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Mein Gartenjahr – ein Resümee

Dieses Jahr habe ich versucht, zu gärtnern. Jetzt, wo praktisch alles abgeerntet ist und die mehrjährigen Pflanzen im Haus untergebracht sind, möchte ich zurückblicken und resümieren.

Was war gut? Mir hat gefallen, daß es offenbar wirklich nicht viel mehr als etwas Erde, ein paar Samen bzw. Jungpflanzen, Wasser, Dünger und etwas Zeit braucht, um zu gärtnern und auch etwas ernten zu können. Ich fand es interessant, die Pflanzen wachsen zu sehen und dadurch mehr über mein Essen zu lernen. Es ist toll, wenn man beim Kochen einfach mal schnell auf die Terrasse gehen und sich Kräuter holen kann. Meine Pflanzen waren für mich nicht nur kulinarischer Genuß, sondern auch eine Inspiration zum Aquarellieren. Zwischen ihnen zu sitzen und Vögel zu beobachten oder zu lesen, hat mich entspannt.

Was war mittelprächtig? Der extrem heiße Wüstensommer, denn dadurch brauchten die Pflanzen vermutlich sehr viel mehr Sorge als das in weniger heißen Sommern der Fall gewesen wäre. Es hat mich viel Kraft gekostet, täglich bzw. mehrmals täglich zum Gießen rauszugehen, vor allem in diesem gesundheitlich doch eher schwierigen Jahr.

Was war schlecht? Definitiv die ganzen Schädlinge. Ich werde mich wohl nie wieder an einem Kohlweißling erfreuen können 🙁 Ich habe sehr viele Pflanzen an Blattläuse verloren, aber ok, ich mußte auch erstmal lernen, welche Pflanzen sie besonders mögen. Mir ist bewußt, daß das Gefühl, jemand wolle mir etwas kaputtmachen, PTBS-bedingt ist, und ich konnte anhand meines Gartens einiges über mich und diese Krankheit lernen, aber es erweckte leider auch schlechte Gefühle, mit denen ich nicht gut umgehen konnte.

Die pflegeleichtesten Pflanzen? Minze in allen Variationen, allerdings ist Minze so viril, daß ich sie nur in Töpfen anbauen werde. Mangold, weil Blattläuse ihn nicht mögen. Aubergine, weil sie so genügsam ist. Tomaten – gießen und ernten. Chilis, weil sie genügsam und großzügig sind. Mediterrane Kräuter, weil sie widerstandsfähig und robust sind.

Die schwierigsten Pflanzen? Kapuzinerkresse, weil ein Magnet für Blattläuse. Alle Kohlsorten, weil ein Magnet für Kohlweißlinge und die weiße Fliege.

Das beste Gartenerlebnis? Die Ernte meines Blumenkohls, nachdem ich ihn monatelang gehätschelt hatte. Und dann war er auch noch lecker 🙂

Das schlechteste Gartenerlebnis? Alles, bei dem ich Pflanzen verloren habe.

Ausblick auf die nächste Saison: ich bin mir eine Weile lang nicht sicher gewesen, ob es eine nächste Saison geben wird. PTBS läßt grüßen. Ich lebe in ständiger Angst davor, daß meinen Pflanzen etwas zustößt oder daß ich es vermassle, mich um sie zu kümmern. Nicht gut genug zu sein. Andererseits reizt es mich, die Erfahrungen zu vertiefen – so würde ich Kohlsorten fortan direkt nach dem Pflanzen ein Schutzmäntelchen aus Fliegengitter basteln und Tomaten direkt ausgeizen. Ich habe mir einige interessante Samen aus England mitgebracht, von Sorten, die es in Deutschland nicht gibt. Wenn es mich im Februar packt, werde ich sie vorziehen. Wenn nicht, hebe ich sie erstmal einfach auf.

Zuletzt noch eine Liste dessen, womit mein kleiner Garten uns dieses Jahr versorgt hat. Ich finde, das ist am Ende gar nicht so wenig gewesen, gemessen an dem bißchen Fläche, die ich zur Verfügung hatte. Es gab also:

  • wirklich unzählige Beilagensalate
  • mehrere Quiches mit Salatfüllung
  • Pasta mit Salatsauce
  • Radieschensuppe
  • Radieschenbrote
  • Kohlrabirisotto
  • Kohlrabi mit Zitrone
  • klassisches Kohlrabigemüse
  • unzählige Gerichte wurden mit den Kräutern aufgepeppt
  • heißer und kalter Tee mit Minzen
  • unzählige Gerichte mit Chilis
  • Tomatenbrote
  • Kartoffelgemüse mit Mangold und Broccoliblättern
  • Blaubeeren vom Strauch genascht
  • mehrere Basilikumpestos
  • mehrere Minzpestos
  • Frischkäse mit Minze
  • Tomatencremesuppe mit Einlage
  • scharfe Tomatenrahmsauce zu Pasta
  • Tomaten-Auberginen-Sugo mit Pasta
  • Laksa mit Mangold und Auberginen
  • Pasta mit Mangold
  • mehrere Pizzen mit Oregano
  • Grünkohleintopf
  • Pizza mit Maronen, karamellisierten Zwiebeln und Grünkohl
  • Blumenkohleintopf mit Parmesan
Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 23. November 2015 und wurde abgelegt unter "Der Garten, Fruit & Root". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

2 Kommentare

  1. gruener-mann.de » JahresRückblick 2015:

    […] den Herbst hinein ernten können. Über meine ersten Erfahrungen mit meinem kleinen Garten habe ich hier schon mal ausführlicher […]

  2. gruener-mann.de » Ideen für das Gartenjahr 2016 & einen Hain anlegen:

    […] ausgesprochen heißen und langen Sommer zusammenhängt. Geschrieben habe ich darüber schon einmal hier. Ich habe noch nie zuvor so richtig gegärtnert und bringe mir alles selbst bei, durch das Lesen […]

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