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Sprich nicht für mich

Immer, wenn ich Zeug von Cis-Hetero-Menschen lese/höre/sehe, in dem sie sich als besonders LGBTQ-freundlich generieren und für LGBTQ-Awareness und -Pride „starkmachen“, kann ich nicht anders als Magenkrämpfe kriegen. Scheinbar ist aber noch niemand auf die Idee gekommen, daß die Cis-Hetero-Aneignung von LGBTQ-Themen nicht als coole Awareness, sondern als dumpfe Arschigkeit aufgefaßt werden könnte. Besonders gefressen habe ich Cis-Heteros, die, wenn ich ihnen schreibe/sage, daß ich ihre Aussagen anmaßend finde, antworten, daß sie schreiben/sagen dürften, was immer sie wollten. Ich nehme an, das kackfreche Überbügeln dieser Meinung, die von einem Mitglied der LGBTQ-Community kommt, ist dann wohl auch Awareness. Oder so.

Bin halt auch bescheuert. Da merke ich einfach nicht, daß diese super-awaren Cis-Hetero-Muttis, die meine Themen vereinnahmen und zum Rauskehren ihrer Coolness nutzen, mir eigentlich einen Gefallen tun wollen. Mensch, Mensch.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 9. Juni 2016 und wurde abgelegt unter "PTBS". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

3 Kommentare

  1. Mo:

    Oh, wie gut ich dich da verstehen kann.
    Ich empfinde es oft als anmaßend, selbstgefällig und schlicht falsch was diese Leute von sich geben.
    Aber das betrifft nicht nur LGBTQ Themen, sondern auch PTBS, FMS, alleinerziehenden Themen, Themen von Menschen die mir einer Behinderung leben und ähnliches, wo meiner Meinung nach nur dann jemand was dazu sagen kann, der/die schlicht im Thema drin steckt.

  2. Liam:

    Ja, stimmt! Wobei mir auch klar ist, daß ich sowieso alles durch diese „phantastische“ PTBS-Brille wahrnehme…

  3. Mo:

    Das bleibt ja auch nicht aus.
    Diese „tolle“ Brille ist auch verdammt hartnäckig und nach meiner bisherigen Erfahrung, wird man diese auch nicht mehr los, man versteht schlicht besser warum sie manche Dinge so sieht wie sie sie sieht und kann sie dann entsprechend einschätzen.
    Grundsätzlich mag ich die Definition der Antipsychiatrie, die eben nicht sagt, dass man krank ist, sondern eine besondere Wahrnehmung hat.
    Für mich persönlich funktioniert es zuweilen ganz gut, zu sehen welche positiven Dinge ich aus den ganzen Einschränkungen ziehen kann, um sie einerseits zu schmälern und andererseits ein wenig weniger bedrohlich werden zu lassen und manchmal glaube ich, dass ich durch diese Brille in der Lage sein könnte schneller zu bemerken, wann etwas schlecht für mich ist.

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