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Frühjahrsregungen

Im letzten Winter habe ich sehr viele Channel4-Beiträge von Hugh Fearnley-Whittingstall geschaut und mehrere seiner Bücher gelesen. Seine Idee, wilde Nahrung mit selbstangebauter und zugekaufter zu kombinieren, gefällt mir total gut. Im Grunde meines Herzens bin ich ein Subsistenz-Öko-Selbstversorger-Hippie, allerdings scheitert das schlicht und ergreifend an meiner Realität. Zwar hätte ich sogar Grund und Boden, um vermutlich eine ganze Menge anzubauen, aber ich würde das dazu nötige Arbeitspensum nicht bewältigt bekommen. Abgesehen davon glaube ich, daß es mich sehr unter Druck setzen würde, wenn ich wüßte, daß ich mein Essen selbstanbauen „müßte“.  Die Tage, in denen ich auf dem Halbstock im Treppenhaus zig Kräuter und Heilpflanzen gezogen habe und mir wilde Nahrung querfeldein suchen konnte, sind einfach vorbei.

Insofern finde ich HFW’s Ansatz, wenigstens ein bißchen ‚was Wildes zu sammeln und ein bißchen ‚was anzubauen, super. Der holt mich da ab, wo ich stehe, und ermöglichst es mir, druckfrei und neugierig an die Sache ranzugehen. Im letzten Jahr hatte ich eine Chili-Pflanze auf der Terrasse, die mich bis in den November hinein mit frischen Früchten versorgt hat. Das würde ich gern dieses Jahr wiederholen.

Außerdem habe ich gestern drei Rosmarin- und drei Thymianpflänzchen in je einen Pflanzkübel gesetzt. Die beiden Kübel stehen jetzt links und rechts unserer Haustür, wo sie den ganzen Tag über Sonne bekommen. Dann kann ich mir zum Kochen schnell ein bißchen was abschneiden und, falls ich nicht alles brauchen sollte, auch noch etwas für den kommenden Winter trocknen.

In der Gärtnerei gibt es jetzt schon winzige vorgezogene Gemüsepflänzchen – definitiv zu winzig für meinen schwarzen Daumen. Ich denke, ich werde im Laufe des Aprils nochmal reingucken und mir überlegen, was ich in ein oder zwei großen Kübeln auf der Terrasse wachsen lassen kann. Mein Mann meinte, wir könnten einen Apfelstrauch in einen Kasten setzen, aber erstens essen wir gar nicht sooo viele Äpfel und zweitens leben wir in einer Region mit vielen Streuobstwiesen, wo man zur Erntezeit mehr Obst sammeln könnte, als man je verarbeiten kann. Ich glaube, mir wäre etwas Gemüsiges/Salatiges lieber.

In den Wäldern rings um unseren Wohnort ist der Bärlauch allmählich soweit, daß man ihn guten Gewissens ernten und daraus auch Mahlzeiten für mehrere Personen machen kann. Am kommenden Wochenende möchte ich gern etwas mit ihm machen, vielleicht eine Quiche oder ein Pastagratin. Gänseblümchen gibt es auch schon einige, aber ich habe noch keinen schönen Ort gefunden, wo ich sie sammeln kann – die meisten Gäseblümchenwiesen haben hier leider Hundeverkehr. Vor unserer Tür wachsen schöne Löwenzähne, denen ich noch ein paar Tage gebe, bevor ich sie das erste Mal rupfe. Im Moment backe ich unser Brot immer mit 1-2 EL Brennesselsamen darin. Die kleinen Samen schmecken nussig und enthalten wie alle Teile der Nessel viel Eisen – ideal also für eine kleine Frühjahrskur.

Ich mag diese Zeit im Jahr sehr, wo alles wieder grün wird und man Lust auf frische Kräuter hat…

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 18. März 2015 und wurde abgelegt unter "Fruit & Root". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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