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Archiv: Dienstag, 30. August 2016

¿Cómo aprender un idioma?

Nein, keine Sorge, ich bin noch nicht soweit, ganze Artikel auf Spanisch zu schreiben 😉 Heute will ich nur mal festhalten, wie es mit dem Lernen bei mir gerade so klappt.

Am 31.7., also vor einem Monat, habe ich begonnen, Spanisch zu lernen. Meine Voraussetzungen sind Folgende:

  • Deutsch ist meine Muttersprache
  • Englisch spreche ich fließend (C2)
  • Französisch geht so leidlich (A2)
  • ich habe das Latinum (damals noch das „Große Latinum“)
  • ich habe das Graecum
  • reingeschnuppert habe ich außerdem noch in Hebräisch, Italienisch und Irisch-Gälisch (nicht mal A1)

Latein, Englisch und Französisch habe ich an der Schule gelernt, Altgriechisch an der Uni (wobei der Unterricht da echt nicht hilfreich war…letzten Endes habe ich mein Graecum dank eines Fernkurses geschafft, für den ich ungefähr 8 Monate und ca. 8-10 Stunden täglich gebüffelt habe). Für Hebräisch hatte ich einen ähnlichen Fernkurs, aber da ich mein Hebraicum nicht notwendigerweise für mein Studium brauchte, habe ich das nicht vertieft. Italienisch habe ich mir ganz klassisch mittels Büchern und CDs angeguckt und für Irisch-Gälisch gab es damals (Ende der 90er) eigentlich nur ein Lehrbuch, das lustigerweise von einem meiner Profs verfaßt worden war.

Spanisch lerne ich nun mit Babbel. Das Programm war mir im Netz schon öfter untergekommen und ich hatte da mal für Schwedisch reingeguckt, es aber nie vertieft, weil…naja, wofür brauche ich Schwedisch? Babbel war mir also nicht unbekannt und als der Gedanke aufkam, es wäre vielleicht nicht blöd, wenn ich ein paar Sprachgrundlagen hätte, wenn ich im kommenden Jahr die iberische Halbinsel unsicher mache, kam mir das Online-Programm eben auch direkt wieder in den Sinn. Ich war allerdings skeptisch. Ich benutze nicht mal facebook, und dann online eine Sprache lernen? 🙂

Das Konzept von Babbel gefällt mir ganz gut. Es verknüpft Hören und Lesen mit Schreiben und – wenn man ein Mikrophon für seinen Rechner besitzt – Sprechen. Täglich kann man eine Herausforderung meistern, in der Vokabelwissen abgefragt wird. Vokabeln werden auch so immer wieder wiederholt und dann, je nachdem ob man sie konnte oder nicht, nochmal schnell oder mit größerem zeitlichen Abstand wiederholt. Abgesehen von den eigentlichen Sprachlektionen gibt es Grammatiklektionen und Lerneinheiten über Land und Leute. Außerdem gibt es ein Forum, in dem man um Rat bitten kann (netterweise bietet man dafür seine Hilfe in einer anderen Sprache an).

Sämtliche Vokabeln und Grammatikregeln sowie einige Phrasen schreibe ich mir in ein Vokabelheft – ganz klassisch. Ich habe schon zu meiner Schulzeit nicht so gern mit Karteikarten gelernt, weil ich fand, daß die soviel Platz wegnehmen und auch schnell mal verloren gehen. Außerdem geht das echt ins Geld, wenn man entsprechend viel lernt. Um mir Vokabeln einzuprägen, die nicht Teil des Programms sind, die mir aber wichtig erscheinen, benutze ich Post It Haftnotizen. Die klebe ich mir dann auf die entsprechenden Dinge oder an an Orte, die ich mehrmals täglich besuche. Dabei prägt sich eine Menge ein.

Ansonsten finde ich es hilfreich, mich möglichst viel und möglichst oft mit Spanisch zu umgeben. Ich schaue YouTube-Videos auf Spanisch (nur zu Themen, die mich interessieren, denn das erhöht die Aufmerksamkeit, wenn man nur einen Bruchteil der Sprache versteht) und höre entsprechende Musik. Ich rede viel Spanisch, ob nun jemand dabei ist oder nicht. Da ich niemanden kenne, der Spanisch spricht, kann ich mich sowieso nicht wirklich in Konversation üben, aber durch das laute Aussprechen bekommt man ein Ohr für den Klang der Sprache und bestimmte Phrasen festigen sich – man kann Gelerntes so viel automatischer abrufen. Grundsätzlich würde ich mir auch einen Konversationspartner suchen, aber mei, die PTBS halt.

Derzeit mache ich neben der täglichen Vokabelwiederholung noch immer ein bis drei Lektionen bei Babbel. Wenn ich mehr mache, habe ich das Gefühl, es sitzt nicht so gut, wie es könnte. Ich möchte ja nicht schnell durch den Kurs rauschen, sondern am Ende gut Spanisch sprechen und verstehen. Für die Online-Lektionen brauche ich täglich etwa ein bis anderthalb Stunden, eben weil ich immer mitschreibe. Darüber hinaus übe ich Spanisch, wann immer es geht: unter der Dusche, wenn ich im Alltag Dinge benenne, als ständiges Geplapper im Kopf, wenn ich mich bedanke oder Zahlwörter brauche etc.

Was mir ein wenig fehlt, sind mehr Erklärungen zur Grammatik und zu einzelnen Formulierungen und Worten. Ich denke, da merke ich einfach, daß ich viele alte Sprachen gelernt habe, wo sowas essentiell dazugehört. Ich merke auch, daß die Dinge nicht mehr ganz so leicht in meinen Kopf reingehen, wie sie das in meiner Schul- und Unizeit getan haben bzw. vor PTBS. Andererseits habe ich jetzt überhaupt mal wieder Kapazitäten für sowas frei.

Ich bin mir sicher, daß ich nicht mit soviel Eifer bei der Sache wäre, wenn ich kein Ziel hätte. Ich glaube, daran sind auch Hebräisch und Italienisch gescheitert. Diesmal weiß ich ja, daß ich ganz sicher im kommenden Jahr nach Spanien reisen und die Sprache benutzen werde, die ich gerade lerne. Das ist eine große Motivation, und genau die brauche ich auch.

In diesem einen Monat habe ich das Level A1 erreicht. Bei Babbel kann man sich nach Abschluß jedes Kurses eine Art Zertifikat ausdrucken. Das brauche ich zwar für nix, aber es ist natürlich ein nettes Goodie 🙂 Ich selbst möchte mich, sobald ich das Level A2 erreicht habe (das sind vier weitere Kurse) auch mit etwas belohnen – womit weiß ich noch nicht, aber es sollte mit Spanisch verbunden sein.

[Übrigens ist das hier kein Werbepost und ich kriege auch nix dafür, daß ich gerade sehr begeistert bin von Babbel]

Liam, 30.08.2016, 21:04 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare
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