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Bücher im Juni

Im Juni hatte ich endlich wieder Lust und Gelegenheit, mehr zu lesen. Es gab sogar Momente, die, auch wenn sie nur ein paar Sekunden dauerten, mich daran erinnerten, wie ich als Kind von einem Buch absorbiert werden konnte. In denen ich in diesem Lese-Flow drin war, der heute für mich nur ziemlich schwer zu erreichen ist.

  1. Anneliese Bunk und Nadine Schubert: Besser leben ohne Plastik. Aus der Bibliothek. Bin im Internet auf das Buch gestoßen und da Plastikvermeidung für mich seit ein paar Jahren ein Thema ist, habe ich das Buch gelesen. Besonders gut hat mir gefallen, daß die Autorinnen so viele Alltagstips geben, die wirklich schnell und leicht umzusetzen sind.
  2. Otto Hermann Pesch: Die zehn Gebote. Das Buch habe ich in der Kirche in Altötting zum Mitnehmen ausgelegt gefunden. Also dachte ich, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, und habe, wohl das erste Mal seit meinem Studium, christliche Lektüre gelesen. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie modern und menschenzugewandt der Autor den Dekalog interpretiert (er ist Katholik und was ich vor knapp 20 Jahren von katholischen Autoren lesen mußte, war gelinge gesagt anders). Ich denke, für katholische Christen ist das Buch wertvoll, ich selbst bin an ein paar Stellen ein wenig zusammengezuckt, aber ok. Das Buch wurde schon wieder ausgesetzt.
  3. Susanne Klingner: Hab ich selbst gemacht. Seit langem mal wieder ein Buch, das ich mir gekauft habe (allerdings gebraucht und sehr günstig). Die Autorin beschließt, ein Jahr lang möglichst viel selbstzumachen, und das Buch, das sie ähnlich wie ein Tagebuch dazu geschrieben hat, dokumentiert diese Reise. Las sich sehr kurzweilig und amüsant. Der wirkliche Nutzen dieses Buchs für mich jedoch lag darin, mir einmal zu verdeutlichen, wie viel ich tatsächlich selbermache bzw. daß ich durchaus am Ende eines Tages müde und erledigt sein darf, weil ich soviel selbermache. Klingner ist es also gelungen, Wertschätzung für meine Selbermachprojekte (Brot, Kochen, Garten, Malen und so) in mir zu entfachen. Allein dafür liebe ich das Buch. Weiß noch nicht, ob ich es in den Bücherschrank stellen oder behalten soll.
  4. Udo Pollmer, Georg Keckl und Klaus Alfs: Don’t Go Veggie! 75 Fakten zum vegetarischen Wahn. Aus der Bibliothek. Das Buch habe ich mir ausgeliehen, weil ich selbst sehr lange vegetarisch und vegan gegessen habe und mir der Name Pollmer daher ein Begriff war. Es gibt Leute, die ihn für den Ernährungsantichristen halten- definitiv Grund genug, sein Buch zu lesen, das als „gepfefferte Kampfschrift gegen den vegetarischen Mainstream“ beschrieben wird. In 75 kurzen und knackigen Kapiteln nehmen die Autoren sich also bestimmte Glaubenssätze der vegetarisch-veganen Fraktion vor, die sie offensichtlich genüßlich auseinanderlegen. Gut gefallen hat mir der Realismus, mit dem das geschieht. Nicht so gut gefallen hat mir, daß bestimmte vegetarisch-vegane Argumente nur einseitig beleuchtet werden (umgekehrt tun das Vegetarier und Veganer ja auch mit den Argumenten von Omnivoren). Alles in allem fand ich das Buch sehr lesenswert und durchaus unterhaltsam. Ich glaube, Veganern würde ich das Buch nicht empfehlen, es sei denn, sie haben ihren Blutdruck im Griff 🙂
  5. Andrea Schwarz: Die Sehnsucht ist größer – ein geistliches Pilgertagebuch. Aus der Bibliothek. Derzeit leihe ich mich etwas wahllos durch Pilgerbücher und da war das eben mit dabei. Schwarz beschreibt ihren Pilgerweg von 1996 (1997?). Sie ist gläubige Christin und hat sich kurz vor ihrem Aufbruch für ein Theologiestudium entschieden. Anders als viele andere Santiago-Bücher gewährt sie daher großzügige Einblicke in die spirituelle Dimension ihres Caminos. Hat mir an sich gut gefallen, ich merkte aber an vielen Stellen wieder einmal, daß ich menschliche Regungen nicht unbedingt verstehen kann…
  6. Jürgen Osterbrink und Franziska Andratsch: Gewalt in der Pflege. Aus der Bibliothek. Das Buch beleuchtet die Ursachen und Ausformungen von Gewalt in der Pflege. Dabei beziehen sich die Autoren immer wieder auf den Pflegeskandal von Lainz (Österreich). Zum Schluß bieten sie Informationen dazu, wie man Gewalt in der Pflege erkennt und vermeiden kann. Das Buch hat mir gefallen, aber es war nicht einfach zu lesen.
  7. Susanne Schaber: Der Jakobsweg. Aus der Bibliothek. Eine der vielen Publikationen über den camino, doch es handelt sich nur im weitesten Sinne um ein Reisetagebuch. Schaber erzählt vielmehr von Begegnungen, von Orten und auch vom Essen. Kurzweilig zu lesen. Mit Rezepten.
  8. Wildes Baden-Württemberg. Dunkle Wälder, grüne Höhen. Herausgegeben von National Geographic. Aus der Bibliothek. Photoband über unser schönes Bundesland ♥ War halt mit wenig Text.
  9. Kirk D. Strosahl und Patricia J. Robinson: In diesem Moment – Stress überwinden und achtsam werden. Aus der Bibliothek. Diese recht neue Veröffentlichung hat mich angesprochen, weil ich mich im Zuge meiner Yoga- und Zenpraxis mit dem Thema Achtsamkeit auseinandergesetzt habe und dachte, es wäre eine gute Idee, das alles nochmal aufzufrischen. Das Buch ist ansprechend und leicht verständlich geschrieben. Besonders gefallen hat mir, daß die beiden Autoren neurowissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Arbeit einfließen lassen – was es mir immer einfacher macht, die Prozesse, die mein Gehirn so abwickelt, zu verstehen. Gefallen hat mir auch, daß es jede Menge Übungen zum Nachvollziehen und Erlernen der neuen Denkmuster zur Achtsamkeit gibt. Allerdings gab es für mich insgesamt nicht viel Neues zu lesen. War einfach ein guter Reminder.
Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 1. Juli 2016 und wurde abgelegt unter "Book & Silverling". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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