gruener-mann.de

Foraging…am Meer

In meiner internetfreien Woche war ich in England, genauer gesagt in Kent. Auch dort habe ich einiges zum Foragen gefunden, konnte es allerdings leider nicht verarbeiten, so daß ich mich darauf beschränkt habe, es roh zu essen.

_DSC0097 (600x399)

Das ist Sea Kale, also Meerkohl. Er wächst in England an den meisten Stränden und ist ziemlich genügsam: sogar Kies als Untergrund reicht ihm aus. Er ist leicht daran zu erkennen, daß seine Blätter denen von Kohlrabi ähneln und auch den für Kohl typischen matten Glanz haben. Er schmeckt deutlich bitterer und salziger als Zuchtkohl, kann aber ähnlich wie dieser zubereitet werden. Bei Ray Mears habe ich gesehen, daß man auch seine Wurzel ausbuddeln und über offenem Feuer rösten kann. Da sie sehr stärkehaltig ist, soll sie süßlich schmecken.

_DSC0173 (600x399)

Ich hätte ihn gern in etwas Margarine und zusammen mit Knoblauch und Pinienkernen angebraten und zu Pasta gegessen oder eine Füllung für eine Quiche aus ihm gemacht 🙂

_DSC0096 (600x399)

Brombeeren gibt es auch in England, natürlich, allerdings sind ihre Früchte etwas größer als bei den Hecken, die in meiner Region wachsen. Auch sind sie etwas weniger sauer, wirklich lecker.

_DSC0161 (600x399)

Sanddorn…daß ich ihn nicht mitnehmen und verarbeiten konnte, hat mich echt traurig gemacht, denn er war gerade vollreif, supersaftig und sehr lecker.

_DSC0171 (600x399)

Das ist Samphire, also Meerfenchel. Tatsächlich schmeckt er nach einer Art sehr salzigem und durchaus bitterem Fenchel. In England wird er gekocht oder dampfgegart und als Beilage serviert, aber man kann ihn auch roh knabbern. Von der Textur her erinnert er an Staudensellerie.

_DSC0271 (399x600)

In der Woche hatten wir recht wechselhaftes Wetter mit Regen und Sonne, also ideales Pilzwetter. An einem Tag sind wir „in the woods“ gegangen und habe eine Pilz-Photosafari gemacht. Ich muß gestehen, daß ich Pilze zwar faszinierend finde, es aber trotz so mancher Lektüre und vielen Tutorial-Videos noch nicht geschafft habe, mir soviel Wissen über sie anzueignen, daß ich mich trauen würde, sie zu sammeln, also mache ich das immer nur mit der Kamera. Diese hübschen Fliegenpilze waren lediglich eine von wirklich unzähligen Sorten, die wir zu sehen bekamen. Mein subjektiver Eindruck war, daß in England, da die Wälder dort nicht dermaßen bewirschaftet und „aufgeräumt“ werden wie in Deutschland, sehr viel mehr Pilzarten wachsen.

Neben den hier gezeigten wilden Leckereien haben wir noch viele andere entdeckt, wie etwa Äpfel, Nüsse, Kräuter und Wildgemüse, Seetang etc. Und obwohl es gerade diese wilde Fülle hat, wird leider kaum gesammelt. Gerade mal eine sammelnde Frau haben wir in der ganzen Zeit getroffen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 4. Oktober 2015 und wurde abgelegt unter "Foraging, Fruit & Root". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

Noch keine Kommentare.

Kommentar hinterlassen

*wird nicht angezeigt

XHTML erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

gruener-mann.de läuft unter Wordpress 4.8.2
Anpassung und Design: Weazel