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Schatz, ich bin so befriedigt…

Das wollte ich nur mal festhalten, an diesem frühen Samstagabend, und wo ich den Tag mit Brotbacken, Essenkochen und Küche-fertig-Einräumen verbracht habe.

Weil…..manchmal vergesse ich, wie gut sich das anfühlt, Korn zu mahlen, Teig zu kneten und ihn dann stundenlang zu betüddeln, frisches Gemüse und Obst zu schnippeln, in meinen Gewürzen zu schwelgen und am Ende bei Tisch satte, zufriedene Menschen sitzen zu haben.

Manchmal denke ich, Hausarbeit und Haushaltsführung sollte ich quasi „nebenher“ wuppen können, weil „das bißchen Arbeit“, richtig? Falsch. Die Entwertung meiner eigenen Arbeit und Leistung ist Teil meiner kPTBS. Ein Teil, der total tückisch sein kann, denn egal, wie sehr ich mich anstrenge, es ist natürlich nie genug. Das Spielchen kann ich auch bis zum körperlichen und mentalen Zusammenbruch spielen (was ich schon oft genug getan habe, lernfähig, wie ich bin *hüstel*), was mich dann in eine unangenehme Abhängigkeit von anderen treibt (die dann meine Aufgaben übernehmen müssen).

Gerade jetzt also, wo ich am Küchentisch sitze, auf dem Herd ein Massaman Curry brodelt und der Duft von Basmatireis vom Reiskocher aufsteigt, da will ich kurz innehalten und mir bewußt machen, wie wertvoll das hier ist. Das, was ich hier tue.

Ich will mir auch ins Bewußtsein rufen, daß ich soviel mehr kann, als ich selbst oft denke. Klar, irgendwo da draußen gibt es Unversehrte, die das, was ich tue, und einen Vollzeitjob unter einen Hut kriegen ohne zusammenzubrechen (Respekt!), aber für mich ist das alles hier eine große Leistung.

Ich glaube, dafür habe ich mir eine Belohnung verdient. Frisches Brot mit Mozzarella und gegrilltem grünen Spargel nachher in der Halbzeit klingt gut…

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 18. Juni 2016 und wurde abgelegt unter "Fruit & Root, Housekeeping, PTBS". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

4 Kommentare

  1. Fee:

    Hört sich lecker an…

    Diese Gedanken hege ich auch manchmal. Vor allem jetzt wo mein Partner von der Nachtschicht nachhause kommt und ersteinmal ins Bett fällt, aber trotzdem um 13.00 Mittagessen haben will. Ich bin gefühlt nurnoch am rumwurlachen und freue mich wenn ich an der Uni „Ruhe finde“

  2. Mo:

    Wundervoll dass du das bemerken konntest und auch noch genossen hast! Das ist so wertvoll, wichtig und wohltuend.

  3. Liam:

    Hallo Fee, schön, daß die Uni für Dich einen Gegenpol bildet. Ich könnte jetzt auch nicht den ganzen Tag „nur“ haushalten, ich brauche auch den Ausgleich.

    Hallo Mo, danke Dir 🙂

  4. Athena:

    Ich kenne das auch… habe mir aber in den letzten Monaten immer mehr bewußt gemacht wieviel ich eigentlich leiste, auch wenn ich momentan nicht mehr vollzeit arbeite, sondern eben „nur“ noch zuhause bin. Ich muß sagen, dass es mich glücklich macht. Deshalb finde ich den Titel gut gewählt. Weiter so!

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