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Man muß schon Chaos in sich tragen…

…um einen tanzenden Stern gebären zu können. (Nietzsche)

Ich habe letzte Woche mein Sternen-Patchwork-Top fertiggenäht und wollte dann auch direkt quilten. Vorm Quilten steht allerdings das Bügeln von Top und Rückseite, was nicht ganz unkompliziert ist, da es sich dabei um wirklich große Stoffstücke handelt. Der Lonestar-Quilt ist mein erster Quilt in diesem Jahr (normalerweise nähe ich eigentlich mehr, aber durch viele persönliche Probleme blieb das leider auf der Strecke) und da war ich wohl leicht aus der Übung. Jedenfalls ist mir mein Bügeleisen das erste Mal ever von meinem Nähtisch auf den Boden gekracht und hat da eine fette Macke hinterlassen. Ich war total perplex und dachte, na, hoffentlich ist das kein böses Omen…

Nach dem Bügeln werden die drei Lagen (Rückstoff, Vlies und Top) geheftet. Das kann man mit unterschiedlichen Mitteln machen, aber mein Favorisiertes ist Stoffkleber. Nur leider stellte sich heraus, daß das Polyestervlies sich wellte. Das sollte es eigentlich nicht tun, weil es dann beim Quilten zu Stoffverwerfungen und Falten kommen kann. Mein Mann meinte aber optismistisch, das würde schon gehen. Ich fing also an, den Sandwich zu quilten. Da das eine ziemliche Arbeit ist, kann man das nicht an einem Tag erledigen, doch nach einer Pause mußte ich feststellen, daß sich die drei Lagen voneinander getrennt hatten. Das ist mir auch noch nie passiert.

Mein Mann und ich haben also das Riesenteil nochmal ausgelegt und von Grund auf neu geheftet, mit noch mehr Kleber. Zurück an der Nähmaschine mußte ich bald feststellen, daß das Top Falten warf. Das war der Moment, wo ich dachte, ich habe die Nase voll und möchte das Vlies nicht mehr verwenden! Ich bin zum Patchworkladen meines Vertrauens gefahren und habe mir da ein reines Soja-Vlies gekauft. Das ist deutlich dünner, deutlich weicher und deutlich teurer. Argh. Aber ok, dafür ist der Quilt am Ende wohl auch atmungsaktiv und wird nicht so deckeln wie ein Polyster-gefüllter Quilt.

Nun mußte das gesamte bisherige Quilting getrennt werden. Dabei kam es zu einem kleinen Schnitt im Rückstoff. Diesen kann ich nicht wirklich sauber flicken, und egal, was ich tun würde, man würde den Defekt immer sehen. Da ich aber den Rückstoff schon begradigt hatte, konnte ich die oberen Quiltlagen aber auch nicht verschieben. Sehr ärgerlich. Ich kann nur hoffen, daß diese Stelle durch das Quilting allein halten wird und nicht bei regelmäßigem Gebrauch ausreißt. Die Stiche vom alten Quilting wird man außerdem auch immer sehen 🙁

Nach dem Trennen mußte ich Top und Rückstoff noch einmal bügeln. Und was passiert dabei? Das Bügeleisen kracht noch einmal auf den Boden und haut direkt neben die erste Macke eine zweite! Ich dachte, ich gucke nicht richtig. Jetzt ist mein Boden total ruiniert, runter bis auf 1 cm Tiefe. Mitten im Raum, versteht sich. So ein Mist.

Nach dem Bügeln folgte das neuerliche Heften der drei Lagen, nun deutlich davon erschwert, daß der Rückstoff ja bereits zugeschnitten war. Wir mußten das Top zigmal erneut anheben und wieder auflegen, bis es endlich paßte (und das auch nur knapp), und dann bildeten sich Wellen zwischen Rückstoff und Vlies.

In den ganzen Jahren, in denen ich nun nähe, ist mir sowas noch nie passiert. Was für ein Chaos-Quilt!

Gestern Abend habe ich nun endlich mit dem finalen Quilting begonnen und bin ganz glücklich darüber, wie schön sich das Soja-Vlies verarbeiten läßt. Ich habe mich für ein Quiltmuster aus mäandernden Linien und Sternen/Pentagrammen entschieden.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 28. Mai 2015 und wurde abgelegt unter "Craft & Creation". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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