt hat. Ich denke, für Betroffene bietet das Buch einen guten Einstieg bzw. eine umfassende Übersicht.
  2. Ulrich Detrois: Höllenritt. Ein deutscher Hells Angel packt aus. Aus der Bibliothek. Gemessen an den Büchern, die ich üblicherweise lese, ist dieses Buch genauso ungewöhnlich wie der erste Posten im März. Es stand in der Bibliothek im Regal, es war schwarz, ich brauchte nur den Arm ausstrecken, es versprach eher leichte Unterhaltung – also nahm ich es mit. Der Inhalt hält, was der Titel verspricht: einen Trip in die Welt der Hells Angel. Durchaus unterhaltsam, für mich im Groben und Ganzen aber nicht nachvollziehbar. Was in aller Welt Männer an diesem Biker-Bad-Boy-Lifestyle toll finden, erschließt sich mir nicht. War jedenfalls leicht und schnell zu lesen.
  3. Patrick Mauriès: Das Kuriositätenkabinett. Aus der Bibliothek. In diesem Buch zeichnet Mauriès die Geschichte der Kuriositätenkabinette und Wunderräume von ihren Ursprüngen bis heute nach, wobei sie ihre Blütezeit zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert hatten. Es gibt viele Photos und Zeichnungen und außerdem eine Menge von Informationen in Textform. Sehr interessant!
  4. Marc Elsberg: Blackout. Aus dem Bücherschrank. An einem Tag im Februar kommt Europas Stromversorgung zum Erliegen. Das Buch besteht aus mehreren Erzählsträngen, so begleitet der Leser Behörden, Privatpersonen und Stromversorger durch die ersten 19 Tage des Blackouts. Das Buch hat mir extrem gut gefallen, weil es nicht nur unterhaltsam, sondern auch noch fundiert recherchiert ist. Außerdem hat es mich mal wieder darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig ein gewisses Maß an Preparedness ist…also schnell mal Medikamente und Batterien checken 🙂 Das Buch kann ich jedem empfehlen, der gern Wissenschaftsthriller liest. Ich habe mir jetzt noch das Hörbuch (gekürzt!) gekauft, weil ich die Geschichte so spannend fand.
  5. Petra Oelker: Tod auf dem Jakobsweg. Aus dem Bücherschrank. Journalistin Leo Peheim verbringt ihren Urlaub mit einer 14-tägigen Luxus-Pilgerfahrt in der Gruppe. Just am ersten Pilgertag verunglückt einer der Teilnehmer. Hat sein Unfall mit einem ganz ähnlichen Geschehnis viel weiter hinten auf dem Camino zu tun? Kann einer der Mitreisenden von Leo dahinter stecken? Während die Gruppe sich langsam aber sicher Santiago nähert, wird es auch für Leo lebensgefährlich… Das Buch habe ich mir mitgenommen, weil es auf dem Camino spielt, den ich selbst so gern einmal gehen würde. Im Grunde hat es meine Erwartungen voll und ganz erfüllt: Oelker verknüpft Reisebeschreibung und Krimi. Um Spirituelles geht es nur sehr am Rande und auch nicht für die Hauptperson. War kurzweilig zu lesen und wird wieder ausgesetzt.
Liam, 30.03.2016, 18:33 | Abgelegt unter: Book & Silverling | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

WochenendRückblick, Oster-Edition

[Wetter] Freitag hat es den ganzen Tag genieselt, Samstag war es supersonnig und warm. Am Sonntag war es tagsüber ziemlich grau, klarte aber abends auf, und Montag war es tagsüber freundlich mit abendlichem Gewitter.

[Gemacht] An diesem langen Osterwochenende… Freitag haben wir nach dem Frühstück hartgekochte Eier verziert. Später sind wir ein bißchen rausgefahren und haben ganz viel geredet. Abends haben wir gemeinsam gekocht, gelesen und einen Film geschaut. Samstag haben wir nach dem Frühstück einen Ausflug ins Moor gemacht, haben photographiert und skizziert. Am frühen Abend haben wir mit den Vorbereitungen für das Raclette begonnen. Nach dem Essen haben wir ein bißchen DVD geschaut und lange gelesen. Am Sonntag haben wir angefangen, das Zimmer unseres Sohns auszumisten. Obwohl wir das regelmäßig machen, sammelt sich ja doch immer wieder eine Menge an, so daß wir da schon gut beschäftigt waren. Nachmittags habe ich mich dann erstmal ins Bett verkrümelt und Musik gehört. Abends haben mein Mann und ich zusammen gekocht und waren anschließend noch kurz raus, später haben wir gelesen und uns unterhalten. Montag haben wir die zweite Runde im Zimmer unseres Sohns gemacht, danach habe ich gesportelt und gekocht. Abends waren mein Mann und ich nochmal zum Bücherschrank und haben danach Brot und Muffins gebacken. Nachher werde ich noch lesen.

[Crafts’n’Arts] Ich habe endlich mal wieder skizziert, nachdem ich eine fast dreimonatige Blockade hatte.

[Gesportelt] Geradelt, Kraft und Ausdauer.

[Gehört] Wovenhand. Drei Fragezeichen. True Detective OST:

[Gelesen] Petra Oelker: Tod auf dem Jakobsweg.

[Gesehen] The Visit. Der Film hat mich leider ziemlich enttäuscht, denn er ist genau das, was er zu sein scheint. Ein bißchen Jamie Oliver, irgendeine alte Staffel mit coolen, einfachen Rezepten. Einige Videos meiner liebsten YouTube-Challenge-Channel.

[Getrunken] Schwarztee aus dem Samowar, teilweise mit frischer Minze. Normalen Schwarztee. Wasser. Cola.

[Gegessen] Neben den Plansachen: Sandwiches mit hartgekochten Eiern und einer richtig geilen sauscharfen Mayo aus Belgien. Beim Raclette u.a. Räucherforelle vom Forellenmann aus der Region, in Habaneromarinade aus England eingelegte Zucchini mit geschmolzenem Schafskäse und einen Salat aus frischem Spinat und Bärlauch…eigentlich alles sehr schlicht, aber umwerfend gut 🙂 Aus den Überbleibseln haben wir ein Hoppel-Poppel-Omelette gemacht, mit gekochten Kartoffeln, Pilzen, Bärlauch und anderen Kräutern sowie etwas Chorizo. So lecker! Selbstgemachtes Kartoffel-Speck-Brot. Schoko-Muffins.

[Gedacht] Urlaubsreif….schon wieder….

[Gekauft] Zwei Bücher für meinen Sohn. Ein Kochbuch („Love Your Leftovers“ von Hugh Fearnley-Whittingstall) und ein Hörbuch für mich. Außerdem noch ein Backbuch für vollwertige Muffins.

[Spirituelles] Leider nichts.

[Ausblick auf die nächste Woche] Ich muß zum Friseur, zur Therapie und zur Bibliothek und will ansonsten das Zimmer meines Sohns fertig bekommen.

Liam, 28.03.2016, 18:56 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Frühjahrsequinox 2016

Wenn es etwas gibt, daß die Symptome der PTBS erträglicher macht, dann sind es Regelmäßigkeiten und Alltagsrituale. Und auch wenn ich schon lange kein spirituelles Ritual z.B. zu den Jahreskreisfesten mehr gefeiert habe, fühle ich mich im Ablauf der Jahreszeiten gut eingebettet. Wie das Ein- und Ausatmen trägt mich der Jahreskreis mit seinen natürlichen Rhythmen und Zyklen. Er ist vertraut und dadurch sicheres Terrain.

Was mir noch immer fehlt, sind sinnhafte rituelle Handlungen, die mit den Jahreskreisfesten verbunden sind. Jahrelang habe ich keinen Zugang mehr zu Dingen wie Kürbisfratzenschnitzen zum Ahnenfest oder dem Flechten von Strohkreuzen zu Imbolc bekommen. Darum hat es mich überrascht, daß zum Equinox diesmal der Wunsch auftauchte, Eier zu färben. Wenn ich auf meine aktive Zeit zurückblicke, fallen mir so viele Rituale rund um das Ei ein, die ich gefeiert habe, daß ich direkt wieder das Gefühl bekommen könnte, nichts auf die Reihe zu kriegen. Aus irgendeinem Grund jedoch konnte ich das diesmal einfach schulterzuckend ignorieren und zwei Päckchen Eierfarbe kaufen. Und nicht nur das, ich habe es tatsächlich geschafft, mit Mann und Kind Eier abzukochen und zu gestalten. Davon war ich richtig überrascht, und es freut mich.

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Als ich im letzten Winter meine über Jahre hinweg angesammelten Spiri-Sachen durchgeschaut und aussortiert habe, fand ich ein Ei wieder, das mir eine Freundin gestaltet hatte. Sie hatte das Ei rot gefärbt und aufwendig mit einer Schlange verziert, die aus lauter mit Glitzerpulver gestalteten Dreiecken bestand und Augen aus Straßsteinen hatte. Dieses Ei war mit einem Heilungszauber verbunden und begleitete mich seit vielen Jahren. Als ich das Ei im letzten Winter wiederfand, hatte ich das Gefühl, ich müßte es zerschlagen. Ich habe diesen Impuls nicht verstanden und empfand, obwohl diese Freundschaft längst nicht mehr besteht, ein schlechtes Gewissen bei diesem Gedanken. Die ganze Arbeit, die sie sich gemacht hatte. All ihre guten Wünsche, die an den Zauber gebunden waren. Lange saß ich da, das Ei in der Hand, bis ich es einfach tat. Es brauchte mehrere Anläufe, um die Schale zu zerschlagen, und als mir die ganzen Kräuter entgegenrieselten, mußte ich erstmal tief durchatmen. Ich hatte es echt getan. Ich bedankte mich noch einmal in Gedanken bei meiner verflossenen Freundin und als ich später nochmal auf die Scherben blickte, begriff ich, daß der Zauber, den sie damals für mich gewebt hatte, sich erfüllt hat. Darum konnte ich das Ei zerschlagen – mußte es zerschlagen.

Ähnlich ging es mir noch mit anderen Dingen, die ich von Menschen, die längst nicht mehr an meinem Leben teilhaben, bekommen hatte. Gestricktes, Gehäkeltes, Getöpfertes, Gefilztes, Genähtes…es war wirklich viel, mehr als zwei Kisten voll. Ich hatte alles aufgehoben, weil es mich mit einer wichtigen Phase meines Lebens verbunden hatte, von der ich gehofft hatte, ich könnte in sie zurückkehren – bis mir aufging, daß ich das gar nicht mehr will. Ich kann es nicht nur nicht, ich will es noch nicht einmal! Im Winter habe ich das alles aufgegeben. Manches wanderte in den Müll, aber die meisten Dinge habe ich ausgesetzt und sie wurden mitgenommen. Ich mag diesen Gedanken, daß Sachen, die mir Menschen gegeben haben und die für mich nicht mehr funktionieren, nun woanders ihre Wirkung entfalten, bezaubern und berühren. Durch das Loslassen ist mir klar geworden, daß für mich nicht die Dinge zählen, die ich von Menschen erhalte, sondern einfach nur die Tatsache, ob sie an meiner Seite stehen oder nicht. Ich brauche keine Erinnerungsstücke, sondern aktives Miteinander, aktives Gestalten, hier und jetzt.

Welche Erkenntnis paßt besser zum Equinox als diese? Jetzt, wo sich das Leben wieder regt und alles gedeiht und aufblüht, habe ich eine Ahnung davon erhalten, daß auch ich nach vorn schauen, dem Licht entgegenwachsen darf. Das, was war, darf zu Kompost zerfallen, darf die Basis sein, aber ich verspüre Sehnsucht nach neuen Erfahrungen.

Liam, 25.03.2016, 14:08 | Abgelegt unter: Spirit & Verse | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

Speiseplan #64

Über die Feiertage gibt es bei uns:

  • Donnerstag: Pasta mit Lecso/Paprika-Tomaten-Speck-Sauce (omnivor)
  • Freitag: Nudelpizza, dazu Salat (omnivor)
  • Samstag: Raclette (omnivor)
  • Sonntag: Laksa (vegan)
  • Montag: indische Tomatensuppe, dazu Baguette (vegan)

Einen Kuchen habe ich diesmal nicht eingeplant, aber ich möchte Salzzitronen einlegen.

Liam, 24.03.2016, 11:16 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

WochenendRückblick

[Wetter] Samstag hatten wir Hochnebel, so daß wir uns wie im November fühlten. Sonntag war es richtig schön und sonnig – zumindest da, wo ich war 😉

[Gemacht] Am Samstag sind mein Mann und ich nach dem Frühstück einkaufen gefahren. Wir brauchten ein paar Sachen vom türkischen Supermarkt und haben dort an einem Stand vegane Köfte mitgenommen, die wir später auf einer Steuobstwiese sitzend verknuspert haben. Lecker! Nachmittags haben wir das Haus aufgeräumt, dann erstmal eine Pause eingelegt. Abends haben wir gekocht und zusammen mit unserem Sohn dessen Kleiderschrank aussortiert und einen Film geguckt. Später habe ich noch gelesen mit mich regelrecht festgeschmökert. Sonntag sind wir nach dem Frühstück zum Bücherschrank gefahren und dann irgendwie im Schwarzwald gelandet. Haben uns kleine Fachwerkdörfchen und dunkle Wälder, Kuckucksuhren und den Mummelsee angeschaut und waren es spät wieder zurück.

[Crafts’n’Arts] Ich habe photographiert.

[Gesportelt] Eine Runde Kraft und Ausdauer.

[Gehört] Die Drei Fragezeichen. Wovenhand. True Detective OST.

[Gelesen] Marc Elsberg: Blackout.

[Gesehen] Spider Man. Ein bißchen The Bridge.

[Getrunken] Schwarzen Tee mit Minze aus dem Samowar. Normalen Schwarztee. Wasser. Cola. Apfel-Zimt-Tee.

[Gegessen] Neben den Plansachen: vegane Köfte mit Salat, Zitrone und Granatapfelsauce. Selbstgemachten Frischkäse mit Kräutern. Berliner. Porridge mit Himbeeren. Einen Burger mit Pommes.

[Gedacht] Ich war überrascht davon, wie gleichgültig mir manche Dinge geworden sind.

[Gekauft] Kräuter, Gemüse, Käse, Antep Esme und anderes im türkischen Laden. Einen MP3-Player für meinen Sohn zu Ostern.

[Spirituelles] Ich habe gebetet.

[Ausblick auf die nächste Woche] Zwei Termine und auf beide freue ich mich.

Liam, 20.03.2016, 22:32 | Abgelegt unter: Wochenendrückblicke | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Speiseplan #63

Diese Woche wird wenig experimentell, dafür freue ich mich umso mehr auf frischen Bärlauch.

  • Freitag: Quinoa-Suppe mit Paprika, Mais und Avocadocreme (vegan)
  • Samstag: Kartoffeln mit Bärlauchrahm, dazu Haferbratlinge und Feldsalat (vegetarisch)
  • Sonntag: Lasagne mit Zucchini und Tomaten (vegetarisch)
  • Montag: Bohnenquiche mit Kräutern, getrockneten Tomaten und Feta (vegetarisch)
  • Dienstag: Miniknödel mit Blattspinat und Kichererbsen (vegan)
  • Mittwoch: Bärlauchcremesuppe mit Tomaten, Petersilie und Käse, dazu Brötchen (vegetarisch)

Zum Kuchenbacken bin ich diese Woche zu faul – ich habe einfach eine Packung Berliner vom Einkaufen mitgebracht. Ist auch mal ganz nett.

Liam, 19.03.2016, 11:28 | Abgelegt unter: Fruit & Root,Speisepläne | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

Negativität fasten: Selbstverletzung

Diese Woche hat sich ein Konflikt entwickelt, mit dem ich nicht gerechnet habe. Ich finde es schon nicht einfach, Konflikte, die vorhersehbar sind, auszuhalten und souverän zu meistern, aber wenn ich ohne Vorwarnung in eine Situation gerate, in der ich das Gefühl habe, mit Ungerechtigkeit oder Ausgeliefertsein konfrontiert zu werden, kostet es mich alle Kraft, beherrscht und besonnen zu bleiben. Ich habe in der Vergangenheit erfahren, daß ich offenbar imstande bin, in Situationen, die mich verunsichern oder auch nerven nach außen sehr ruhig und eben souverän zu wirken, oft bis zur Arroganz. Das heißt ja eigentlich nur, daß ich es schaffe, das, was wirklich in mir vorgeht, zu verstecken – und da weiß ich nun nicht, ob das etwas Gutes ist. Das Bemühen, Situationen zu kontrollieren bzw. zumindest den Anschein zu erwecken, alles unter Kontrolle zu haben, ist für mich eng mit der PTBS verknüpft. Das Gefühl, die Kontrolle zu haben, gibt mir die Gewißheit, mein Leben und mich selbst samt aller Traumata und Erinnerungen im Griff zu haben. Wenn ich, wie in diesem oben angesprochenen Konflikt, die Kontrolle abgeben muß, ist das nur schwer zu ertragen.

Kontrollverlust kann zu Dekompensation führen, also dazu, daß bestimmte PTBS-Symptome schlimmer werden, daß Intrusionen auftauchen, daß ich dissoziiere und letztlich auch zu dem Wunsch, mich selbst zu verletzen. Diesen Teil meiner PTBS würde ich am liebsten ausklammern und gar nicht anschauen, denn er ist häßlich, fies und nicht vorzeigbar. Zumindest habe ich das sehr lange geglaubt. Ich habe versucht, mein selbstverletzendes Verhalten gar nicht als solches wahrzunehmen, weil es „nicht echt“ war. Als „echt“ habe ich Sachen wie Ritzen, Verbrennen und Bulimie/Magersucht angesehen – das war praktisch, denn da das alles nichts war, das ich tat, konnte das, was ich tue, ja nicht Selbstverletzung sein. Ziemlich krude Logik, aber naja.

Meiner Selbstverletzung ins Auge zu schauen, fiel mir sehr schwer. Ich bin dankbar dafür, daß ich das in therapeutischer Begleitung tun durfte und daß mir mit Akzeptanz und Offenheit begegnet wurde. Als ich die ersten Male vor einer anderen Person benannte, was ich tue, und wie sich dieser Schmerz und der Haß, der sich dadurch ausdrückt, anfühlen, war das ein wichtiger und seltsamer Moment. Wichtig, weil er mir ins Bewußtsein rief, was ich da tue. Seltsam, weil ich anfangs überhaupt kein schlechtes Gewissen dabei hatte, es im Gegenteil gar nicht begreifen konnte, daß mir jemand Mitgefühl (nicht Mitleid!) entgegenbrachte und es schade fand, daß ich diesen inneren Druck so kompensiere. Seither sind viele Monate vergangen. Ich habe es geschafft, über Dinge zu sprechen und sie so nach außen zu befördern. Ich wurde gehört. Meine Geschichte und meine Wahrnehmung spielen eine Rolle. Einen Zeugen zu haben, hat meine Perspektive auf viele Vorkommnisse verändert. Das alles nahm viel Druck, aber nicht den gesamten. Noch immer gibt es Momente, in denen ich dazu tendiere, mir wehzutun. Warum? Weil es ein über Jahre hinweg eingeübtes Ritual ist, das allein durch seinen einstudierten Ablauf beruhigt. Weil es leicht ist, in Momenten des Kontrollverlustes und der Dekompensation außer Schmerz nichts mehr zu fühlen bzw. nichts mehr fühlen zu wollen, und weil das dazu führt, daß ich mir sehr viel einfacher egal sein kann.

Ich habe in der Therapie gelernt, daß Selbstverletzung nicht immer das Schlechteste ist. Das klingt zynisch, denke ich, zumindest für Menschen, die mit dem Thema nichts am Hut haben. Aber manchmal ist es der Schmerz und das Zulassen des Selbsthasses, was hilft, diese Emotionen zu fühlen und dann auch wieder gehen zu lassen.

Ich wäre stolz darauf, wenn ich diesen Artikel, den ich im Zusammenhang mit meinem Vorhaben schreibe, in der Fastenzeit auf Negativität gegenüber mir selbst zu verzichten, damit abschließen könnte, daß ich feststelle, mich schon sehr lange nicht mehr selbst verletzt zu haben. Leider kann ich das nicht. Gerade in diesem aktuellen Konflikt wurde Selbstverletzung der einzige Ausweg, den ich für meine Gefühl von Kontrollverlust, Zorn und Aggression gesehen habe. Anders als zuvor ist jedoch, daß ich meine Fastenzeit damit nicht als gescheitert betrachte. Vielmehr möchte ich es so sehen, daß ich einen weiten Weg gekommen bin, auf dem ich viel gelernt habe, daß es aber manchmal einen Rückschritt gibt, der mich dazu animiert, es nochmal zu versuchen.

Liam, 16.03.2016, 19:59 | Abgelegt unter: PTBS,Spirit & Verse | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar
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