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Fastenzeit kreativ nutzen

Wie jedes Jahr um diese Zeit herum denke ich über’s Fasten nach. Traditionellerweise beginnt an Aschermittwoch wie 40-tägige christliche Fastenzeit, in der kein Fleisch verzehrt wird (Karne-val von carne und vale = auf Wiedersehen, Fleisch!). Allerdings bin ich kein Christ und habe auch erst im letzten Spätsommer nach dreieinhalb veganen Jahren wieder begonnen, Fleisch zu essen. Und das echt in Maßen. Ich sehe also keinen Anlaß dafür, Fleisch zu fasten. Alkohol trinke ich eigentlich nie, obwohl ich Wein und Brandy gern mal in Speisen mitverkoche oder mitverbacke. Und mein Granatapfelrum braucht ja noch über ein Jahr, um zu reifen 🙂 Zucker zu fasten, würde sich bei mir ebenfalls nicht lohnen. Es macht vielleicht den Anschein, als wäre ich ein Süßschnabel, wo ich doch fast jede Woche einen Kuchen backe, aber dieser Kuchen ist, abgesehen von der einen täglichen Tasse Tee, mein einziger Konsum von Süßwaren pro Woche und ich bekomme maximal drei Stücke ab – meist ist meine Familie schneller. Chips…ja, die sind schon ein Laster, aber ein kleines. Mit einer Tüte von 100 g komme ich meist eine Woche weit.

Bei anderen Bloggern habe ich unterschiedliche Anregungen für alternatives Fasten gefunden, z.B. ein Klamottenfasten, bei dem man mit 50 Kleidungsstücken auskommen soll. 50?! Da müßte ich aber eher noch was dazukaufen… Die Idee, 100 Teile aus dem Haushalt auszusortieren, die man ohnehin nie benutzt, finde ich super, aber mein Haushalt ist inzwischen praktisch clutterfrei, abgesehen vom Keller. Keller entrümpeln? Und mich dabei mit meinem Mann um jedes Schräubchen zanken? Och nee, das kann er schön allein machen 🙂

Dann kam noch die Idee auf, aus der Fastenzeit eine Zeit der besonderen Aufmerksamkeit für die kleinen Glücksmomente und die eigene Dankbarkeit zu machen. Ich weiß, es klingt arrogant, aber auch das brauche ich nicht. Ich lebe sehr bewußt und würde, wenn ich mir diese Dinge nicht ohnehin ständig klarmachen würde, wahrscheinlich noch viel größere Schwierigkeiten mit meiner PTBS haben.

Also, worin könnte für mich die Herausforderung in der Fastenzeit liegen? Das Erste, das mir dazu einfiel, war: endlich einige kreative Projekte vorantreiben! Denn da hat sich in den letzten (für mich leider sehr harten) Monaten ein echter Rückstau gebildet. Konkret geht es um die Folgenden:

  • ein Keramikprojekt
  • eine Maske fertigstellen
  • ein Quilttop beenden
  • ein Specksteinprojekt
  • grundsätzlich: mehr malen

Da ich keinen Druck gebrauchen kann, möchte ich mir keine Deadline setzen, sondern nur meinen Fokus darauf richten, mit den Projekten weiterzumachen. Vielleicht bietet es sich ja an, ein wenig Internetzeit zu fasten, um Raum für mehr Kreatives zu schaffen. Wenn ich etwas von den Projekten fertig bekomme, werde ich darüber natürlich auch bloggen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 18. Februar 2015 und wurde abgelegt unter "Craft & Creation". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

1 Kommentar

  1. gruener-mann.de » Negative Gedanken fasten:

    […] wie letztes Jahr habe ich mir überlegt, ob und wie ich die Fastenzeit nutzen möchte. Und genau wie im letzten Jahr […]

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