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Bücher im August

Dieser Monat war etwas durchwachsen. Bis ungefähr Mitte August habe ich es geschafft, fast täglich zu lesen, aber dann hat Spanisch die meisten Kapazitäten und Speicherplätze in meinem Gehirn belegt. Das führte dazu, daß ich abends oft einfach nur noch matt YouTube-Videos glotzen wollte anstatt zu lesen. Daß Lesen gerade etwas unwichtiger ist, merke ich auch daran, daß mein Bücherstapel ungewöhnlich klein ist – nur so sechs Bücher in der Warteschleife.

  1. Bruder Jakobus: Der Weg zu Dir selbst. Das kleine Buch des Pilgerns. Aus der Bibliothek. Der Dominikanermönch Bruder Jakobus pilgert innerhalb von zehn Jahren den Weg von Stuttgart/Kloster Beuron nach Santiago abschnittsweise in einer Gruppe. In diesem Buch sind seine und die Eindrücke seiner Mitpilger festgehalten. Ehrlich gesagt hat mir das Buch nicht besonders gefallen, weil ich seinen Aufbau absolut wirr fand. Man wußte nie, wesen Erlebnisse man gerade liest, weil die einzelnen Abschnitte nicht namentlich gekennzeichnet sind. Auch der Weg wird nicht chronologisch dargestellt, es gibt Vor- und Rückblenden, dann wieder wechselt der Erzähler und so weiter. Sehr sperrig und ermüdend zu lesen. Schade, die Idee fand ich nämlich super.
  2. Egle, Hoffman, Joraschky (Hg.): Sexueller Mißbrauch, Mißhandlung, Vernachlässigung. Erkennung, Therapie und Prävention der Folgen früher Streßerfahrungen. Aus der Bibliothek. Das Buch zu lesen war in jeder Hinsicht sperrig, dennoch bietet es einen guten Überblick über das komplexe Thema.
  3. Zoran Perowanowitsch: Pilgern auf dem Jakobsweg – Die Suche nach der Quelle des Christentums. Aus der Bibliothek. Das Buch hält nicht, was sein Titel verspricht, denn eigentlich ist es ein Jakobswegbericht wie viele, abgesehen davon, daß er wirklich trübsinnig ist und stimmt. Mehr gibt’s eigentlich nicht zu sagen.
  4. Winfried Hille: Der innere Jakobswegs – Sieben Schritte zu mir selbst. Aus der Bibliothek. In diesem Buch geht es sozusagen ums innere Pilgern. In sieben Kapiteln, die jeweils mehrere Übungen und Anregungen beinhalten, wird der Leser auf den inneren Jakobsweg geführt. Zentrale Frage ist: was macht mich glücklich, was ist meine Lebensaufgabe und wie will ich mein Leben gestalten? Das Buch hat mir ganz gut gefallen, allerdings merke ich auch, daß bestimmte Aspekte, Fragen und Übungen für mich als Mensch mit PTBS ein wenig…merkwürdig und absurd sind. Alles in allem finde ich das Buch eine gute Anregung für alle, die sich auf den Weg machen wollen, ohne zu wandern 🙂
  5. Amy Brill: Die Frau, die Sterne fing. Aus der Bibliothek. Hannah Gardner Price, die Mitte des 19. Jahrhunderts auf Nantucket lebt, wird von ihrem Vater in Astronomie unterrichtet und träumt davon, einen Kometen zu entdecken. Eines Tages steht der Matrose Isaac vor ihrer Tür, der von ihr in Navigation unterrichtet werden möchte. Als sich zwischen der Quäkerin und dem Mann von den Azoren eine zarte Liebesgeschichte entwickeln will, werden sie von ihren Lebensumständen getrennt: Isaac fährt mit einem Walfänger auf See und Hannah entdeckt tatsächlich einen Kometen, was sie berühmt macht und ihr zu Ansehen und Erfolg verhilft. Amy Brill hat ihre Figur Hannah auf Grundlage des Lebens und Wirkens von Maria Mitchell, der ersten amerikanischen Astronomin, entwickelt. Romane lese ich ja doch eher selten, aber diesen habe ich sehr gemocht, wenngleich für mich viele Emotionen und Entscheidungen Hannahs nicht nachvollziehbar waren. Ein interessantes Buch, das mit einem Ende aufwartet, das ich nicht habe kommen sehen.
  6. Silvia Fuller: Eine Frau allein auf dem Jakobsweg. Aus der Bibliothek. Die Autorin schildert in ihrem Buch in nicht-chronologischer Reihenfolge Begebenheiten und Begegnungen von ihrem Jakobsweg, den sie 2010 gegangen ist. Besonders interessant fand ich dabei, daß sie den Camino del norte, den Camino Lebaniego und den Camino Primitivo bis nach Santiago und weiter nach Finisterre gegangen ist, also die eher unbekannten Strecken. Das Buch liest sich wunderbar. Fuller schreibt äußerst sympatisch und lebendig. Das Einzige, was mir leidtat, war, daß das Lektorat nicht so gut war. Das Buch kann ich dennoch sehr empfehlen.
  7. Albrecht Rissler: Zeichnen – Tipps für Kreative. Aus der Bibliothek. Auf jeder Doppelseite gibt Rissler einen Tip für Zeichner, insgesamt über 110. Das Buch hat mir gefallen, weil es auch ein paar Dinge nennt, die ich bisher nicht probiert habe, wie etwa das Malen mit Pflanzenteilen. Gleichzeitig war das Buch – wie die meisten zu dem Thema, sieht man mal von „Mut zum Skizzenbuch“ von Felix Scheinberger ab – total entmutigend. Schon klar, wer seit dreihundert Jahren zeichnet und das auch durchzieht, kann das einfach, aber das hat irgendwie nix mit mir zu tun. PTBS-Baustelle, kein Fehler vom Buch.
Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 2. September 2016 und wurde abgelegt unter "Book & Silverling". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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