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Der Traum von einer neuen Küche

In unserer ersten gemeinsamen Wohnung hatten mein Mann und ich eine Küche vom Möbelschweden. In den späten Neunzigern gab es in Deutschland noch nicht diesen Koch- und Küchenhype, der einige Jahre später einsetzte, und damals gab es in den anderen Möbelhäusern Küchen nur für horrende Summen. Unsere Schwedenküche habe ich total geliebt. Sie hatte schlichte Fronten in einem freundlichen Vanillegelb, bot viel Stauraum und war gleichzeitig praktisch und gemütlich. Unsere Küche hatte eine Dachschräge und war in einem schönen Lavendelton gestrichen und wir haben oft einfach nach dem Essen noch zusammengesessen und geredet.

Nach unserem ersten Umzug 2009 haben wir die Küche unserer Vermieter genutzt. Das war ein Schätzchen aus den Siebzigern mit neuerer Arbeitsplatte, die aber nicht darüber hinwegtäuschte, daß die Fronten in Eiche rustikal gehalten waren. Die Unterschränke waren viel niedriger als bei unserer alten Küche (der ich sehr hinterhertrauerte), so daß wir – beide über 1,80 m – entweder buckeln mußten oder uns einen Stuhl ranzogen. Zum Verweilen hat sie nicht eingeladen.

Seit dem zweiten Umzug 2011 leben wir nun mit einer provisorischen Küche, die aus einem alten Schreibtisch, ein paar offenen Regalen, einem zusammengewürfelten, zu kleinen Vorratsschrank und einer ramponierten Arbeitsplatte mit Spüle und Herd samt wackligem Unterschrank besteht. Diese Küche macht mich jeden Tag traurig. Natürlich funktioniert sie im eigentlichen Sinne: alle Geräte tun ihren Dienst und wir essen jeden Tag warm. Aber es macht einfach keine Freude, sie zu benutzen, geschweige denn sauberzuhalten. Durch den fehlenden Stauraum fliegen nämlich auch viele Sachen herrenlos herum, und dann dauert es nie lange, bis sich zu ein paar herumstreunenden Zutaten auch noch eine Zeitung und ein Schraubendreher gesellen… Wir haben versucht, etwas mehr Ordnung durch ein Krutschelkörbchen und Hängeleisten zu schaffen, aber aus irgendeinem merkwürdigen Grund lassen diese Dinge den Raum nur noch unordentlicher aussehen.

Im letzten Herbst kam dann vor allem bei mir immer stärker der Wunsch nach einer schönen, funktionalen Küche auf. Im Winterurlaub meines Mannes haben wir uns zusammengesetzt und mit einem längst beim Möbelschweden mitgenommenen Prospekt „unsere“ Küche geplant. Von der Aufteilung her soll sie ungefähr so bleiben, weil alles andere mit ziemlich viel Aufwand verbunden wäre (Wasser- und Elektroleitungen umlegen und ein neues Fenster, um mal das Wenigste zu nennen). Es soll eine Küchenzeile mit Spüle, Spülmaschine und Herd geben und an einer anderen Wand eine Küchenzeile mit Unter- und Oberschränken sowie einem Hochschrank, der dann endlich alle unsere Vorräte fassen soll. Die Mülleimer sollen in eine große Schublade umsiedeln (bisher stehen sie frei rum, was durchaus praktisch, aber auch hinreichend häßlich ist). Der Kühlschrank wird bleiben: er steht neben der zweiten Küchenzeile frei an der Wand.

Im Zuge der Planung habe ich mal angemerkt, daß ich eigentlich gern unsere Mikrowelle abschaffen würde. Ich benutze das Teil nie. Nie. Nie. Vielleicht klingen da noch zu Unrecht die Achtziger in mir nach, in denen es hieß „stell‘ Dich bloß nicht direkt vor das laufende Gerät, davon kannst Du unfruchtbar werden!“ *lach* Und wahrscheinlich höre ich auch immer noch die Worte einer bekannten Vollwertautorin und -lehrerin, die vor der Benutzung von Mikrowellen warnte, weil diese die Zutaten praktisch „verstrahlen“ und ihre Gene „verändern“ (wie auch immer…). Jedenfalls ist es für mich bequemer und gewohnter, Essen beim Wiederaufwärmen auf den Herd zu stellen. Da bin ich jedoch auf taube Ohren gestoßen, denn mein Mann benutzt die Mikrowelle durchaus. Na schön.

Auf meiner Küchen-Wunschliste stand noch eine Arbeitsflächenbeleuchtung, aber beim Besuch der Ausstellung vom Möbelschweden mußte ich leider feststellen, daß die LED-Lichtleisten ziemlich funzelig sind – und wenn ich koche, muß ich sehen, was ich da tu. Wahrscheinlich werden wir also unsere stinknormalen Arbeitsplatzleuchten montieren.

Bei den Fronten haben wir uns für etwas Elfenbeinweißes entschieden, dazu eine Eichennaturholzplatte und schwarze Griffe. Möglichst zeitlos also, denn diese Küche sollte ruhig mal 20, 25 Jahre halten. Außerdem möchte ich wenigstens einen Vitrinen-Oberschrank haben, damit meine in Jahren gesammelten Teetassen und -kannen besser zur Geltung kommen als jetzt 🙂

Nun heißt es noch die Zeit bis zum Herbst rumbringen in meiner „Rumpelküche“…

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 21. Januar 2015 und wurde abgelegt unter "Allgemein". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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