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Ideen für das Gartenjahr 2016 & einen Hain anlegen

Der Winter war kurz und warm. Jetzt im Februar orientiere ich mich schon wieder ein wenig nach draußen und überlege, was ich dieses Jahr im Garten tun möchte. Rückblickend habe ich festgestellt, daß die Sorge um meinen Garten mich im letzten Jahr stark gefordert hat. Mir ist bewußt, daß das vor allem mit der PTBS, aber auch mit dem ausgesprochen heißen und langen Sommer zusammenhängt. Geschrieben habe ich darüber schon einmal hier. Ich habe noch nie zuvor so richtig gegärtnert und bringe mir alles selbst bei, durch das Lesen von Büchern, durch Videos und vor allem durch Trial & Error. Mit etwas Abstand betrachtet, zählen die Verluste von Pflanzen immer noch zu den dunkelsten meiner Gärtnerstunden, aber ohne diese Verluste hätte ich nichts gelernt. In der kommenden Saison möchte ich also einiges anders machen. Konkret:

  • sollte ich wieder Kohl anbauen, bekommt dieser sofort einen Schutz aus ausrangierten Fliegengittern
  • bei Blattläusen, weißen Fliegen und Schnecken bin ich von Anfang an unnachsichtig – sie werden restlos gekillt
  • ich werde weniger Pflanzen gemeinsam in einen Topf setzen
  • Minzen werden immer in einen Topf für sich allein gesetzt
  • ich werde manche Gemüse früher ernten
  • ich möchte Arbeitsabläufe optimieren, um meine Kraftressourcen zu schonen

Ich habe mir aus meinem letzten Englandurlaub Saatgut mitgebracht. Es ist soviel, daß ich damit wahrscheinlich einen ganzen Acker bewirtschaften könnte, doch das wäre Arbeit, die ich nicht leisten kann. Also werde ich Richtung Ende Februar einige wenige Samen von verschiedenen Gemüsen in Zuchtschalen ansetzen und schauen, was überhaupt kommt. Sollte es zuviel werden, so daß ich von der Topfkapazität her an meine Grenzen stoße, wird es eben Mikrogemüse geben. Alys Fowler empfiehlt die Anzucht von Mikrogemüse in ihren Büchern ausdrücklich, gerade für Gärtner mit beschränkten Ressourcen wie Raum, Zeit und Kraft.

Ich werde mein Gemüse weiterhin in Töpfen und Kübeln anbauen, nahe beim Haus. Im letzten Sommer hat mein Mann in wochenlanger Arbeit den größten Teil unseres Freilandgartens umgegraben, Brombeeren und Hopfen ausgerissen und die ganze Scholle urbar gemacht. Jetzt im Frühjahr wird er eine Wurzelsperre verlegen, damit Hopfen und Brombeeren sich nicht wieder durchzwängen – die sind nämlich praktisch unkaputtbar, erdrosseln aber im Gegenzug so ziemlich alles. Dieser Gartenteil soll ein Hain werden. Sobald die Wurzelsperre verlegt ist, werden wir junge Sträucher anpflanzen, z.B. Schlehe, Hasel und Heckenrose. Mein Traum wäre, auf Dauer aus ihnen eine solide Hecke zu bauen, nach englischem Vorbild. Leider ist die Kunst des Heckenbaus in Deutschland ziemlich unbekannt, und da wir mit kleinen Stecklingen anfangen, ist es fraglich, ob die Sträucher in der Zeit, die wir noch hier leben, überhaupt so groß werden, daß man sie entsprechend spalten, umlegen und wieder wachsen lassen kann. Bereits vorhanden sind eine alte Walnuß, ein ebenso alter Quittenbaum, ein Birnbaum und eine Fliederhecke.

Ziel ist, Wildobst direkt vor der Haustür zu haben, denn obwohl ich in einer landschaftlich reichen Gegend lebe, sind manche Wildobstsorten hier eher spärlich vertreten. Die lebendige Hecke soll aber nicht nur uns mit Nahrung versorgen, sondern auch Kleintiere und Insekten, insbesondere Bienen. Wie ich schon erwähnte, reizt es mich sehr, selbst zu imkern, und in einem Hain mit sonnigen und schattigen Stellen hätten die Bienen einen guten Standort. Selbst wenn ich nicht unter die Imker gehen sollte, würde so ein Hain jede Menge Bienennahrung bieten, auch für die ganzen Wildbienenarten, die in den großen landwirtschaftlichen Monokulturen immer weniger Nahrung und Nistplätze finden. Herzstück des Hains soll außerdem noch eine wilde Blumenwiese werden, die wir idealerweise nur einmal jährlich, nämlich im Spätherbst, mit der Sense kürzen müssen. Augenmerk soll hier vor allem auf den Bedürfnissen der Bienen liegen: also keine Lavendelmonokulturen, sondern am besten alte, regionale Blumensorten, sog. „Unkräuter“ etc.

Insgesamt scheint das Gartenjahr 2016 ziemlich interessant zu werden. Ich freue mich schon darauf, wieder in der Erde zu wühlen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 15. Februar 2016 und wurde abgelegt unter "Der Garten, Fruit & Root". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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